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Nordamerikanische Kulturareale
Nordamerikanische Kulturareale


Indianerstämme der Arktis


Am Nordrand Nordamerikas wohnen die Eskimos. Sie selbst nennen sich »Inuit« was »Menschen« heißt. Die Inuit sind die jüngsten Einwanderer auf dem nordamerikanischen Kontinent. Sie sprechen alle eine einheitliche Sprache, die nur im äußersten Westen, in Alaska und auf den Alëuten, starke Dialektunterschiede aufweist.

Die ersten Eskimos, die gekommen waren, waren Binnenlandjäger gewesen, genau wie die kaum fischenden Stämme im Innern von Alaska. Am Westrand der Hudsonbai leben die sogenannten Karibu-Inuit. Die ältesten Eskimos waren jene, die im Zentralgebiet und im Osten wohnten und von Vertretern einer alten am Kap Dorset an der Nordwestspitze von Baffinland benannten Kultur abstammten, die wahrscheinlich ein früherer Seitenzweig der heute angenommenen Original-Eskimokultur von Alaska und Sibirien war. Sie wurden aber von den »Thule-Leuten« an den Eisrand abgedrängt, die weit beweglicher mit ihren Hundeschlitten waren und ein spezialisiertes Jägertum besaßen. Dort paßten sie sich der arktischen Lebensweise an und wandten sich besonders der Jagd auf Seesäuger zu. Sie brachten es in ihrer Entwicklung soweit, dass sie sogar Jagd auf Wale betrieben.

Eine große Rolle spielte die kollektive Nahrungsgewinnung. Bei ihr wurden für lange Zeit Nahrungsmittel als Vorrat angelegt. Ihre Hauptnahrungstiere sind zugleich auch ihre wesentlichen Rohstofflieferanten, die alle lebensnotwendigen Substanzen enthielten: Sie essen reichlich rohes Fleisch und Fisch, das reich an Proteinen ist; Beeren, Tang und Rentiermoos liefern die Vitamine und durch das Seehundfleisch wird Fett aufgenommen. Ihre Jagdwaffen waren Peil und Bogen, Speer, Harpune und Speerschleuder. Bei der Erlegung des Seehundes ist am Eisrand die sogenannte Atemlochjagd typisch. Bei dieser Jagdmethode wartete der Jäger mit Speer oder Haken bis das Tier zum Atmen auftauchte, um es zu erlegen. Eine andere Jagdmethode war die Jagd mit dem Kajak, dem Jagdboot, in dem der Fahrer fest eingeschnürt sitzt. Größere Reiseboote, die sogenannten Umiak, wurden von Frauen gerudert. Mit von Hunden gezogenen Kufenschlitten bewegte man sich auf dem Lande vorwärts. Man konnte mit ihnen am Tag bis zu 150 km zurücklegen.

Sie haben feste Behausungen und Ansiedlungen, die für viele Monate bewohnt werden. Die Bevölkerungsdichte ist in diesen Breiten niedrig, aber die Anzahl der Menschen, die in einer Ansiedlung leben ist oft größer als die Anzahl der arktischen Jäger die ständig in Gruppen zusammenleben. Die Behausung im Winter war das halbunterirdische Erdhaus aus dem sich der Kuppelbau der Iglus entwickelte. Das Iglu wurde aus Schneequadern zusammengesetzt und hatte einen windgeschützten Zugang. Im Innern des Iglu brannte eine aus Speckstein geschnittene Kochlampe. Der Boden war fellbelegt. Die Sommerbehausung war ein aus Karibufellen bedecktes Zelt. Die Herstellung der Fellbekleidung hatte ein hohes Niveau erreicht. Frauen und Männer trugen Jacken, Hosen und Stiefel aus Pelz. Zum Schneiden benutzten die Frauen halbmondförmige Ulu-Messer. Die Männer schnitzten mit tierrippenförmigen geschäfteten Krumm-Messern.

Die Inuit besitzen eine aufgelockerte Sozialkultur. Sie werden angeführt von großen Jägern (werden auch als »große Fänger« bezeichnet), die ferner eine herausragende Stellung aufweisen und Besitzer von Booten für den Fischfang sind. Ihre Zauberwelt wird beherrscht vom Schamanismus, der z. B. die Blutrache fordert. Bei ihren Rechtsformen dominiert Verhandlungsbereitschaft und Versöhnung. Streitigkeiten werden durch Sing- und Trommeltänze oder durch Ringkämpfe beigelegt. Durch die lebensfeindliche Umwelt ist ihr Leben reich an Mythen.

Die Inuit sind hervorragende Schnitzkünstler. In dieser Tätigkeit stellen sie Tier- und Menschenfiguren aus Walroßelfenbein her. Sie gravieren auch Jagdszenen, stellen Masken überirdischer Wesen her und fertigen Kleinplastiken aus Speckstein an.

Im Zentralgebiet der Inuit konnten Funde in Hausruinen gemacht werden, die das Vorhandensein jener hochentwickelten »Thule-Kultur« nachweisen. Ihre Werkzeuge bestanden hauptsächlich aus Stein, Knochen und Fischbein. 
 
Alëut oder Alëuten 
Ihre Sprache ist Alëutisch und ihre Heimat sind die Alëuten und Alaska. Die Alëuten bestehen aus zwei sprachlichen Untergruppen: den Unalaskan, die auf der alaskischen Halbinsel und den östlichen Alëuten-Inseln wohnten und den Atkan aus den westlichen Alëuten-Gruppen, wie die Near, die Rat und die Andreanof Island. Die Alëut unterscheiden sich von den Eskimo durch ihre runden Gesichter.

1741 hatten sie ersten Kontakt zu russischen Händlern. Dabei handelte es sich um die Kapitäne Bering und Cirikov, die die Alëuten-Inseln besuchten. Schon zur Zeit als Bering bei den Alëuten war, bemerkte der Naturforscher Steller, dass Eisen vorhanden war, was die Vermutung zuläßt, dass es auf Handelswegen zu den Alëuten-Inseln gelangt sein muß. Es könnte aber auch von japanischen Fischerbooten stammen, die im starken Sturm vom Kurs abgekommen waren und im Nebel bei den Inseln der Alëuten Schiffbruch erlitten hatten. Zu diesem Zeitpunkt lebten ungefähr 20.000 Alëuten oder auch mehr.

Die Alëuten hatten sich auf dem nach ihn benannten Archipel ausgebreitet und werden zu Beginn des 18. Jahrhunderts auf 12 - 15.000 Personen geschätzt. Die Inseln des Archipels verlaufen in einer Reihe und sind wahrscheinlich durch Vulkanismus entstanden, was für die zahlreichen aktiven Vulkane spricht. Die meisten Alëuten lebten aber nahe der Küste von Alaska. Das alëutische Archipel ist vor etwa 8.000 Jahren erstmals besiedelt wurden. Bei den Alëuten gibt es zahlreiche soziale Einheiten auf Dorfebene. Diese besitzen eigene territoriale Grenzen und werden von Anführern geleitet. Zwischen den Dörfern gab es freundschaftliche Beziehungen, die durch gemeinsame Festlichkeiten gefestigt wurden. Gelegentlich kam es aber zu Mord und Beleidigungen, was dazu führte, das man Gefangene machte und sie versklavte.

Sie wohnten und wohnen heute noch in der Erdbedeckten Alaskahütte, die eineinhalb bis zwei Meter in den Boden gegraben wurde und bis zwanzig Meter lang sein konnte. Gedeckt wurde das Dach mit Walknochen und Treibholz über das Grasnarben gelegt wurden. Die Ausrichtung der Häuser verlief in Ost-West-Richtung, was mit der Mythologie der Alëuten zutun hat. Die Behausungen - besser gesagt die Langhäuser - gleichen denen der Irokesen. Sie besitzen einen Mittelgang und links und rechts des Ganges befinden sich die Familienplätze. Die Bewohner eines Langhauses waren miteinander verwandt. Das Oberhaupt der verwandten Familien beanspruchte die Ostseite des Hauses, die Sklaven die Westseite. Zugang zum Haus war das Dach, von dem man aus an einem Holzstamm eingelassene Tritte auf den Fußboden gelangte. Die Dachluge war die einzige Eintritts- und Ausstiegsmöglichkeit in einem Erdhaus. Wenn die Alëuten nicht einige Vorsichtsmaßregeln getroffen hätten, wären die Bewohner eines Erdhauses eine schnelle Beute gewesen. Man errichte deshalb die Wohnstätten auf Landengen, stellte Wachleute auf und eine weitere Möglichkeit des Schutzes waren geheime Schlupflöcher in den Hauswänden. Überfälle wurden nicht unternommen, um Gebiete zu gewinnen, sondern hatten meistens mit Vergeltungsaktionen zutun. Hunger war kein Grund eines Angriffes, da die Fauna rund um die Alëuten genügend Eßbares bot - nur im März gab es ein etwas mageres Nahrungsangebot. Landsäuger waren nur selten anzutreffen, aber dafür bildeten Meeressäuger und Fisch die hauptsächliche Nahrung der alëutischen Bevö:lkerung. Die auf der Erde lebenden Tiere fehlten total, wurden aber von einer durch viele Pflanzenarten vertretene Flora, einer üppigen Meeresfauna und durch die Vogelwelt ausgeglichen. Pflanzen dienten zur Nahrung, Kräuter und Wurzeln wurden für medizinische Zwecke gesammelt und bestimmte Halme und Gräser verwendete sie zur Herstellung von Körben und Matten. Auch Pflanzengifte wie die des Eisenhutes verstanden sie z. B. für den Walfang einzusetzen. Im Frühjahr kamen die Wasservögel, die auf den Alëuten ihre Jungen aufzogen und im Herbst wieder in den Süden flogen. Ihnen stellten die Alëuten mit Schlingen nach, sammelten die Vogeleier - machten also Jagd mit genau angepaßten Jagdmethoden. Frauen und Kinder sammelten vom Strand die Schalentiere auf oder fingen Tintenfische. Der Lachsfang dauerte vom Frühjahr bis in den Herbst hinein. Pflanzen und Tiere, die es nur saisonbedingt gab, wurden getrocknet oder auf andere Weise konserviert. Ihre Hauptnahrungsquelle bildeten aber die Seesäuger. Diese wurden mit Wurfspeeren und Speerschleudern erlegt. Zur Jagdausrüstung gehörten auch Amulette, welche die Tiere anziehen sollten. Ein jeder Jäger bereitete sich außerdem körperlich wie auch geistig für die Jagd vor.

Nur besonders ausgebildete Männer gingen auf Walfang. Zuerst sammelten sie am Strand Amulette und vergifteten Pfeile mit einem speziellen Gift. Wenn ein Wal gesichtet wurde, fuhr auch nur ein Jäger auf das Meer hinaus, schoß seinen Wurfspieß auf den Wal ab und ging in die Seklusionshütte, um dort drei Tage lang bewegungslos unter einer Decke liegend, den Wal mit Magie zu überzeugen versuchte, dass er sterben solle. Am dritten Tag verließ der Jäger die Hütte, andere Walfänger töteten den Wal. Wenn der Wal abtrieb, konnte er schnell Beute eines anderen Dorfes werden.

Die Alëuten jagten mit dem Baidarka, einer Art des Kajaks, das sehr schnell und robust war. Dieses Wasserfahrzeug war am Bug gegabelt und hinten flach. Wenn Sturm aufkam, wurden die Boote einfach zusammengebunden. Die Jungen begannen im frühen Alten das Kajakfahren zu lernen, damit sie sich an das Sitzen im Baidarka gewöhnen konnten. Beim Spielen ahmten sie die Jagd nach, später fuhren sie mit einem erfahrenen Jäger, meist der Onkel mütterlicherseits, in einem zweisitzigen Baidarka auf das Meer hinaus. Ein Knabe wurde zum Mann, wenn er sein erstes Baidarka baute. Ab diesem Zeitpunkt sah ihn auch als heiratsfähig an. Die Anfertigung eines solchen Bootes war nicht einfach, da zuerst Treibholz für das Gerüst gesammelt werden mußte. Das Boot wurde nach genauen Maßen des Besitzers angefertigt. Die Techniken für den Bau waren gehütete Geheimnisse, die dem Junge vom Vater oder Onkel anvertraut wurden. Auf das fertige Gerüst spannten die Frauen Seelöwerhaut.

Mitte des 18. Jahrhunderts erschienen die Russen auf den Alëuten, für die die Alëuten nur nützliche Handelspartner waren. Als die Russen die Baidarka für die Seeotterjagd zu schätzen begannen, wurden die alëutischen Jäger ausgebeutet - ganze Dorfgemeinschaften mußten fortan für die Russen arbeiten. Dies erreichten die Russen durch Geiselnahme von Dorfangehörigen, die am Ende der Jagdsaison wieder freigelassen wurden. Einen Aufstand der alëutischen Bevölkerung in den 60er Jahren des 18. Jahrhunderts wurde blutig niedergeschlagen. Gegen die Schußwaffen der Russen hatten die Alëuten nichts entgegenzusetzen. Die Bevölkerung der Alëuten wurde zusätzlich durch eingeschleppte Krankheiten der Russen dezimiert. Ein Achtel ihrer einstigen Bevölkerungszahl lebte noch 1799. Im gleichen Jahr erhielt die neugegründete Russische Amerika-Kompanie das Handelsmonopol von der russischen Krone. Damit hatte die Russische Amerika-Kompanie einen Freibrief erhalten, die Alëuten auszubeuten und konnte die Hälfte der arbeitsfähigen Personen eines Dorfes für sich in Anspruch nehmen. Ein Alëute erhielt nur ein Fünftel was ein Russe bekam - in manchen Fällen auch weniger. Zahlreiche Beschwerden der Alëuten im Jahre 1821 führten dazu, dass die Handelsgesellschaft einen Alëuten nicht länger als drei Jahre dienstverpflichten durfte. Die Russische Amerika-Kompanie siedelte auch Alëuten auf der Kommandeur- und Pribilof-Insel an. Hier - auf diese Inseln kamen die Nördlichen Seebären zur Fortpflanzung und Aufzucht ihrer Jungen hin. Im Jahre 1821 wurde bei einer Revision die Russische Amerika-Kompanie angewiesen, Schulen und Kirchen zu bauen und einen Gesundheitsdienst einzurichten. Die Schulen unterrichteten Lesen und Schreiben, aber auch handwerkliche Ausbildungsmöglichkeiten, wie Zimmermannslehre, Metall- und Schiffsbau, wurden geschaffen.

Die meisten Alëuten waren 1867 zum russisch-orthodoxen Glauben bekehrt worden. Sie haben sich deshalb zu diesem Glauben bekehren lassen, da ihnen die Kirche Hoffnung und Beistand zu bieten vermochte.

Auch der russischen Präsenz hatten sich die Alëuten angepaßt, die Geburtszahlen stiegen leicht wieder an und die Kinder erhielten zumindest zeitweise eine schulische Ausbildung. Aus Alëuten und Russen waren Familien entstanden - die Kinder waren eine Mischrasse - die sogenannten Kreolen. Als es zum Opiumkrieg kam, brach der Markt für Seeotterfelle zusammen. Die russische Handelsgesellschaft versuchte vergebens den Markt wieder zu beleben. Da auch Alaska von Moskau sehr weit entfernt lag, nahm das Russische Reich das amerikanische Angebot an, Alaska zu verkaufen. Für diesen Verkauf zahlte Washington 7,2 Millionen Dollar in Gold an Rußland. Nun mußten sich die Alëuten auf die neue Situation einstellen, da Schulen und Krankenstationen geschlossen waren und die Russische Amerika-Kompanie abgerückt war. Nur die Priester der Kirchen durften bleiben. Aber auch viele der gebildeten Kreolen, die einstigen Kinder der Russen und Alëuten, verließen ihre Heimat. Erst 18 Jahre nach dem die Russische Amerika-Kompanie die Alëuten verlassen hatte, wurde wieder eine Schule eingerichtet.

Nach und nach entdeckten die Amerikaner Alaska, vor allem die lukrativen Robbengründe, die Profit versprachen. Die Quotenregelung, die einst die Russische Amerika-Kompanie eingeführt hatte, um die Tierpopulationen zu sichern, wurden mißachtet, was in den 80er Jahren des 19. Jahrhundert fast zum völligen Verschwinden der Seeottern durch Überjagung geführt hätte. Erst im Jahre 1911 wurde ein internationaler Vertrag zur Einschränkung der Jagd geschlossen.

Nun fand man eine neue Einnahmequelle. Die Russen hatten auf einigen Alëuten-Inseln zusätzlich zu den einheimischen Füchsen, welche eingeführt, die sich ohne natürliche Feinde und mit ausreichenden Beutetieren stark vermehrt hatten. Ab 1880 begannen amerikanische Trapper und Händler die Alëuten-Inseln von der amerikanischen Regierung zu pachten, aber 1941 brach der Pelzmarkt zusammen und dies war das Ende für diesen Industriezweig. 1876 hatten sich Betriebe zur Pökelfleischbearbeitung von Kabeljau angesiedelt, ihnen folgten Lachskonservenfabriken und eine norwegische Walfangstation. Zwischen 1886 und 1908 wurde eine Goldmine ausgebeutet. Erneut kam es zum Zusammenbruch der Wirtschaft auf den Alëuten-Inseln durch den Beginn des 2. Weltkrieges.

Auf Pribilof Island und in der Bucht von Bristol lebten bei einer Zählung im Jahre 1985 6.369 Alëuten. Nicht dazu gezählt wurden die Stammesmitglieder, welche außerhalb der Reservationen lebten.

Indianer-Stämme der Subarktis

Abitibi, Abitibiwinni
Die Abitibi sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in Nordost-Ontario lebte. Als Behausung verwendeten sie die Kuppelförmige Rinden-, Stroh- oder Fellhütte. Die Abitibi ernährten sich hauptsächlich von Wild und Fisch. Zu Beginn des Jahres 1984 gab es am Südufer des Abitibi-Sees noch 60 Stammesangehörige und bei Amos in Quebec noch 478 Abitibiwinni.



Abnaki
Sie sind ein Volksstamm der großen Algonkin-Sprachfamilie, der im heutigen US-Staat Maine lebte. Ihr Name »Abnaki«, genauer Wabunaki bedeutet »Die mit beim Sonnenuntergang leben«. Der Name betrifft vor allem die Stämme, die in Maine lebten, wie die Penobscot, Passamaquoddy, Malecite Arosaguntacock und Sokoki. Ihre Behausung waren kegelförmige mit Rinde bedeckte Tipis. Diese konnten leicht zerlegt und transportiert werden. Die Abnaki waren treue Verbündete der Franzosen gegen die Engländer bis sie 1724 bei Norridgewock und 1725 bei Pequawket besiegt worden. Einige Abnaki fanden in St. Francis in Kanada Zuflucht. Um 1890 siedelten sie sich wieder in Maine an, wo sie die Korbmacherkunst, die in westlichen Regionen der Großen Seen einst weit verbreitet gewesen war, entwickelten. Im Jahre 1967 wurden in Kanada 616 Abnaki gezählt und im Reservat von Maine 2.918 Indianer, von denen 1.106 Penobscot waren.
Norridgewock: (= »Das-Volk-das-am-stillen-Wasser-zwischen-den-Stromschnellen-wohnt«). Sie sind ein Unterstamm der Abnaki. Die Norridgewock waren loyale Freunde der Franzosen. Ihr Stamm wurde von den Engländer überfallen und verteilten sich danach auf andere Stämme.



Ahtena
Die Ahtena sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe, der im kanadischen Nordwest-Territorium wohnte. Sie verwendeten als Behausung das Doppelte Pultdach und ernährten sich von Karibu und Elch.



Atna
Die Atna sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe. Ihre Wohnstätte war das erdbedeckte Alaskahaus. Karibus, Fisch und Elche waren ihre Hauptnahrung.



Bear Lake
(Satudene). Die Bear Lake sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe. Ihre Heimat lag am Great Bear-See im Mackenzie-Territorium, wo sie als Behausung das Doppelte Pultdach verwendeten. Karibu, Elch und Fisch waren ihre Hauptnahrung. Nach ihrem Namen ist ein See benannt worden, der nördlich des Polarkreises im kanadischen Nordwest-Territorium liegt. Der See ist Teil des Mackenzie-Flußsystems, welches Einzugsgebiet der Karibu-Herden ist.



Beaver
Sie sind ein Stamm der Athapasken-Sprachfamilie, der als Wohnstätte das Doppelte Pultdach verwendete. Karibus und Elche waren ihre Hauptnahrung. 727 Beaver-Indianer wurden im Jahre 1967 in Kanada gezählt.



Beothuk
Die Heimat der Beothuk war Neufundland. Ihre Wohnstätte war das Tipi. Sie ernährten sich hauptsächlich von Karibus, Elchen und Seehunden. Die Beothuk waren die Ureinwohner Neufundlands, die aber heute ausgestorben sind. Als einer der ersten Stämme wurden die Beothuk von den Weißen entdeckt. Sie bemalten ihre Körper mit roter Farbe, woher auch die Bezeichnung »Rothäute« oder »roter Mann« herstammt.



Carrier
Die Carrier sind ein Stamm der Athapasken-Sprachfamilie, der im Küstengebirge zwischen Alaska und British Columbia lebte. Als Behausung verwendeten sie das Tipi oder auch das Doppelte Pultdach. Ihre Hauptnahrung waren Elch und Karibu. Die Carrier waren wie auch die anderen Stämme British Columbias ein Nomadenvolk. Sie wanderten mit den Karibuherden mit. Körbe, die die Carrier herstellten, waren nur gewickelt, im Gegensatz zu den anderen Stämmen der Region, die ihre Körbe wickelten und flochten. Im Jahre 1967 wurden 3.862 Carrier in Kanada registriert.



Chilocotin
Die Chilocotin sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe, der im Küstengebirge Alaskas und British Columbia beheimatet war. Das Blockhaus oder das Doppelte Pultdach diente ihnen als Unterkunft. Neben Karibu und Elch wurde auch Fisch als Hauptnahrung eingesetzt.



Cree
Die Cree sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der am Rande des kanadischen Büffelgebietes lebte. Für ihre Wanderungen durch ihr Stammesgebiet verwendeten sie wie die Plain-Indianer das Tipi. Als die Weißen in ihr Gebiet an den Großen Seen einfielen, verließen sie es, um später der Pferdezucht nachzugehen. Im Kampf gegen die Dakota und Blackfoot waren die Assiniboin und Ojibway (Steppen-Ojibway) ihre ständigen Verbündeten. Am Ende des 17. Jahrhunderts erhielten die Cree von Händlern der Hudson Bay und St. Lawrence Gewehre. Zu Fuß begannen sie nun die nördlich und nordöstlich beheimateten und bereits berittenen Blackfoot anzugreifen, um Pferde zu erbeuten. Die Blackfoot, die noch mit Pfeil und Bogen ausgerüstet waren, konnten nur unter größter Anstrengung und mit hohen Verlusten an Kriegern ihr Gebiet behaupten. Als die Cree Pferde besaßen, ritten sie und ihre Verbündeten in die Prärie, um Büffel und Antilopen zu jagen. Die hier ansässigen Sioux duldeten keine Eindringlinge in ihrem Jagdgebiet, so kam es zur Todfeindschaft zwischen beiden Stämmen. Die Cree, Assiniboin und Steppen-Ojibway verteidigten ihr neues Gebiet und ließen sich auch nicht mehr aus ihm vertreiben. Durch eine Blatternepidemie bei den Assiniboin wurde die Bevölkerung auf ein Viertel ihrer früheren Stärke reduziert. Die Cree erweiterten daraufhin ihr Gebiet und stellten somit das Gleichgewicht wieder her. Nur selten kämpften die Cree und ihre Verbündeten gegen Weiße, weil es kaum Ansiedlungen in ihrem Gebiet gab. Ihre Hauptnahrung war Karibu und Elch. Im Jahre 1967 wurden rund 60.000 Cree gezählt, was sie zu einem der wichtigsten Stämme Kanadas machte.



Dogrib
(Tlingchadinne). Die Dogrib sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachfamilie, der am Great Bear-See im Mackenzie-Territorium lebte. Ihre Wohnstätte war das Tipi. Sie ernährten sich hauptsächlich von Karibus und Elchen.



Etchareottin
Die Etchareottin sind ein Stamm der Athapasken-Sprachfamilie, der am Großen Sklavensee und in den Rocky Mountain beheimatet war. Die Crees nannten sie Awokanak. Die Etchareottin raubten von ihren Nachbarn den Cree viele Stammesangehörige und machten sie zu Sklaven. Die Franzosen übernahmen das Wort für Sklaven von den Cree und nannten See und Stamm nach dieser Bezeichnung.



Ettchaottin
Bedeutet im Deutschen »Leute, die in entgegengesetzter Weise handeln«. Sie sind ein Stamm der Nahanes. Ihr Stammesgebiet lag entlang des Francis-Sees in British Columbia. Die Ettchaottin waren wegen ihrer aggressiven Kriegsbräuche bei den Nachbarstämmen gefürchtet.



Han
Sie sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe, der im Innern von Nordalaska beheimatet war. Als Behausung verwendeten sie das Doppelte Pultdach bzw. die Alaska-Erdhütte. Ihre Hauptnahrung war Elch, Karibu und Fisch.



Hare
Sie sind ein Stamm der Athapasken-Sprachgruppe, der sich selbst Kawchodinneh nannte. Ihre Heimat war der Great Bear-See im Mackenzie Territorium. Als Wohnstätte verwendeten sie das Doppelte Pultdach oder das Tipi. Ihre Hauptnahrung war der Elch und das Karibu, dessen Herden sie folgten.



Ingalik
Die Ingalik sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachfamilie, der am Yukon und Kuskokwin in Zentralalaska beheimatet war. Sie lebten in Erdhütten und ernährten sich von Fisch, Karibus und Elchen. Kunstvoll gearbeitete Holzschüsseln und oval, geflochtene Körbe machten sie bekannt.



Kaska
Sie sind ein Stamm der Athapasken-Sprachgruppe, der im Yukon-Territorium in British Columbia lebte. Ihre Unterkunft war das Tipi und ihre Hauptnahrung war Karibu und Elch.



Koyukon
Sie sind ein Stamm der Athapasken-Sprachgruppe, der am Yukon und Kuskokwin in Zentralaska lebte. Ihre Behausung war die Erdhütte und ihre Nahrung war hauptsächlich Elch, Karibu und Fisch.



Kutchin
Die Kutchin sind ein Stamm der Athapasken-Sprachfamilie. Sie lebten im Küstengebirge Alaskas und British Columbia. Ihre Behausung war das Doppelte Pultdach. Sie sind Jäger mit ursprünglich athapaskischer Kultur. Die Hauptnahrung war der Elch, Karibus und Fisch.



Malecite
Sie waren ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der jenseits der Grenze des Maisanbaus lebte. Ihre Heimat liegt im heutigen US-Staat Maine. Sie wohnten in sogenannten Kindred-Dörfern zusammen, die saisonbedingt zugunsten von Lagern aufgegeben wurden, in denen Wildfrüchte, Beeren und Nüsse gesammelt wurden. Hauptnahrung der Malecite war das Karibu, der Elch und Fisch.

Da die Jäger-Sammler-Gesellschaften verstreut über ein bestimmtes Gebiet waren, waren sie verwandtschaftlich organisiert in sogenannten Kindreds. Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von Blutsverwandten, die nicht einen gemeinsamen Vorfahren hatten, sondern von einer lebenden Einzelperson. Die Kindreds waren über Mutter und Vater zu anderen Menschen verbunden, die nicht Blutsverwandte sein mußten, aber doch verwandt waren. Es gab aber soziale Unterschiede, die auf folgende Faktoren basierten, wie Alter, Geschlecht, Können und Fähigkeiten und mit Geistern in Kontakt treten können. Die sogenannten Kindreds war also der Zusammenschluß von Menschen in einer Gruppe mit einem bestimmten Jagdrevier. Innerhalb einer solchen Jäger-Sammler-Gruppe erfreute man sich aller Freiheiten einer Gesellschaft, konnte sich aber auf gegenseitige Unterstützung der Familie verlassen. 1967 gab es in Kanada 1.626 Stammesmitglieder; die Houlton-Sippe der Maleseet im US-Bundesstatt Maine zählte 1982 250 Personen.

Die Malecite hatten einen genauen, saisonbedingten Jagd- und Sammelplan.

Januar Jagd auf Robben

Februar, März Jagd auf Biber, Fischotter, Elch, Karibu und Bär

Ende März Fischfang, der Fische, die zum Laichen die Flüsse hinaufkamen

Ende April Fischfang auf Hering, Stör, Lachs und das Sammeln der Eier der Kanadagans

Mai bis September Kabeljaufischen und Muscheln sammeln entlang der Küste und Einbringen der reifenden Sommerfrüchte

Ende September Aalfang

Oktober, November Jagd auf Biber und Elche

mitten im
Winter Harpunenjagd in eisbedeckten Gewässern auf den laichenden Frostfisch (Microgradus tomcodus)

Micmac
(auch: Mikwak, Mikwanak). Die Micmac sind ebenfalls ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der an der Atlantikküste des heutigen Bundesstaat Maine - genauer Canadian Maritimes - beheimatet war. Ihre Behausung waren Rindenwigwams und ernährten sich von Karibus, Elchen und vom Fischfang. Einst kamen die Micmac aus dem südlichen und östlichen Neufundland wie auch aus Prince Edward Island, Nova Scotia und New Brunswick. Sie trafen als erste nördlich der Karibik auf Weiße. 1497 sollen Stammesmitglieder mit Henry Cabot nach Europa gereist sein. Gegenüber den Engländern verhielten sich die Micmac nach dem Siebenjährigen Krieg feindselig, hatten aber zuvor Kontakte zu den Franzosen. 1880 gab es ca. 4.000 Micmac. Diese Zahl stieg bis 1967 auf 8.645 Personen an.
Gaspesien: Die Gaspesien sind eine Untergruppe der Micmac, die an der Gaspé Bay am St. Lawrence Golf beheimatet waren. Sie wurden auch als Micmac von Gaspé genannt.



Montagnais
Die Montagnais sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, die ihr Stammesgebiet an der kanadischen Atlantikküste um die heutige Stadt Quebec hatten. Als Behausung verwendeten sie das Tipi und ernährten sich hauptsächlich von Wild und Fisch. sie waren mit den Abnaki und Naskapi verwandt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten sie eine Korbmachertechnik, die die traditionellen Behälter aus Birke ablösten. Sie waren eigentlich friedfertig nur gegen die Eskimos kam es zu vereinzelten Gefechten. Im Jahre 1967 gab es in Kanada 5.268 Stammesangehörige.



Mountain
Die Mountain sind ein Stamm der Athapasken Sprachfamilie, der in Alaska und im Bergland von British Columbia beheimatet war. Als Behausung diente das Doppelte Pultdach und ihre Hauptnahrung war der Elch und Karibus.



Naskapi
Die Naskapi waren der nordöstlichste Stamm der Algonkin-Sprachfamilie. Er lebte am St.-Lorenz-Strom bis nach Labrador hinein. Das Land der Naskapi war und ist auch noch heute unwirtschaftlich. Aus diesem Grunde haben sie vorwiegend die Annehmlichkeiten der Zivilisation kennengelernt, wie Gewehre, Stoffe, Werkzeuge, Fallen, praktische Gebrauchsgegenstände und den Alkohol. Ihre Feinde waren die Inuit im Norden und die Irokesen im Süden. Die Greueltaten der Irokesen werden heute noch erzählt. Sie leben auch heute noch in ihren angestammten Gebiet wie seit Jahrhunderten und genau noch so abgeschieden. Wegen des rauhen Klimas ist die Kindersterblichkeit verhältnismäßig hoch. Sie können aber trotzdem überleben, weil sie zäh und anpassungsfähig sind. Ihre Behausung war das Tipi und ihre Hauptnahrung war Großwild und Fisch. Die Naskapi gehören in ihrer Tradition zu dem wesentlich größeren Stamm der Montagnais. 284 Stammesangehörige lebten 1967 in Kanada.



Nipissing
Sie sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der nördlich der Großen Seen lebte. Als Wohnstätte verwendeten sie das Tipi und ihre Hauptnahrung war Wild.



Passamaquoddy
Sie sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der das Tipi als Behausung verwendete. Ihre Hauptnahrung waren Elche und Karibus. Die Passamaquoddy waren ebenfalls Mitglied der Abnaki-Konföderation. Diese Konföderation war mit den Franzosen verbündet und kämpfte gegen die Engländer. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts waren viele Passamaquoddy Katholiken geworden, was sie auch noch heute sind. Sie standen unter staatlichen Schutz im US-Bundesstaat Maine.



Penobscot
Sie sind ein größerer Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der auch noch heute in ihrem angestammten Jagdgründen lebt. Ihre Behausung war das Tipi und ernährten sich von der Jagd und bauten Mais an. Die Penobscot gehörten den Stammesbund der Abnaki an. Schon 1688 gab es in ihrem Stammesgebiet eine Missionsstation, die von Frankreich eingerichtet worden war. Die Penobscot erhielten nach der Revolution eine Reservation in Bangor im US-Bundesstaat Maine. Heute leben in dieser Reservation 1.500 Stammesangehörige.



Sekani
Die Sekani sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe, dessen Heimat das östliche Gebirge der Zentralregion in British Columbia war. Ihre Behausung war das Doppelte Pultdach oder das Tipi. Sie ernährten sich hauptsächlich von Karibus und Elchen.



Slave
Sie sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe, der am Great Slave-See im Mackenzie-Territorium wohnte. Die Slave verwendeten als Behausung das Doppelte Pultdach. Elch, Karibu und Fisch war ihre Hauptnahrung. Nach ihrem Namen ist auch der See nahe des Stammesgebietes benannt worden. 3.000 Personen wurden 1967 gezählt. Sie sind damit der drittgrößte Stamm der Subarktis nach den Chipewyan und Carrier.



Tagish
Die Tagish sind ein Volksstamm der Algonkin-Nadene-Sprachgruppe, dessen Heimat das Küstengebirge Alaskas und British Columbia war. Das Doppelte Pultdach war ihre Behausung und ernährten sich hauptsächlich von Fisch.



Tahitan
Die Tahitan sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe, dessen Heimat das Küstengebirge Alaskas und British Columbia war. Das Doppelte Pultdach war ihre Behausung und sie ernährten sich von Karibus und Elchen.



Tanaina
Sie sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe. Ihre Heimat war der Süden von Alaska. Sie bewohnten das Erdbedeckte Alaskahaus und ernährten sich von Elchen, Karibus und Fisch. Man sollte sie nicht mit den Tanana verwechseln, die ebenfalls in Alaska beheimatet sind.



Tanana
Sie sind ein Stamm der athapaskischen Sprachgruppe, der entlang des Yukon und Kuskokwin lebte. Ihre Behausung war das Erdbedeckte Alaskahaus. Neben Karibu und Elch ernährten sie sich auch von Fisch.



Tsetseu
Die Tsetseu sind ein Volksstamm der athapaskischen Sprachgruppe, der entlang des Yukon und angrenzenden Gebirge lebte. Ihre Behausung war das Doppelte Pultdach und ihre Nahrung waren hauptsächlich das Karibu und der Elch.



Tutchone
Sie sind ein Stamm der Athapasken-Sprachfamilie, der im Küstengebirge von Alaska und British Columbia beheimatet war. Als Wohnstätte kam das Doppelte Pultdach zum Einsatz und als Hauptnahrung wurde das Karibu und der Elch gejagt. Diese Speisen wurden durch Fisch noch ergänzt.



Yellowknife
Die Yellowknife sind ein Volksstamm der athapaskischen Sprachfamilie, der südlich des Great Slave-See im Mackenzie-Territoruim beheimatet war. Als Wohnstätte diente das Tipi und sie ernährten sich hauptsächlich von Elch und Karibu. 466 Stammesangehörige wurden 1967 in Kanada registriert

Stämme des Südwestens im Kulturareal
 
Im Osten von Kalifornien und im Süden des Großen Beckens schließt sich ein Gebiet an, was als der Südwesten bezeichnet wird. Hier lebten Menschen, die bereits vor dem Eindringen der Weißen zu etwa 90 Prozent aller Indianer ihre Hauptnahrung durch Bodenbau selbst produzierten. Diese indianischen Gruppen lebten natürlich in größeren Gruppen zusammen, während Jäger in kleinen Gruppen über große Gebiete verstreut lebten. Als Pflanzgerät verwendeten sie angespitzte Grab- und Wühlstöcke. Die Hauptanbaupflanze war der Mais.

Auf den spärlich bewachsenen und den oft schon wüstenartigen Hochebenen New Mexikos, Arizonas, den südlichen Utah und Colorado zeugen gut erhaltene Ruinenstätten für eine über 2000 Jahre dauernde indianische Geschichte.  Erste Funde menschlichen Lebens reichen bis ins siebente Jahrtausend v. u. Z. zurück. Im Gebiet des Südwestens lebten etwa 100 Jahre nach der Zeitrechnung Jäger, die Körbe herstellten in der Spiralwulsttechnik (auch als Korbflechter bezeichnet). Ihrer Kultur folgten die "Cliff-dwellers", benannt nach ihren Steinhäusern unter überhängenden Felswänden der Canons. Sie betrieben bereits Ackerbau und stellten bemalte Tongefäße her. Aus der "Cliff-dwellers"-Kultur entstand die Pueblokultur, deren Blütezeit zwischen 900 bis 1300 lag.

Info: Pueblo ist kein Name eines Indianerstammes, sondern bezeichnet die eigentümliche Siedlungsform der hier wohnenden Indianer. Pueblo bedeutet im Spanischen »Dorf« oder »Volk«. Ähnlich wie Bienenwaben sind ihre Häuser anein- und aufeinander gefügt worden (mehrere terrassenförmig angeordnete, kastenartige Wohnräume). Pueblos werden auch als "Einhausdörfer" bezeichnet. Die Dächer wurden mit Baumstämmen gedeckt, auf denen Zweige und Gras gelegt wurde und mit einer darauf abschließenden Lehmschicht bedeckt. Als Baumaterial verwendete man Steinplatten oder Adobe - ein ungebrannter Ton. Der Zutritt erfolgte mit Leitern über im Dach eingelassene Einstiegsluken.

Bis heute lebt diese Kultur in bescheidenem Umfang fort. Die Zuni, die Keres, die Tano und die schoschonischen Hopi sind Vertreter dieser Kultur.
Die Bauform dieser Wohnstätten war als Vorsichtsmaßnahme notwendig, um die Überfälle früher häufig einfallender Apachen zu verhindern.
Auch die Pueblo-Indianer betrieben Ackerbau, wobei der Mais als Hauptnahrungsmittel die größte Rolle spielte. Es wurden ferner Bohnen, Kürbisse, Baumwolle und Tabak kultiviert. Die Felder waren in Terrassenform angelegt und mußten über Wasserkanäle, die mit Staudämmen verbunden waren, bewässert werden. Die Männer bearbeiteten die Felder mit hölzernen Grabstöcken, die Frauen machten die Aussaat. Bereichert wurde die Nahrung durch auf Sandsteinplatten zermahlene Maiskörner, die zu Fladen gebacken wurden oder als gekochte Speise. Die Jagd spielte eine untergeordnete Rolle, welche mit Pfeil und Bogen oder mit dem Rabbitstick (bumerangähnliche Wurfkeule) unternommen wurde.

Aus Gras, Fasern und geschälten Weidenzweigen wurden Körbe, Teller und andere Gegenstände in der Spiralwulsttechnik kunstvoll hergestellt, die oft rot, grün oder blau gefärbt waren.  Auch das Töpferhandwerk wurde fortgeführt und weiterentwickelt. Es wurden Töpfe, Schalen und Figurengefäße, die mit braunen, schwarzen und gelben geometrischen und tierischen Ornamenten verziert waren, gefertigt. Eine Sonderstellung nahmen die korb- und krugartigen Tongefäße der Tewa ein. Sie waren tiefschwarz und glänzend poliert auf der Oberfläche. Die Webkunst war auch beachtenswert. Auf vertikalen oder horizontalen Webrahmen fertigten sie buntgefärbte und gemusterte Decken, Lendenschurze, Gurte und Schärpen.
Im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben der Pueblo-Indianer war die Dorfgemeinschaft bestimmend. Die blutverwandtschaftlich organisierten Totemclans und Männerbünde nehmen jedoch Einfluß darauf.

Bei den Pueblo-Indianern waren die religiösen Vorstellungen eng mit dem Ackerbau verbunden. Vor allem der Regenzauber und die Fruchbarkeitszeremonien besaßen unter den kultischen Handlungen große Bedeutung. Es wurden Maskentänze abgehalten, bei denen Katcinas - Ahnen und Totengeister - auftraten, die das Wachstum und die Reife des Maises positiv beeinflussen sollten. Es wurde während der Jugendweihe von den Maskentänzern Katcina-Puppen an die Weihlinge verteilt. In unterirdisch angelegten Räumen, den Kivas, wurden geheimgehaltene Zeremonien abgehalten. Auf dem Fußboden der Kivas waren ihre berühmten vielfarbigen Sandgemälde mit symbolischen Figuren von Gottheiten und anderen mit der abzuhaltenden Zeremonie in Verbindung stehenden Kräfte dargestellt.


Apachen (auch Apatschen) wie auch Navaho sind die am weitesten nach Süden vorgedrungenen Stämme der Athapasken-Sprachfamilie.
Die Apachen kamen durch schweifende Jäger sehr früh in den Besitz von Pferden. Der Teil der Apachen, die Nachbarn der Kiowa und Comanchen (Komantschen) waren, gingen sehr zeitig zum Präriejägertum über und beschäftigen sich ausschließlich mit der Büffeljagd. Auf diese Weise kam es zu Veränderungen in der materiellen Kultur. Ihre kuppelförmigen Grashütten wurden durch das Tipi ersetzt. Die Kleidung der Männer bestand aus hirschledernen, ponchoartigen Jacken und Hemden oder echten Ponchos. Die Frauen trugen einteilige Kleider oder Lederponchos und Röcke. Mokassins und lederne Beinkleider wurden aus einem Stück gefertigt. Die Apachen waren geschickte Korbflechter. Sie stellten Körbe und Korbwasserflaschen her.
 Ihre Jagd- und Kriegswaffen bestanden aus Pfeil und Bogen (asiatische Doppelbögen), Keulen, Schilde und Lassos. Sie glaubten an die Heiligkeit der Jagdtiere.
Die Navaho (»Feinde der angebauten Felder«), wie sie von den Bodenbauern genannt wurden, waren um 1540 als die Pueblo-Indianer nach der Coronado-Expedition in den Besitz von Ziegen und Schafen so begeistert von diesen Tieren, dass sie seßhaft wurden und mit der Schafzucht begannen. Als sich die Pueblo-Indianer im Jahre 1680 gegen die Spanier erhoben, wurden zahlreiche Pueblos von den Navaho als Flüchtlinge aufgenommen. Man heiratete die Frauen der Pueblo und beschäftigte sich fortan mit der Pflanzenanzucht. Die Navaho übernahmen das Zeremonialleben, die poetisch herrlichen Gesänge und ehrten nach Art der Pueblo den Mais und wurden 600 zu Webern. Sie fertigten aus Schafwolle farbenprächtige Decken an und verstanden kunstvollen Silber- und Türkisschmuck herzustellen. Die Navaho bewohnen aber weiterhin ihre Erdhütten - die sogenannten Hogans. Im Kult der Navaho spielten Sandgemälde eine wichtige Rolle. Sie übertrafen bei deren Herstellung sogar die Pueblo-Indianer. Mit ihrer Teppichwebkunst und ihrem Schmuck schaffen die heute noch rund 70.000 lebenden Navaho die Werte für ihre wirtschaftliche Sicherheit.

Die rund 19.000 heute noch lebenden Pueblo-Indianer sind trotz des jahrhundertedauerten Einflusses des Christentum ihren alten Traditionen treu geblieben. Auch die Schulen haben sie kaum verändert. Von der Regierung wurden ihnen Wasserstellen und Weideplätze gewährt. Sie erhalten eine Ausbildung in ihren Künsten und blieben bis heute ihrer traditionsgebundenen Lebensweise treu. - Ursprünglich bildeten die Navaho und Apachen einen Stamm.


Weiter südlich der Pueblo-Indianer leben heute noch die Ahnen der Hohokam-Kultur - die Pima und Papago. Ihre Wurzeln reichen bis zu den Wildsamenleuten von Cochise zurück. Sie beherrschten die Kunst des Kanalbaus. Beide Stämme der uto-aztekischen Sprachfamilie stehen der modernen Entwicklung positiv gegenüber und sind dabei sich aus den engen Familienbanden zu lösen und erobern so die völlige Gleichberechtigung im Südwesten.
 
 
 
 
Pueblo-Indianer
Acoma | Anasazi | Hopi | Jemez | Keres | Nambe | Piro | Sia | Tana | Tano | Taos | Tewa | Zuni 

Stämmen des Südwestens:    Apachen | Hopi | Navaho | Papago | Yuma 

Nicht-Pueblostämmen des Südwestens:
Halchidhoma | Havasupai | Kavelchadom | Kohuana | Maricopa | Mohave | Pima | Walapai | Yaqui | Yavapai

Acoma
Die Acoma sind ein Volksstamm vom Zweig der Tano, der der uto-aztekischen Sprachfamilie angehört. Sie bewohnten die Pueblo-Siedlung Kuchtya(?).



Anasazi
Sie sind ein Stamm der uto-aztekischen Sprachfamilie vom Zweig der Tano. Die Anasazi waren in den Pueblo-Städten Analco und Wupatki beheimatet.




Jemez
Die Jemez sind ein Stamm der uto-aztekischen Sprachfamilie vom Zweig der Tano. Sie waren in den Pueblo-Städten Jemez, Kiowa, Pecos und Setokwa beheimatet.



Keres
Die Keres (oder Keresan) sind ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie vom Zweig der Keres, die in Pueblos wohnten und Mais anbauten. Sie wohnten in mehreren Dörfern zwischen dem Rio des Ios Frijoles und dem Rio Jemez in New Mexico und am Rio Grande. Ihr Dialekt war ähnlich dem der Sia-Pueblo-Indianer.



Nambe
Sie sind ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie vom Zweig der Tano. Sie lebten in den Pueblo-Städte Hano oder Nambeo, Kaayu, Keguayo, Kopiwari, Nambe und Tesuque.



Piro
Die Piro sind ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie und sind ein Zweig der Tano. Ihre Heimat waren die Pueblo-Städte Dhiu und Socorra.



Sia
Sie sind ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie und sind ein Zweig der Sia. Ihre Heimat war die Pueblo-Siedlung Kohasaya.



Tana
Die Tana sind ein Stamm der uto-aztekischen Sprachfamilie vom Zweig der Tano. Sie lebten in der Pueblo-Siedlung Galisto.



Tano
Sie sind ebenfalls ein Volk der uto-aztekischen Sprachfamilie. Die Tano sind ein Zweig der Tano und waren in der Pueblo-Siedlung Kipuna beheimatet.



Taos
Die Taos sind auch ein Stamm der uto-aztekischen Sprachfamilie vom Zweig der Tano. Sie siedelten in der Pueblo-Siedlung Mojualuna.



Tewa
Sie waren ein großer Volksstamm der Tano aus der uto-aztekischen Sprachfamilie. Er lebte im Südwesten New Mexicos. Sie wurden auch als Mokassin-Leute bezeichnet. Die Tewa wurden bekannt durch ihren Krieg mit den Spaniern im Jahre 1692. Der oberste Kriegshäuptling und Priester Popé vertrieb sie mit seinen verwandten Stamm der Pueblo bis nach El Paso am Rio Grande. Wegen vermehrter Überfälle der Ute und Apachen mußte er den Krieg aufgeben. Damit scheiterte sein groß angelegter Befreiungsplan.



Zuni
Sie sind ein Stamm vom Zweig der Shoshone der uto-aztekischen Sprachfamilie und lebten im Zuni River Valley im heutigen Bundesstaat New Mexico. Sie bewohnten mehrere Pueblo-Dörfer.
 


Die Apache
Die Apachen (auch Apatschen) nennen sich selbst Dinneh, Tinneh oder Inde (je nach Dialekt). In der Pima-Sprache bedeutet Apache = Feinde. Sie sind ein Volk der südlichen athapaskischen Sprachgruppe der Déné-Sprachfamilie. Ihnen gehören die Aravapais, die Chiricahuas, die Cocoteros, die Gilenos, die Jicarillas, die Kiowas, die Lipans, die Mescaleros, die Mimbrenos, die Mogollons, die Pinalenos und die Tontos an.

Ihr Lebensraum waren hauptsächlich die Wüsten- und Steppengebiete der Staaten Arizona, New Mexico und Texas. Sie sind die Indianer die sich von allen anderen Wüsten-Indianerstämmen Nordamerikas am besten anpaßten. Sie waren sogar in der Lage, dort zu existieren, wo Wüstentiere kaum eine Chance hatten. Wenn sie verfolgt wurden, zogen sie sich in die nördlichen Berge von Sonora und Chihuahua zurück. Einst lebten sie jenseits des oberen Rio Grande del Norte. Es war ein Land, wo sich Wüsten, Halbwüsten und Oasen abwechselten. Zahlreiche Apachen bewohnten den Quellfluß des Gila River und den Gila River selbst. Sie lebten auch in der unzugänglichen Sierra Madre, was für die Apachen das Kerngebiet ihrer Heimat war. Das Hochland der Sierra Madre besaß einen großen Wildbestand an Hirschen, Pekaris (Nabelschweine) und vielerlei Kleinwild.

Die Apachen waren im Südwesten das zahlreichste Volk. Um 1840 wurden sie noch auf 15.000 Personen geschätzt. Die Zahl der Stammesangehörigen hatte sich aber 1906 auf 6.000 reduziert. Die Apachen wurden durch die Ausbreitung der Weißen immer weiter nach Westen in die Steppen zurückgedrängt.

1598 beklagten sich die ersten spanischen Kolonialherren über die zahlreichen Überfälle der Apachen. Die Feinde der Apachen waren die Cheyenne, Comanchen und Teton-Dakota. Die gefährlichsten Feinde aber waren die Mexikaner, die für Apachen-Skalpe eine Kopfprärie zahlten. Ein Männerskalp brachte 100, ein Skalp einer Frau 50 und eines Kindes 25 Dollar ein. Dabei hatten die Apachen kein Interesse am Skalpieren.

Im Sommer des Jahres 1837 gingen auch Amerikaner auf Skalpjagd gegen die Apachen und damit begann eine erbitterte Feindschaft zwischen beiden. Die Apachen hatten die US-Amerikaner zuvor sehr geachtet.

Die Apachen waren Nomaden und wohnten in brusthohen Strauchhüttren - die man als Wickiups bezeichnet. Als der Wildbestand sich verringerte, stahlen sie Rinder, Schafe, Maultiere und sogar Pferde. Neben Fleisch verzerrten die Apachen auch Kürbisse, Bohnen des Mesquitestrauches und Beeren, in Zeiten der Not auch Eicheln. Die Apachen kannten keinen Kannibalismus.

 Die Apachen hatten eine kräftige, stämmige Figur und eine Körpergröße bis 170 Zentimeter. Ihre Hautfarbe war mittelbraun bis gelblich-braun, das schwarze Haar wurde offen getragen und hing bis zur Schulter. Das Haar wurde von einem Stirnband gehalten. Sie hatten breite Gesichter mit ausgeprägtem Mund und besaßen stark hervorstehende Backenknochen.

Die Apache-Frauen waren besonders grausam. Dies zeigten sie vor allem gegenüber Gefangenen, um sich für den Tod eines Angehörigen zu rächen. Vor der Ehe war Sex bei den Frauen ein schwerer Delikt. Wurde ein Mädchen erwischt, so wurde sie von ihrem Vater öffentlich ausgepeitscht, um andere ein abschreckendes Beispiel zu geben.

Neben der Jagd verlangte das Kriegshandwerk die meiste Energie. Die Frauen unterstützten ihre Männer deshalb beim Kriegstanz und bei den Kriegsvorbereitungen. Die Apachen-Krieger wurden schon frühest möglich für den Kampf trainiert. Dabei erreichten sie eine unglaubliche Zähigkeit und Widerstandskraft. Um einen jungen Burschen abzuhärten, wurde er mit einem Mund voll Wasser in heißester Sonne mehrere Meilen vom Dorf entfernt in die Wüste geschickt, um bei seiner Rückkehr das Wasser wieder auszuspucken. Auch im Kurzstreckenlauf erreichten die Apachen eine sagenhafte Geschwindigkeit. Sie waren sogar in der Lage auf längere Zeit hin Reiter einzuholen. In ihrer Ausbildung als Krieger lernten sie auch Pfeile, die auf sie abgeschossen wurden, auszuweichen. Als Waffen dienten ihnen neben Pfeil und Bogen, Lanzen, Dolchmesser auch der bekannte Schädelbrecher. Der Tomahawk wurde von den Wüstenbewohnern abgelehnt wie auch später das Schild, welches sich als nutzlos erwies gegen Feuerwaffen. Die Prärie-Stämme, wie die Lipan, Jicarilla und Kiowa-Apachen verwendeten den Tomahawk.

Sie zogen einzeln oder in kleinen Gruppen ohne Häuptling in den Krieg. Großangelegte Kriegszüge wurden von einem mächtigen Häuptling angeführt. Neben Beute wurden auch Gefangene auf ihren Kriegszügen gemacht. Das Pferd war ihnen bei Raubzügen unentbehrlich.

Die Apachen hatten eine demokratische Gesellschaftsordnung. Wenn ein Krieger besondere Fähigkeiten aufwies, konnte er Häuptling werden. Ein Knabe blieb solange bei der Mutter bis er Krieger war. Wurde ein Krieger während eines Kriegszuges getötet, so wurde sein Name nach der Rückkehr der Truppe noch ein öffentlich aufgerufen. Danach mußte sein Name vergessen werden.

Ehrbegriffe und Mannestugenden kannten die Apachen nicht. Sie griffen aus Hinterhalten an und bekämpften ihre Gegner mitleidlos auf jede Art. Apachen-Krieger gingen offenen Kämpfen aus dem Weg. Lieber griffen sie aus dem Hinterhalt an oder bevorzugten Überraschungsangriffe. Nicht nur Apachen-Frauen folterten auf grausamste Weise die Gefangenen auch die Krieger beherrschten bestialische Foltermethoden. Wenn sie bei Überfällen auf eine Übermacht stießen oder starker Widerstand entgegengebracht wurde, ließen sie blitzschnell vom Feind ab und zerstreuten sich in alle Himmelsrichtungen. Bevorzugt für den Rückzug war unwegsames Gelände. Sie trafen sich dann wieder an einem zuvor ausgemachten Ort.


Die Hopi
Das Wort »Hopi« ist abgeleitet vom Hopi-Wort »Hopitu shinumu« und bedeutet friedliche Leute. Sie sind ein Volksstamm vom Zweig der Shoshone der uto-aztekischen Sprachfamilie. Die Hopi werden der Gruppe der Pueblo-Indianer zugerechnet. Nach ihrer kulturellen Entwicklung waren sie ein hochkultiviertes Volk. Berühmt ist der legendäre Schlangentanz (siehe Teil 1 dieser Webseite - Sitten/Leben: Zeremonien).

Schon vor Entdeckung Amerikas durch Kolumbus lebten die Hopi in den Hochebenen des nordöstlichen Arizona und entwickelten die Ackerbaukultur. Sie legten mitten in der Wüste ein Bewässerungssystem an. Die Felder gehörten der Sippe, jede Familie bestellte die ihren zugeteilte Fläche. Die Abstammung bezog sich immer auf die Mutter. Sie war auch das Oberhaupt der Familie und der Familienbesitz war auch ihr. Alle Rituale, Masken und das Häuptlings- und Priesteramt wurden von der Sippe beaufsichtigt.

Ob Häuptling oder Priester, die Begriffe hatten bei den Hopi fast die gleiche Bedeutung. Der Häuptling (Mongwi) einer Siedlung führte hauptsächlich die religiösen Zeremonien durch. Der Häuptling stammte aus der Hauptlinie einer Sippe, dessen Oberhaupt die Sippenmutter, wird auch als Matrone bezeichnet, war. Sie besaß zwar keine formellen Rechte, aber jeder hörte auf ihren Rat. Ein Nachkomme von ihr wurde neuer Häuptling.

Eine Frau wurde von einem Mann aus einer anderen Sippe geheiratet. Zu ihrer Sippe gehörten dann auch seine Kinder. Der Mann lebte als Gast im Haus seiner Schwiegermutter und besaß nur eingeschränkte Erziehungsrechte der Söhne. Er lehrte sie in allen notwendigen Tätigkeiten, die ein Mann später wissen mußte, spielte mit ihnen, durfte sie aber nicht bestrafen, da er nicht der Sippe angehörte. Die Bestrafung übernahm der Bruder oder Oheim der Mutter als Sippenhaupt.

Für das Christentum hatten die Hopi wenig Interesse. Sie übernahmen aber alle angenehmen und nützlichen Dinge, lehnten die anderen aber ab. 150 lange Jahre konnten sie sich aber allen Versuchen der Spanier erwehren, dass man aus ihnen billige Arbeitskräfte machte. Gegen die kriegerischen Übergriffe der Spanier mit ihren verbündeten Zuni konnten sich die Hopi zur Wehr setzen und verteidigen somit ihre Freiheit.

Die Hopi wurden erst entdeckt als im Auftrag der US-Regierung im Keams Canyon eine Indianer-Agentur mit einer Missionskirche errichtet wurde. Die nun hier ankommenden Missionare der Mormonen, Methodisten, Presbyterianer und Baptisten hatten viel mehr Interesse an den Hopi als diese für deren Glauben. Jedoch nahmen die Hopi diese Prediger freundlich auf.

Die Hopi lebten in 25 Dörfern, in denen die typischen Pueblos errichtet waren. Heute leben noch etwa 4.200 Hopi (Zahlen siehe auch 1. Teil - Nordamerika/Geschichte/ 1900 bis heute).
 
Die Navaho - auch Navajo
Navaho (auch Navajo) ist der populäre Name der Yutagenne-Indianer, die der athapaskischen Dialektgruppe der Déné-Sprachfamilie angehören. Sie wurden wegen ihrer Verwandtschaft zu den Apachen von den Spaniern als Apaches de Nabujú genannt. Zur Vereinfachung wurde später das Wort Apache weggelassen. Die Navaho kamen vor 900 Jahren aus dem hohen Norden in den Südwesten. Hier besiedelten sie die halbwüstenartigen Gebiete der heutigen Bundesstaaten Arizona und New Mexico. Im Gegensatz zu anderen Wüstenstämmen, die als Nomaden lebten, wurden die Navaho seßhaft. Sie übernahmen den Ackerbau der südwestlichen Bauernkultur und bauten Mais, Obst und Gemüse an und betrieben Schafzucht. Von gefangenen Pueblo-Frauen, die ihre Sklaven waren, erlernten die Frauen der Navaho die Webkunst. Im Laufe der Zeit erlangten sie große Fertigkeiten auf diesem Gebiet und sind heute die hervorragendsten Weberinnen von Nordamerika. Von den Spaniern erlernten sie das Anfertigen von Silberschmuck. In diesem Handwerk wurden sie die besten Silberschmiede des Südwestens. Ebenfalls von den Pueblo-Indianern übernahmen sie die Sippenordnung mit Vorrangstellung der Mutter. Die Sippen- oder Clan-Mutter wurde aber nicht übernommen. Ihre Behausung war der Hogan, den jedes junge Ehepaar selbst erbaute. Zur Tradition der Navaho gehörte der Schwiegermutter-Tabu - Schwiegermutter und Gatte durften sich weder sprechen noch sehen. Ihre Kleidung glich der der Apachen und war aus Wildleder hergestellt. Später verwendeten sie ponchoähnliche Wollkleidung. Ihre Haare hingen lose über die Schulter, späten flochten sich Männer und Frauen auch Zöpfe.

Mit der Töpferei und der Korbflechterei beschäftigten sich die Navaho auch und waren so auf Handel mit anderen Stämmen nicht angewiesen. Statt sich mit dem Tausch von Waren zu befassen, wurden alle begehrenswerten Sachen durch Diebstahl und Raub erbeutet, was zu keinem Frieden führte. Nach dem Eindringen der Spanier waren die Navaho der zweiträuberischste Stamm der Region, nur die Apachen übertrafen sie noch. Als das Pferd bei den Navaho Einzug hielt, dehnten sie gefürchteten Raubzüge aus. Spanische Ansiedlungen und Pueblos waren ihre bevorzugten Ziele. Die gestohlenen Pferde, Maultiere und Schafe verwendeten sie für ihre Zucht. Da sich die Spanier zur Wehr setzten, kam es zu einem 200-jährigen Krieg.

Die Navaho lernten von den Spaniern den Sklavenhandel. Frauen und Kinder wurden von den Spanier wie auch von den Navaho in die Sklaverei verschleppt. Auch als ihr Gebiet an die Vereinigten Staaten fiel, überfielen die Navaho die Mexikaner und deren verbündete Indianer. Nach Überfällen der Mexikaner auf die Navaho wurden diese bestraft.

Manuelito wurde im Jahre 1855 bei den Navaho zum obersten Führer gewählt, der mit anderen Häuptlingen Verträge mit den Amerikanern abschloß, um angedrohte Vergeltungsaktionen abzuwenden. Als Weiße 1859 in ihr Stammesgebiet eindrangen, wurden sie von den Navaho überfallen. Die US-Armee verfolgte nun aber nicht die Schuldigen, sondern erschossen den gesamten Viehbestand der Navaho. Daraufhin kam es zum Krieg zwischen den Navaho unter Manuelito und den Amerikanern. Im Januar 1861 waren die Häuptlinge der Navaho bereit mit Colonel Canby zu verhandeln, um Frieden zu schließen. Diesen Frieden brauchten die Navaho dringend, da sie sich während des Krieges nicht um ihr neues Vieh aus Mexiko und den Ackerbau kümmern konnten. Auch Canby wollte Frieden, da seine Soldaten nicht in der Lage waren, die Navaho zu besiegen. Nach dem nun endlich Frieden herrschte, wurde Herrero Grande zum neuen Oberhäuptling gewählt.

Dieser Frieden dauerte aber nur wenige Monate. Als bei einem Pferderennen die Navaho durch Betrug um ihre Einsätze gebracht wurden, kam es erneut zum Krieg. Der US-Armee gelang es erneut nicht, den Frieden wieder herzustellen. General Carleton entsandte deshalb 1862 Colonel Kit Carson gegen die Navaho mit dem Befehl sie auszurotten, wenn sie sich nicht ergaben. Statt diesen Befehl auszuführen, heuerte er die Feinde der Navaho, die Ute als Scouts an. Als die Navaho nach mehreren Aufforderungen sich nicht ergaben, wurden ihre Felder und Gärten vernichtet. Die Pferde- und Maultierherden wurden gegen einer Zahlung von 20 Dollar pro Tier ins Fort Canby gebracht.
 
Ganze zwei Jahre benötigten Regierungsbeamte, um festzustellen, dass die Zustände wie auch das Klima im Bosque Redondo Reservat für die Navaho unerträglich waren. Krankheiten, wie die Blattern, Cholera, Pest und Lungenentzündung breiten sich aus, aber auch Unterernährung waren die Folge. Aus diesem Grund wurde am 01.06.1868 zwischen der USA und den Navaho ein neuer Friedensvertrag geschlossen, den die zwölf angesehensten Navaho-Häuptlinge unterzeichneten. Im Anschluß durften sie wieder in ihre alte Heimat zurückkehren, da von der kleinen Anzahl, die das Dahinsiechen überlebte, keine Gefahr mehr ausging.

Nach dem es Japanern im zweiten Weltkrieg gelungen war, den amerikanischen Geheimkodex zu entziffern, wurden Navaho-Funker eingesetzt, die die Nachrichten in ihrer Stammessprache weiter gaben. Die komplizierte Sprache der Navahen konnten die japanischen Kodeexperten nicht entschlüsseln. Die Navaho-Sprache hatte es den Sowjets angetan, fortan einen Sprachkurs an der Universität in Moskau einzurichten.

Heute leben ca. 100.000* Navaho und sind der zahlenmäßig stärkste Stamm der Vereinigten Staaten. Auf ihrem Stammesgebiet wurde Erdöl- und Uranvorkommen gefunden und durch den Fremdenverkehr wurden sie die reichsten Indianer des Landes. Der aus 72 Mitgliedern bestehende Stammesrat beschloß das Geld für Investitionen zu verwenden. Mit ihm sollen gewerbliche und industrielle Betriebe angesiedelt werden, der Straßenbau vorantrieben werden, die Wasserversorgung verbessern werden und Schulen und andere Ausbildungsstätten errichtet werden.

Acoma
Die Acoma sind ein Volksstamm vom Zweig der Tano, der der uto-aztekischen Sprachfamilie angehört. Sie bewohnten die Pueblo-Siedlung Kuchtya(?).



Anasazi
Sie sind ein Stamm der uto-aztekischen Sprachfamilie vom Zweig der Tano. Die Anasazi waren in den Pueblo-Städten Analco und Wupatki beheimatet.



Jemez
Die Jemez sind ein Stamm der uto-aztekischen Sprachfamilie vom Zweig der Tano. Sie waren in den Pueblo-Städten Jemez, Kiowa, Pecos und Setokwa beheimatet.



Keres
Die Keres (oder Keresan) sind ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie vom Zweig der Keres, die in Pueblos wohnten und Mais anbauten. Sie wohnten in mehreren Dörfern zwischen dem Rio des Ios Frijoles und dem Rio Jemez in New Mexico und am Rio Grande. Ihr Dialekt war ähnlich dem der Sia-Pueblo-Indianer.



Nambe
Sie sind ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie vom Zweig der Tano. Sie lebten in den Pueblo-Städte Hano oder Nambeo, Kaayu, Keguayo, Kopiwari, Nambe und Tesuque.



Piro
Die Piro sind ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie und sind ein Zweig der Tano. Ihre Heimat waren die Pueblo-Städte Dhiu und Socorra.



Sia
Sie sind ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie und sind ein Zweig der Sia. Ihre Heimat war die Pueblo-Siedlung Kohasaya.



Tana
Die Tana sind ein Stamm der uto-aztekischen Sprachfamilie vom Zweig der Tano. Sie lebten in der Pueblo-Siedlung Galisto.



Tano
Sie sind ebenfalls ein Volk der uto-aztekischen Sprachfamilie. Die Tano sind ein Zweig der Tano und waren in der Pueblo-Siedlung Kipuna beheimatet.



Taos
Die Taos sind auch ein Stamm der uto-aztekischen Sprachfamilie vom Zweig der Tano. Sie siedelten in der Pueblo-Siedlung Mojualuna.



Tewa
Sie waren ein großer Volksstamm der Tano aus der uto-aztekischen Sprachfamilie. Er lebte im Südwesten New Mexicos. Sie wurden auch als Mokassin-Leute bezeichnet. Die Tewa wurden bekannt durch ihren Krieg mit den Spaniern im Jahre 1692. Der oberste Kriegshäuptling und Priester Popé vertrieb sie mit seinen verwandten Stamm der Pueblo bis nach El Paso am Rio Grande. Wegen vermehrter Überfälle der Ute und Apachen mußte er den Krieg aufgeben. Damit scheiterte sein groß angelegter Befreiungsplan.



Zuni
Sie sind ein Stamm vom Zweig der Shoshone der uto-aztekischen Sprachfamilie und lebten im Zuni River Valley im heutigen Bundesstaat New Mexico. Sie bewohnten mehrere Pueblo-Dörfer.

Stämme des Südosten

Der Südosten, der heute etwa den Südstaaten der USA entspricht, war das Gebiet vorwiegend seßhafter Maisbauern, die in ihrer Mehrzahl der Muskhogee-Sprachfamilie angehörten. Hier brachen die Spanien bereits im 16. Jahrhundert ein Volkreichen und zum Teil befestigten Dörfer im heutigen Alabama und Georgia wurden vom mächtigen Stammesbund der Creek bewohnt. 1813/14 wurden sie von amerikanischen Truppen unter General Jackson besiegt. Der Krieg und 1836/38 ausgeführte Deportation nach Oklahoma ließ sie von 30.000 auf 10.000 zusammenschmelzen.

 Ein Teil der Creek, die Seminolen, rettete sich in die Sümpfe des südlichen Florida und vereinigte sich, wie es auch an der Ostküste geschehen war, mit entkommenen Negersklaven aus dem Süden. Der Held der Seminolen war der Häuptling Osceola, gegen den von 1835 an sieben Generäle acht Jahre lang Krieg führten, bis er durch Verrat überwältigt wurde.
Andere Stämme dieses mit spürbaren mexikanischen Einflüssen durchdrungenen Landes der hochorganisierten Maisbauern machten verzweifelte Versuche einer Anpassung an die Europäer (so gab sich der volkreiche Stamm der irokesischsprachigen Cherokee, der bereits 1785 von amerikanischen Truppen besiegt worden war, eine Verfassung nach dem Muster der USA, und der Häuptling Sequoya erfand ein Alphabet seiner Sprache), aber sie wurden 1838 auf leidvolle Art nach Oklahoma verpflanzt, wo noch heute 12.000 Überlebende der "fünf zivilisierten Stämme" (Creek, Chickasaw, Choctaw, Cherokee und Seminolen) leben. Zur Vogeljagd benutzten die Cherokee und Choctaw Blasrohre.

Im Südosten aber gab es die höchstorganisierten sozialen Gebilde Nordamerikas. Hier war es zu Staatenbildungen gekommen, mit dem Reich der Natchez am unteren Mississippi als erstaunlichstem Beispiel. Bei diesem Mushogeestämm wohnten zu Ende des 17. Jahrhundert 3.500 Natchez in vierhundert Häusern, beherrscht von einem Oberhäuptling, der den Namen Große Sonne trug. Es gab verschiedene soziale Schichten mit entsprechenden Reichtumsunterschieden: der Stammesadel, die Krieger, die übrigen Stammesangehörigen und die zu Sklaven erklärten Kriegsgefangene sozial streng voneinander getrennt. Es gab:
genaue Heiratsvorschriften,
Tempel mit den mumifizierten Leichen früherer Häuptlinge,
eine Priesterhierarchie und dramatische Zeremonien (so wurden beim Tode einer Großen Sonne Frauen und Diener durch Erdrosseln geopfert) und
Tänze und Propheten.
Wirtschaftsbasis des Ganzen war der Mais, ergänzt durch die Jagd und dem Sammeln von Wildpflanzen. Die Franzosen rotteten sie aus, und seit 1732 sind die Natchez aus der Geschichte verschwunden.


Indianer-Stämme des Südosten
Alabama | Alis | Apalachee | Atakapa | Avoyelles | Biloxi | Calusa | Catawba | Chakchiuma | Chaouacha | Chatot | Chesapeake | Chicora | Chitimacha | Cusabo | Grigras | Guate | Hitchiti | Houma | Key | Koasati | Lumbee | Mobile | Moctobi | Nottaway | Ofo | Pamlico | Pamunkey | Potomac | Powhatan | Saponi | Taensa | Tekesta | Timucua | Tocobaga | Tohome | Tunika | Tuskogee | Tutelo | Yamassee | Yuchi 
Folgenden Stämmen des Südostens werden separat behandelt:
Cherokee | Chickasaw | Choctaw | Creek | Natchez | Seminolen

Die Alabama

Sie sind ein Stamm der Muskhogee-Sprachfamilie, welcher im nördlichen Florida an der Golfküste beheimatet war. Ihre Sprache war der der Koasati sehr ähnlich, was vermuten läßt, dass es sich um zwei Dialekte einer Sprache handelt. 1704 gab es weniger als 1.000 Stammesangehörige; nach 1763 hatten sich einige den Creek und Seminolen angeschlossen, andere und das war die Mehrzahl sind mit den Koasati nach Texas gewandert. 1910 gab es noch 300 Alabama.



Alis (auch Ais)
Die Alis sind ein Stamm der Muskogee-Alis-Sprachgruppe, der im östlichen Florida lebte. Ihre Behausung war die Strohhütte und als Hauptnahrung diente Fisch und Mais. Um 1650 bestand der Stamm aus 1.000 Mitgliedern. Bereits im 18. Jahrhundert war dieser kleine Stamm ausgestorben.



Apalachee
Sie sind ein Volksstamm der Muskhogee-Sprachfamilie. Ihr Name bedeutet gleich Volk der anderen Seite (Hitchiti) oder vom Wort »apelachi« der Choctaw-Sprache, was Helfer bedeutet. Ihre Heimat war der Norden von Florida und ihre Nachbarn waren die Alabama an der Golfküste. Um das Jahr 1650 hatte der Stamm 7.000 Personen. Er vermischte sich später mit den Creek und mit weißen Amerikanern.



Atakapa
Die Atakapa sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der an der Küste von Texas und Louisiana wohnte. Als Behausung verwendeten sie die Strohhütte und ihre Nahrung bestand hauptsächlich aus Fisch.



Avoyelles
Avoyelles bedeutet Viper. Sie sind ein Volksstamm der Caddo-Sprachfamilie, der in Dörfern am Red River in Louisiana beheimatet war. In das Gebiet der Avoyelles drangen die Biloxi ein und dezimierten sie in einem jahrelangem Vernichtungskrieg bis fast zur vollständigen Ausrottung. Die letzten Überlebenden wurden bis 1805 durch eingeschleppte Krankheiten der Weißen vernichtet.



Biloxi
Sie sind ein Außenseiterstamm der Sioux-Sprachfamilie. Die Biloxi lebten im heutigen Bundesstaat Mississippi am Golf von Mexiko. Um das Jahr 1650 betrug ihre Zahl noch etwa 1.000 Mitglieder.



Calusa
Die Stamm der Calusa war im südlichen Florida beheimatet. Sie waren es, die 1513 den spanischen Eroberer Ponce de Leon mit 80 Kanus angriffen und ihn mit seinen Begleiter zum Rückzug zwangen. Sie besaßen reiche Goldvorkommen, die sie aus spanischer Wracks geborgen hatten. Die Calusa opferten Menschen und töteten jeden Gefangenen. Unter ihnen war der Kannibalismus weitverbreitet, Ackerbau betrieben sie jedoch nicht. Sie waren durch ein Häuptlingtum organisiert mit einer Bevölkerungszahl von 10.000 Personen in den sechziger Jahren des 16. Jahrhunderts. Um 1750 war der Stamm ausgerottet. Von der Sprache ist so wenig bekannt, dass sie keiner Sprachfamilie zugeordnet werden konnte.



Catawba
Die Catawba waren ein isolierter Stamm der Sioux-Sprachfamilie. Seine Heimat war der heutige Bundesstaat der USA South Carolina. Sie lebten im ständigen Kampf mit den Cherokee, einem mächtigen Irokesen-Stamm. Die Sprache Catawba, eine Sprache der Sioux-Sprache, ist bis ins 20. Jahrhundert erhalten geblieben.



Chakchiuma
Die Chakchiuma waren ein kleiner Stamm, der entweder Muskugee oder Choctaw sprach. Heute ist der Stamm ausgestorben.



Chaouacha
Die Chaouacha waren ein kleiner Stamm der Frühzeit, der oberhalb des heutigen New Orleans lebte. Nach der Ausrottung der Natchez im Natchez-Massaker erhielten die Chaouacha französischen Einfluß. Obwohl sie auf Seiten der Franzosen standen, schickten die Franzosen gegen sie eine Negersklaven-Armee, damit sich beide Parteien gegenseitig dezimieren. Die Chaouacha wurden in diesem Kampf fast ausgerottet.



Chatot
Sie waren ein kleiner Stamm, der wahrscheinlich die Muskugee-Sprache verwendete. Die Creek vertrieben die Chatot erst nach Mobile und von dort dann nach Louisiana. Im Indianerterritorium Oklahoma schlossen sie sich wahrscheinlich den Choctaw an.



Chesapeake
Sie sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der dem mächtigen Powhatan-Bund angehörte. Ihre Heimat war die Atlantikküste. Sie wurden 1625 von den Engländern wegen der Beteiligung am Powhatan-Krieg gegen die Kolonie Jamestown ausgerottet. Einige Nachkommen von ihnen leben heute in Virginia.



Chicora
Sie sind ein Indianerstamm der an der Küste von North und South Carolina beheimatet war und im Jahre 1521 von den Spaniern entdeckt wurde. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurden sie von englischen Sklavenhändlern vollstäundig ausgerottet.



Chitimacha
Die Chitimacha waren ein Stamm der großen Sioux-Sprachfamilie. Seine Heimat war der südliche Teil des heutigen Louisiana. Die nächsten Verwandten der Chitimacha waren die Houma. Um das Jahr 1700 waren es noch etwa 4.000 Stammesmitglieder, die bis 1930 unter 100 sanken.



Cusabo
Die Cusabo waren ein kleiner Volksstamm, der 1735 bei einer Zählung 535 Stammesangehörige hatte. Heute ist dieser Stamm ausgestorben. Welche Sprache er verwendete, ist nicht bekannt.



Grigras
Sie waren ein kleiner Stamm, der 1720 in der Natchez-Konföderation aufging.



Guate
Sie waren ein Stamm der Muskhogee-Sprachfamilie, der im heutigen US-Staat Georgia lebte. Ihre Behausung war die Strohhütte und ihre Hauptnahrung war der Mais.



Hitchiti
Sie sind ein Stamm der Muskhogee-Sprachfamilie, der im US-Staat Georgia lebte. Ihre Wohnstätte war die Strohhütte und als Hauptnahrung bauten sie Mais an. Ihre Name stammt von den Creek-Wort »ahit'chita = Sieh'den Strom hinauf« ab. Sie waren mit den Creek trotz sprachlicher Unterschiede verwandt. Den Hitchiti wie den Creek ereilte das gleiche Schicksal: Sie wurden im gleichen Jahr in das Indianerterritorium umgesiedelt. Um das Jahr 1832 gab es im Gebiet von Georgia und Nordflorida neun Hitchiti-Städte mit 2.036 Stammesangehörigen. Im Indianerterritorium ging der Stamm der Hitchiti allmählich im Stamm der Creek auf. Drei Hitchiti sprechende Männer Samuel Checote, Legus Perryman und Plesant Porter dienten im 19. Jahrhundert als Oberhäuptlinge der Creek. 1891 wurden noch 182 Hitchiti in gleichnamiger Stadt registriert.



Houma
Sie waren ein Stamm der großen Sioux-Sprachfamilie. Seine Heimat war im Süden von Louisiana. Die nächsten Verwandten der Houma waren die Chitimacha. Ihre Anzahl an Stammesmitgliedern betrug um das Jahr 1700 etwa 600 bis 700. 1930 waren es noch genau soviele.



Key
Die Key sind ein kleiner Stamm, der auf Florida Keys lebte. Sie waren von ihren Nachbarn politisch unabhängig gewesen. Ihre Sprache ist nicht bekannt. Als im Jahre 1763 die spanische Vorherschaft in Florida endete, war der Stamm bereits ausgestorben.



Koasati
Die Koasati sind ein Volksstamm der Muskhogee-Sprachfamilie. Ihr Stammesgebiet lag zwischen den stammesverwandten Oberen und Unteren Creek. Die Lebensweise, Sitten und Bräuche glich denen der Creek. 1750 lebten etwa 250 Stammesangehörige, 1910 noch 100.



Lumbee
Die Lumbee sind ein Volksstamm der Sioux-Sprachfamilie, der im heutigen US-Bundesstaat North Carolina beheimatet war. Der Stamm hat seinen Namen vom Fluß Lumber erhalten. Ihre Wohnstätte war das Langhaus und ihre Hauptnahrungsquelle war der Mais. Die Lumbee sind heute der größte Stamm des Südostens. Bei einer Registrierung im Jahre 1970 wurden 30.000 Stammesangehörige gezählt.



Mobile
Die Mobile sind ein kleiner Volksstamm, der wahrscheinlich eine Variante der Choctaw-Sprache gesprochen hat.



Moctobi
Sie waren ein kleiner Stamm, der der Sioux-Sprachfamilie angehörte. Ihre Heimat war die Küste des Golfes von Mexiko im heutigen US-Bundesstaat Mississippi. Eine Pockenepidemie im Jahre 1700 löschte den Volksstamm fast völlig aus.



Nottaway
Sie sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in den US-Bundesstaaten Virginia und North Carolina wohnte. Als Behausung verwendeten sie das Langhaus und ernährten sich durch den Anbau von Mais.



Ofo
Die Ofo sind ein Volksstamm, der eine Sioux-Sprache verwendet hat. Sie wurden von den Irokesen aus dem Ohio-Gebiet südwärts vertrieben.



Pamlico
Sie sind ein kleiner Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in den US-Bundesstaat North Carolina im heutigen Beauty County lebte. Im Jahre 1696 wurde der Stamm auf mehr als die Hälfte seiner ehemaligen Stammesmitglieder durch eine Blatternepidemie dezimiert. Im Jahre 1711 war der Stamm ausgerottet.



Pamunkey
(Grenzgebiet zwischen dem nordöstlichen und südöstlichen Kulturareal). Die Pamunkey sind ein Volksstamm der großen Algonkin-Sprachfamilie, der in Virginia beheimatet war. Er gehörte zum Powhatan-Bund und gilt heute als ausgerottet. Es sollen aber Abkömmlinge dieses Stammes noch in Virginia leben.



Potomac
(Grenzgebiet zwischen dem nordöstlichen und südöstlichen Kulturareal). Sie waren ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie und angehörten dem mächtigen Powhatan-Bund an. Potomac = Etwas-das-gebracht-wird - hatten ihre Hauptstadt am Potomac River, wo verschiedene Stämme zu vereinbarten Zeiten ihren Tribut zu zahlen hatten. Im Jahre 1625 wurde der Stamm von englischen Kolonisten ausgerottet als sie sich am Powhatan-Krieg gegen die englische Provinz Jamestown beteiligten. Ihre Lebensweise glich den Powhatan.



Powhatan (Wahunsonacock)              
Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie und lebten an der Atlantikküste. Im Jahre 1607 trafen die ersten englischen Kolonisten in Virginia ein. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Stamm etwa 8.000 Mitglieder. Nach dem Tod des legendären Oberhäuptlings Wahunsonacock versuchten die Powhatan die weißen Siedler zu vertreiben, mußten aber eine vernichtende Niederlage über sich ergehen lassen. Ihre Anzahl wurde auf weniger als 1.000 Leute dezimiert. Sie lebten in Dörfern mit Palisadenzaun und errichteten Häuser mit geflochtenem Dach. Sie waren hochgewachsen und bedeckten ihren Kopf mit reichen Schmuck. Krieger, Häuptlinge wie auch ihre Schamanen trugen Haarkammfrisuren auf einem kahlgeschorenen Kopf (sogenannter Irokesenschnitt). Die Landschaft war reich an Früchten, lieferte im Üermaß Fleisch und Fisch und am Strand wuchs zudem wildwachsender Wein. Ihre gutangelegten Gärten bewässerten sie.



Saponi
Sie sind ein Volksstamm der Sioux-Sprachfamilie, der in Nord-Carolina und Virginia beheimatet war. Nach dem Jahre 1780 wurde der Stamm durch Seuchen ausgerottet.



Taensa
Die Taensa sind ein Stamm der Muskhogee-Sprachfamilie, der seine Dörfer auf beiden Seiten des Unterlaufes des Mississipi hatten. Sie waren ein hochentwickeltes Volk, wie es auch ihre Nachbarn die Natchez waren. Das Volk wurde von mächtigen Häuptlingen regiert. Sie trieben Ackerbau und besaßen einen strengen Sonnenkult. Die Taensa hatten die gleiche Lebensweise und Gesellschaftsordnung wie die Natchez. Auch sie wurden von den Franzosen ausgerottet.



Tekesta
Sie sind ein kleiner Volksstamm, der nahe Miami wohnte. Die Tekesta betrieben keinen Ackerbau. Bereits im 18. Jahrhundert ist der Stamm ausgestorben. Welche Sprache sie verwendeten, ist nicht bekannt.



Timucua
Die Timucua sind ein Stamm der Muskhogee-Sprachfamilie. Sie lebten in Florida und besaßen die gleiche Lebensweise sowie Gesellschaftsordnung wie die Natchez und Taenza. Sie wurden von einem Oberhäuptling regiert. Die Timucua hatten dem ständigen Vordringen der wei%szlig;en Eindringlinge nichts entgegenzusetzen und sind heute ausgestorben.



Tocobaga
Sie sind ein kleiner Volksstamm, der nahe der Tampa-Bucht gelebt hat. Von diesem Stamm ist weder seine Sprache noch seine Kultur bekannt geworden.



Tohome
Sie sind ein kleiner Volksstamm, der wahrscheinlich eine Variante der Choctaw-Sprache gesprochen hat.



Tunika
Die Tunika sind ein Volksstamm der großen Muskhogee-Sprachfamilie. Sie wohnten nördlich der Taensa am Mississippi nahe der texanischen Grenze. Ihre Sprache ist gut bekannt, aber sie läßt sich keiner Sprachfamilie zuordnen. Um 1650 lebten 2.500 Stammesangehörige, die sich bis 1910 auf weniger als 50 Personen verringerte. Sie waren Freunde der Franzosen und wurden 1706 von den Chickasaw besiegt und vertrieben. Sie ließen sich südlich ihrer alten Heimat nieder. Ihre Lebensweise glich die der Taensa und Natchez. Auch sie wurden von den Franzosen ausgerottet.



Tuskogee
(Taskigi, Tuskegee). Sie sind ein Volksstamm der großen Muskhogee-Sprachfamilie, der in Alabama beheimatet war. Ihre Wohnstätte war die Strohhütte und ihre Nahrung war hauptsächlich der Mais. Ihr Name «tv'seki'yv» ist ein Wort aus der Creek-Sprache und bedeutet «einer, der einen Kriegsnamen bekommen hat». De Soto entdeckte den Stamm 1540 in Alabama an den Tennessee- und Tallapoosa-Flüssen. Die Tuskogee bestanden aus zwei Gruppen, welche sich an beiden Flüssen aufgeteilt hatten. Der Stamm der Tuskogee schloß sich später den Cherokee und Creek an und als diese Stämme ins Indianerterritorium umgesiedelt wurden, begleiteten sie sie. 400 Tuskogee siedelten 1891 in ihrer größten Stadt im Gebiet der Creek.



Tutelo
Die Tutelo sind ein Stamm der Sioux-Sprachfamilie. Ihre Heimat lag in den heutigen Bundesstaaten North Carolina und Virginia. Ein ständiger Krieg herrschte zwischen ihnen und den Powhatan. Ganz besondere Furcht hatten sie vor den Irokesen. Um 1600 lebten 2.700 Stammesmitglieder, welche sich um 1800 den Irokesen anschlossen.



Yamassee
Sie waren ein Volksstamm, der der Muskhogee-Sprachfamilie angehörte und entlang des Savannah Rivers bis zur Küste des heutigen Bundesstaates der USA Georgia wohnte. Als die Kolonisten die Tuscarora aus Georgia vertrieben hatten, erhoben sich 1715 die Yamassee. Sie wollten sich dafür rächen, das Weiße viele von ihnen durch schlechtesten Alkohol vergiftet und ihre Frauen vergewaltigt worden waren. Einige hundert weiße Siedler, welches auch noch Negersklaven zum Militärdienst drängten, fielen über die Yamassee her. Der überlegene Feind schlug sie vernichtend und dies war das Ende aller Küstenstämme. Die letzten Yamassee flüchteten nach dem zu dieser Zeit spanischen Florida, wo sie ein Stück Land erhielten. Von den Amerikanern wurden sie in den dreißer Jahren des 19. Jahrhunderts in das Indianerterritorium nach Oklahoma deportiert. Hier lebten sie gemeinsam mit den Fünf zivilisierten Nationen und vermischten sich mit ihnen.



Yuchi (Choya'ha, Euchee, Tsoya'ha, Uchee)
Die Yuchi gehören einer Dialektgruppe der Sioux-Sprachfamilie an. Ihre Heimat war die Golfküste von Georgia. Sie waren Verbündete der Cherokee und Creek. Im Laufe des 18. Jahrhundert gingen sie in den Lower Creek auf.
 
 
 
 
Cherokee
Die Cherokee waren kein Volksstamm der Muskhogee-Sprachfamilie, sondern ein Stamm der mächtigen Irokesen-Sprachfamilie. Sie lebten in den Appalachen, einem Gebirgszug an der Atlantischen Küste. Sie bestanden aus drei Unterstämmen. Die Cherokee waren auch ein hochzivilisierter Stamm der Fünf, später Sechs Nationen der Irokesen-Liga. Bei den Cherokee gehörte der Kampf mit grausamen, religiösen Hintergrund zur Tagesordnung. Es war einfach die Lebensart der Cherokee-Krieger sich ständig im Kampf zu beweisen. Dies stärkte ihr Bewußtsein und ihren Stolz zugleich, wenn man sie nach erfolgreichem Kriegszug feierte. Man wollte aber dabei keinen Feind unterjochen oder aus ihrem Stammesgebiet vertreiben. Der Volksstamm der Cherokee lebte in festen Ansiedlungen, besaßen Schulen und Akademien, hatten ein eigenes Alphabet, es gab eine geschriebene Verfassung und sogar eine ausreichende medizinische Versorgung. Weiterhin hatten sie eine fortschrittliche Landwirtschaft. Ein Parlament, wo auch Frauen Abgeordnete werden konnten, war ebenfalls vorhanden. Es basierte auf demokratischer Grundlage mit einem Präsidial-Zweikammersystem. Sogar am englischen Hof von Georg III. hatten die Cherokee einen Botschafter. Kaum zu glauben ist, dass es bereits Aktiengesellschaften gab, eine Staatszeitung herausgegeben wurde, Zivil- und Strafgesetze angewandt wurden und rechtsprechende und Polizeiorgane vorhanden waren. Die Cherokee besaßen eine höhere Kultur als die Weißen während ihrer Staatsgründung. Im Jahr 1825 zählte die Bevölkerung der Cherokee etwa 20.000 Stammesmitglieder, darunter 147 weiße Männer, 73 weiße Frauen und 1.277 Negersklaven. Die Ländereien der Cherokee beanspruchte aber nun der Staat Georgia und sie sollten ins Indianerterritorium umgesiedelt werden. Tausende starben bei dem Versuch, ihr Stammesgebiet zu verteidigen bzw. beim »Trail der Tränen«, der von 1832 bis 1839 dauerte und mit der Einpferchung in eine Reservation in Oklahoma endete. Alle rechtlichen Schritte scheiterten, die die Cherokee gegen die Vertreibung aus ihrer Heimat unternahmen. Die Gerichte entschieden immer gegen sie. Mehrere Cherokee liefen davon und versteckten sich in den Bergen von Tennessee und North Carolina. Der Kongreß unterstützte sie beim Erwerb neuen Landes. Die Irokesen kämpften im Bürgerkrieg auf der Seite der Südstaaten. Dies hatte zur Folge, dass alle Verträge, die zwischen ihnen und der Regierung geschlossen waren, annulliert wurden (für ungültig erklären). Da die Weißen immer weiter nach Westen vordrangen, wurde das Indianerterritorium von Oklahoma auf Beschluß der US-Regierung aufgelöst. Mit dieser Entscheidung war das Schicksal der Mitglieder der Irokesen-Liga besiegelt.

Chickasaw
Sie waren ein Stamm der Muskhogee-Sprachfamilie und waren verwandt mit ihren Nachbarn den Choctaw. Sie gehörten den Fünf zivilisierten Nationen an und waren anfangs mit den Choctaw verfeindet. Ihre Heimat war nördlich des unteren Mississippi und reichte bis nach Georgia hinein. Sie waren verbündete der Briten in den Kolonialkriegen. Vor Berührung mit den Weißen zählten sie etwa 8.000 Stammesangehörige. Um das Jahr 1820 bauten sie Schulen auf und begangen mit der Viehwirtschaft. Die Regierung überredete sie 1830 nach Westen umzusiedeln. Bei diesem Marsch, genannt »Trail der Tränen« starben Hunderte Chichasaws. Im Indianerterritorium gründeten sie »Die zivilisierten Nationen«. Sie errichteten Kirchen und Schulen, schufen Gesetze, setzten Gerichtshöfe ein, stellten eine Miliz auf und erreichten den gleichen Bildungsstand wie Cherokee. 1870 wurde Oklahoma ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten, damit zerbrach die Union der »Fünf zivilisierten Nationen«.



Choctaw
Die Choctaw sind ein Stamm der Muskhogee-Sprachfamilie. Er gehörte zu den Fünf zivilisierten Nationen und lebte am unteren Mississippi. Sie waren am Anfang des Eindringens der Weißen mit ihrem späteren Bruderstamm der Chickasaw verfeindet. Da die Choctaw im Süden lebten, wurden sie Verbündete der Franzsosen, die Chickasaw der Briten. Die Choctaw verstanden sich gut mit den Weißen und halfen deshalb General Jackson beim Kampf gegen die Creek. Ab dem Jahre 1820 begangen die Choctaw wie auch die Chickisaw mit der Viehzucht und erbauten Schulen. Nach dem »Trail der Tränen« (Umsiedlung in das Indianer-Territorium Oklahoma) gründeten fünf Stämme 1859 »Die Zivilisierten Nationen«, denen die Cherokee, Chickasaw, Choctaw, Creek und Seminolen angehörten. Die Choctaw hatten eine genau so hohe Kultur wie die Cherokee.
Pensacola: (= Das-haarige-Volk). Sie sind eine Untergruppe der Choctaw, der in Pensacola im US-Staat Florida wohnte. Die Pensacola waren schon vor Ankunft der Spanier 1696 bereits ausgerottet.



Creek
Sie sind ein Stamm der Muskhogee-Sprachfamilie und waren in Alabama, Georgia und South Carolina beheimatet. Das Wort »Creek« ist abgeleitet vom Ochise Creek. Der Stamm teilte sich in Obere und Untere Creek, jedoch sahen sie sich als ein Volk. Sie hatten sich mit den Briten verbündet und sahen die Spanier, welche in Florida saßen, als ihre Feinde an. Die Creek verhielten sich gegenüber den Franzosen, die in Louisiana sich niedergelassen hatten, abweisend. Die Creek verteidigten die englischen Ansiedlungen gegen feindliche Indianerstämme. Nach der amerikanischen Revolution mußten die Engländer das gesamte Gebiet südlich von Kanada abgeben. Die jetzigen Landesherren hatten nur ein Interesse, das Land der ansässigen Stämme an sich zureißen. Tecumseh, Sachem der Shawnee, vereinigte mehrere Volksstämme, um gegen die Siedler Krieg zu führen. Nicht alle des gespaltenen Stammes der Creek schlossen sich Tecumseh an, sondern führten 1813/14 gegen die Vereinigten Staaten selbst Krieg. Der Häuptling Lamochattee führte sie an. Die US-Regierung schickte den General Andrew Jackson, späterer Präsident der USA, um den Aufstand zu beenden. Er verfolgte die Creek gnadenlos und stürmte deren befestigte Dörfer. Die Männer wurden getötet und die Frauen und Kinder gefangengenommen. Am 09.08.1814 schloss Lamochatte einen Friedensvertrag wobei große Teile des Stammesgebietes verlorengingen. Im Jahre 1836 wurden sie zwangsumgesiedelt. Die Creek wurden auf dem »Trail der Tränen« über den Mississippi getrieben und im Indianerterritorium angesiedelt. Auch sie waren ein Volksstamm der »Fünf zivilisierten Nationen«, die sich in ihrer neuen Heimat 1859 mit den Chickasaw, Cherokee, Choctow und Seminolen zusammenschlossen.


Die Natchez
Die Natchez sind ein Stamm der Muskhogee-Sprachfamilie, der am unteren Mississippi siedelte. Für die Franzosen war das Schönheitsideal dieser Indianer besonders reizvoll. Die Natchez waren aber auch um ihr Aussehen bedacht, wie auf einen harmonisch entwickelten Körper. Die Säuglinge wurden deshalb durch künstliche Eingriffe der Kopf in die gewünschte Form gebracht. Auch auf ihre Haartracht legten die Natchez großen Wert.

Die Häuser in ihren Dörfern besaßen einen viereckigen Grundriß mit rundgewölbten Dächern. es waren auch Dörfer vorhanden, welche mit Palisaden befestigt waren. In unmittelbarer Nähe der Dörfer erstreckten sich die Felder dieser Bodenbauer.

Im Hauptort der Natchez überragten zwei künstliche Erdhügel, sogenannte Mounds, die anderen Häuser. Auf dem einen der Mounds stand der Haupttempel, in dem das heilige ewige Feuer brannte, das von zwei Männern bewacht wurde. Der andere Mound war der Herrschersitz. Er wurde als »Große Sonne« bezeichnet, dem große Verehrung zuteil kam und außergewöhnliche Rechte besaß. Bei den Natchez wurde ein ausgeprägter Sonnenkult gepflegt und nach den Vorstellungen dieses Stammes war der Herrscher der Bruder der Sonne. Jeden Morgen vor Sonnenaufgang trat der Herrscher aus seinem Haus auf den Mound um seinen Bruder - die Sonne - den Weg zu weisen, den dieser von Ost nach West nehmen sollte. Er war für seinen Stamm selbst ein Gott, für den die Priester einen Kult pflegten. Es waren wirkliche Priester schon nicht mehr Zauberer oder Schamanen. Die Natchez glaubten auch, das die »Große Sonne« nach dem Tod wieder gen Himmel fuhr, um dort für sein Volk zu sorgen. Für das Volk der Natchez war der Tod des Herrschers eine Tragödie. Einige Indianer töteten ihre Frau, Kinder und sich selbst, um der »Großen Sonne« ins Jenseits zu folgen, um ihm weiterhin dienen zu können. Wurde die »Große Sonne« hingegen ein Nachfolger geboren, suchten die Familien der Natchez unter ihren Neugeborenen die aus, die einmal ihren neuen Herrn dienen sollten. Der Herrscher lenkte die eschicke seines Stammes, erließ Gesetze und war der Herr über Leben und Tod. Der »Großen Sonne« stand ein beratender Ausschuß, der aus lokalen Oberhäuptern bestand, zur Seite. Er ernannte auch die Hauptwürderträger, wie zwei Befehlshaber für den Krieg, zwei Beauftragte, die in seinem Namen Kriege erklärten und genauso Frieden schlossen, vier Zeremonienmeister, die für die Hauptfeste verantwortlich waren und zwei Beamte für das öffentliche Arbeiten.

Die »Große Sonne« unterschied sich von den anderen Privilegierten seines Volkes durch eine Krone mit den schönsten Vogelfedern und einen prachtvollen Federumhang. Untertanen empfing die »Große Sonne« auf einem mit Hirschleder ausgelegten Lager und auf Kissen aus Federn liegend. Wenn er seine Dörfer bereiste, wurde er in einer Sänfte getragen, damit er als Herrscher und heiliger Mann nicht die bloße Erde berühren sollte. Auch die Söhne der Schwester der »Großen Sonne« genossen besondere Verehrung, denn auch sie gebührte die Bezeichnung »Große Sonne«. Kleine Sonnen waren alle anderen Mitglieder der Königssippe.

Neben der »Großen Sonne« gab es bei den Natchez eine zwei Klassengesellschaft - Adlige und Gemeine. Der Adel wurde nochmals in drei Stufen geteilt. An der Spitze stand die »Große Sonne«. Als erste Stufe folgten die Sonnen, dann als zweite Stufe (mittlere Aristokratie) kamen die Edlen und als dritte Stufe (untere Aristokratie) schlossen sich die Geachteten an. Die Gemeinen wurden als Stinker (Michmichgupi) bezeichnet. Diese konnten aber in den Adel einheiraten, ohne selbst geadelt zu werden.

Die »Große Sonne« war der oberste Häuptling und hatte oberste Gewalt über Leben und Tod. Wenn er starb, wurden alle seine Frauen hingerichtet. Aber nicht nur die »Große Sonne« entschied über Leben und Tod, sondern jeder Angehörige der Königssippe konnte die Todesstrafe verhängen, sofern der Verurteilte nicht dem Geschlecht der »Sonnen« entstammte.

Die Natchez waren Ackerbauern, die Mais, Kürbisse, Melonen, Sonnen blumen, Tabak und Hirse in großen Mengen anbauten. Sie kannten vor Ankunft der Weißen als Haustier nur den Hund. Sie übernahmen sehr schnell von den weißen Einwanderern das Pferd, das Rind, das Schweinund cdas Geflügel. Um ihre Dörfer pflanzten die Natchez in Obstgärten Pfirsiche und Feigen an. Sie gingen auch zur Jagd und betrieben Fischfang. Als Kleidung trugen sie den Lendenschurz und nur wenig mehr. Eine große Rolle spielt bei den Natchez der Krieg, er bestimmte aber nicht ihr Leben. Gefangene wurden auf grausamste Art gemartert.

Bis 1716 vertrugen sich die Natchez mit ihren französischen Nachbarn bis ein Siedler an der Stelle eines Natchez-Dorfes seine Farm bauen wollte und sie gewaltsam umgesiedelt werden sollten. Daraufhin metzelten die Natchez die gesamte Besatzung eines Forts nieder. Die Franzosen und indianische Söldner rotteten nun die Natchez fast völlig aus. 500 Gefangene wurden nach Westindien verkauft. Überlebende fanden in anderen Muskhogee-Dörfern Zuflucht.

Vermutlich waren es die Natchez, die an die rätselhaften Mounds der Mississippi-Kultur anknüpften. Aber seit dem 18. Jahrhundert gehören die Mounds der Natchez, auf denen der Palast der »Großen Sonne« und der Tempel des ewigen Feuers standen, der Vergangenheit an, wie die Mounds der Mississippi-Kultur.
 

Seminolen
Seminole bedeutet in der Sprache der Creek »Die außerhalb Wohnenden«. Sie sind ebenfalls ein Stamm der Muskhogee-Sprachfamilie und waren in Dörfern im südlichen Georgia und Florida beheimatet. Die Seminolen gehörten zu den Fünf zivilisierten Nationen, betrieben Ackerbau und besaßen eine hohe Zivilisation, ähnlich die der anderen zivilisierten Stämme. Mit dem Anstieg der weißen Eindringlinge zogen sich die Seminolen nach Florida zurück. Im Jahre 1832 schlossen sie einen Friedensvertrag mit den USA. Auch sie sollten ins Indianerterritorium umgesiedelt werden. Als sie aber hörten, dass ihre Stammesangehörigen negriden Einschlags, in die Sklaverei verkauft werden sollten, flochen sie in die Moore der Everglades. Ab nun begann ein siebenjähriger Krieg bei dem hunderte Soldaten und Siedler ihr Leben lassen mußten. Sieben hervorragende Generale der US-Armee wurden geschlagen, und 45 Millionen Dollar Kriegskosten ausgegeben. Trotz des Verrats an den berühmten Seminolen-Häuptlings Osceola und seinem Tod im Fort Moultrie im Jahr 1838, ging der Krieg weiter. Erst 1842 waren die Seminolen zu Verhandlungen mit den USA bereit. Ein Großteil siedelte ins Indianerterritorium nach Oklahoma um, andere blieben in den Everglades. Als man die Moore trockenlegte, wanderten die Zurückgebliebenen in die Cypress-, Brighton- und Dania-Schutzgebiete der Halbinsel Floridas. Zwischen den Seminolen und den USA gibt es bis heute keinen Friedensvertrag.

Stämme des Nordwestens
 
Die Wirtschaft der Indianer an der inselreichen Nordwestküste Nordamerikas basierte auf einer sehr ergiebigen Fischerei und dem Fang von Meeressäugern. Die dabei verwendete Technik war gemessen an ihrer Kulturentwicklung sehr beachtenswert und fortschrittlich. Im Sommer war der flußaufwärts wandernde Lachs das Hauptnahrungsmittel der dort lebenden Tlingit, Haida, Tsimschian, Kwakiutl, Nootkas, Makah und Chinook. Er wurde mit Netzkeschern, in Reusen und an Wehren gefangen oder mit zweispitzigen Harpunen geschossen. Für Dorsch und Heilbutt wurden Angelhaken verwendet. Andere Fischarten fing man mit Fischrechen und Schleppnetzen. In Booten wurden auch Robben, Seelöwen, Walen, Katzenhaien und Tintenfischen nachgestellt. Die als Jagdwaffe verwendete Harpune hatte in ihrer techischen Gestaltung den Fang angepaßte Besonderheiten. Außerdem bot das Meer zur Nahrungsergänzung Seeigel, eßbaren Tang, verschiedene Schaltiere und besonders Clammuscheln.
Fische wurden zur Konservierung getrocknet und geräuchert. Beeren wurden ebenfalls durch Trocknung für längere Zeit haltbar gemacht. Sehr geschätzt war Fischöl, welches mittels heißer Steine ausgelassen wurde und in großen wasserdichten Holzgefäßen aus Zedernholz aufbewahrte worden ist.
Mit Pfeil und Bogen, Schlingen und Fallen jagte man ausschließlich im Winter Hirsche und Bergziegen. Die Jagd wurde betrieben mehr der Felle, Wolle, Geweihe und Hörner nicht wegen des Fleisches.
In der materiellen Kultur dieser Fischerstämme spielte die rote Riesenzeder (Thuja gigantea) als Rohstoff eine sehr große Rolle. Aus ihr wurden ihre Boote und ihre Plankenhäuser hergestellt. Die Häusern waren so groß, daß in ihnen mehrere verwandte Familien Platz fanden (bis zu 300 Menschen). Die Totempfähle - ebenfalls aus Zedernholz hergestellt - trugen plastische Schnitzereien, die die mythischen Ahnen der Totemclans darstellten. Dargestellt wurde u. a. Schwertwal, Rabe, Adler und Bär. Man schnitzte ferner aus Zedernholz Paddel und Löffel, die reliefartig verzierten und tiergestaltigen Eßschalen und die bei Tanzfesten benutzten Rasseln und Masken. Die Töpferei war unbekannt. Aus dem Bast der Zeder, den die Indianer mit Schabern aus Holz oder Walrippe vom Stamm lösten und  anschließend mit vierkantigen Knochenklopfern weich und geschmeidig schlugen, flochten sie Schultermäntel, Matten und einfache Hüte. Andere Hüte, welche oftmals Rangabzeichen darstellten und Deckelkörbchen mit geflochtenen gefärbten Gräsern wurden aus Tannenwurzeln gefertigt.
Die Weberei war nur wenig entwickelt. Sie glich er der Flechterei. Jedoch überraschten die Webprodukte durch ihre ornamentale Ausdruckskraft. Sie wurden in den Farben Schwarz, Blau und Gelb auf weißem Untergrund gefertigt und trugen bizarre, oft stilisierte Tierfiguren und sogenannte Augenornamente. Diese hergestellten Mäntelumhänge wurden von den Häuptlingen getragen. Sie wurden gewebt aus Bergziegen und Hundehaaren. Die Indianer der Nordwestküste beherrschten auch die Lederbearbeitung, wie bemalte Ledermäntel beweisen, die zu Zeremonial- oder Festbekleidung der Häuptlinge gehörten.
Durch gewisse Reichtumsunterschiede, welche auf der Basis gesicherter ökonomischen Existenz sich entwickelten, konnte sich eine bevorrechtigte Häuptling-Priester-Schicht herausbilden. Sie ließen Besitzarme Kriegsgefangene für sich arbeiten. Zur Stützung der Macht gab es Geheimbünde. Diese Reichtumsunterschiede wurden allerdings durch Potlachs (Geschenkaustauschfeste) bis zu einem gewissen Grad wieder ausgeglichen.
 
 

Indianer-Stämme des Nordwesten
Alsea | Bella Coola | Cascade | Chasta-Costa | Chehalis | Chelan | Chimakuan | Chinook | Comox | Coos | Copalis | Cowichan | Cowlitz | Duwamish | Eyak | Haisla | Heiltsuk | Hoh | Humptulips | Kitamat | Klallam | Klatskanie | Kwalhioqua | Lummi | Makah | Micai | Muckleshoot | Naltunnetunne | Nisqually | Nitinat | Nooksack | Nootka | Ozette | Puyallup | Quileute | Quinault | Samish | Satsop | Semiahmoo | Sinkaietk | Siuslaw | Skagit | Skokomish | Skykomish | Sliammon | Snohomish | Snoqualmi | Songish | Squamish | Swallah | Swinomish | Stillaguamish | Taidnapam | Takelma | Tenino | Tillamook | Tsimshian | Twana | Umpqua | Wynochee | Yaquina

Zu folgenden Stämmen des Nordwestens gibt es eine separate Beschreibung:

Haida | Küsten-Salish | Kwakiutl | Tlingit

Alsea
Die Alsea sind ein Volksstamm der Penuti-Sprachgruppe, der an der Küste von Oregon lebte. Sie bewohnten Blockhäuser und ernährten sich hauptsächlich von Fisch.



Bella Coola
Sie sind ein Volksstamm der Salish-Sprachfamilie. Als Wohnstätte diente das Blockhaus und als ihre Hauptnahrung aßen sie Fisch. Einst lebten die Bella Coola im Küstengebiet von British Columbia am Bella Coola River. Sie besaßen einen eigenen Dialekt ihrer Sprachgruppe, da sie in der Abgeschiedenheit anderer Völker lebten. Ihr Dialekt ähnelte der Sprache der weiter südlich lebenden Salish-Völker. Ihre Kultur glich die der Kwakiutl. Im Juli 1793 erreichte Sir Alexander Mackenzie auf dem Landweg den Bella Coola River und somit hatten die Bella Coola erstmals Kontakt zu Weißen. Mackenzie berichtete von den großen Häusern aus Zedernholz, von ihrer Kultur wie auch von der Religion der Bella Coola als er wieder unter Weißen war. Die Totempfähle mit ihren Tierschnitzereien stellten das Totem einer Familie oder Sippe dar. Die heutige Stadt Bella Coola in British Columbia liegt am Burke Channel und etwa 320 Kilometer südöstlich von Prince Rupert und 80 Kilometer östlich von Bella Bella entfernt. 575 Bella Coola wurden bei einer Zählung im Jahre 1967 in Kanada registriert.



Cascade
Die Cascade sind ein Stamm der Penuti-Chinook-Sprachgruppe, der in Oregon beheimatet war. Sie wohnten in Erdhütten und ernährten sich hauptsächlich vom Fischfang.



Chasta-Costa
Die Chasta-Costa sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachfamilie, der in Oregon wohnte. Sie wohnten in Blockhäusern und ernährten sich vom Fischfang. 1970 gab es noch 30 Shasta-Costa.



Chehalis
Die Chehalis sind ein Stamm der Salish-Sprachfamile, der im Westen des heutigen US-Staates Washington beheimatet war. Sie lebten in Blockhäusern und ernährten sich von Fisch. 777 Personen lebten 1985 im Stammesreservat auf der Olympic-Halbinsel. Bei ihnen leben die Nachkommen der Chinook, die die Epidemie von 1829 überlebten und sich den Chehalis anschlossen. Sie übernahmen auch deren Sprache.



Chelan
Die Chelan sind ein Volksstamm der Salish-Sprachgruppe, der im Puget-Sund in Washington lebte. Sie bewohnten Blockhäuser und ernährten sich hauptsächlich vom Fischfang.



Chimakuan
Sie sind ein Stamm des Mosa-Dialektes, der Wakash-Salish - ein verschwundener Dialekt. Ihre Heimat war im Westen von Washington. Die Wohnstätte der Chimakuan war das Blockhaus und ihre Hauptnahrung war der Fisch.



Chinook (Wahkiakim)
 Die Chinook ist ein ausgestorbener Indianer-Stamm, der am Columbia River lebte und sich bis Washington und Oregon ausbreitete. Sie gehörten der Penuti-Sprachfamilie an, genauer der Chinook-Dialektgruppe und war mit den Clatsop, Wasco und Wishram, die ihre Nachbarn waren, verwandt. Der Stamm lebte vor allem vom Lachsfischfang. Die hier anzutreffende Art war der sogenannte King Salmon (lat.: Oncorhynchus tschawytscha), der auch als Chinook-Lachs bekannt wurde. Sie ernährten sich auch von Krabben und Muscheln, aber auch die Jagd nach Elch und Hirsch in den umliegenden Wäldern spielte eine Rolle. Erstmals hatten sie 1788 mit Weißen Kontakt, als der Forscher John Meares bis zur Willapa-Bucht vorgedrungen war. Die Chinook begrüßten sein Schiff in großen, buntbemalten Kanus und machten ihn mit ihrer hochentwickelten Kultur bekannt. Lewis und Clark erreichen 1805 den Columbia River und zählten 400 Chinook. 1829 fielen mehr als die Hälfte einer Epidemie zum Opfer. Die restlichen Überlebenden schlossen sich den Chehali an und übernahmen auch deren Sprache Salish. Als im Jahre 1885 John Wesley Powell an der Küste und im Grand Ronde-, Warm Springs- und im Yakima-Reservat von Washington und Oregon eine Feldstudie unternahm, zählte er 500 Chinook.
Die Chinook besaßen eine reiche Mythologie und bestatteten ihre Toten mit einem Bootsbegräbnis.
Clatsop: (= Klatsop). Sie sind ein Unterstamm der Chinook und sind mit den Wasco und Wishram eng verwandt.



Comox
Sie sind ein Volksstam der Salish-Sprachgruppe, der auf dem südwestlichen Festland von British Columbia lebte. Ihre Wohnstätte war das Blockhaus und ernährten sich hauptsächlich von Fisch. 783 Comox wurden 1967 in Kanada gezählt.



Coos
Die Coos sind ein Stamm der Penuti-Sprachgruppe, der an der südlichen Küste des heutigen Bundesstaates Oregon gegenüber Coos-Bucht lebte. Ihre Wohnstätte war das Blockhaus und als Hauptnahrung wurde Fisch verzerrt.



Copalis
Sie sind ein Stamm der Salish-Sprachgruppe, der im heutigen Bundesstaat Washington beheimatet war. Ihre Wohnstätte war die Kuppelförmige Stroh-, Rinden- oder Fellhütte und als Hauptnahrung wurde Fisch gegessen.



Cowichan
Die Cowichan sind ein Volksstamm der Salish-Sprachgruppe, der in Erdhütten wohnte. Ihre Hauptnahrung war der Fisch. In Kanada wurden im Jahre 1967 in einem Reservat 5.652 Cowichan gezählt.



Cowlitz
Die Cowlitz sind ein Volksstamm der Salish-Sprachgruppe, der im Süden des US-Bundesstaates Washington wohnte. Ihre Wohnstätte war die Erdhütte und als Nahrung diente hauptsächlich Fisch.



Duwamish
Die Duwamish sind ein Stamm der Salish-Sprachfamilie, deren Heimat das Puget Sund im US-Bundesstaat Washington war. Als Behausung verwendeten sie das Blockhaus. Ihre Hauptnahrung war wie bei den meisten Stämmen der Nordwestküste der Fisch. Die Duwamish veranstalteten im Winter eine spirituelle Kanu-Zeremonie, bei der der Schamane die Hauptrolle spielte. Hauptaugenmerk galt den Seelen der Verstorbenen die auf dem Weg in die Welt der Geister verlorengegangen waren. Der Schamane sollte die Seelen zurückholen. Diese Festlichkeit wurde von Gesängen und Zaubereien begleitet. Der Schamane vollführte magische Beschwörungsrituale, die von den Angehörigen der Toten bezahlt werden mußten.



Eyak
Eyak ist eine Na-Dene-Sprache, welche mit der Sprache der Haida und Athapaskischen verwandt ist. Die Behausung des Stammes war das Doppelte Pultdach. Die Eyak ernährten sich hauptsächlich mit Fisch.



Haisla
Die Haisla sind ein Volksstamm der Wakash, die mit den Salish verwandt ist. Ihre Heimat war das heutige British Columbia. Als Unterkunft bauten sie sich Blockhäuser und ernährten sich hauptsächlich vom Fischfang. Verwandt waren sie mit den Heiltsuk, Kwakiutl und den Bella Bella. Das Yakatl, ein besonderes Netz zur Küstenfischerei, soll eine Haisla-Frau erfunden haben. Das Netz war röhrenförmig aufgebaut und konnte mit Hilfe eines Ringes und einer Stange geschlossen werden. Andere Stämme, wie die Tsimshian, führten diese Netzart bei sich ein. 768 Haisla wurden 1967 in Kanada registriert.



Heiltsuk
Sie sind ein Volksstamm der Wakash-Sprachfamilie, der seine Heimat an der Festlandsküste von British Columbia hatte. Sie bewohnten Blockhäuser und ernährten sich hauptsächlich von Fisch. Die Heiltsuk wurden zu einer zweisprachigen Gruppe dazugezählt, welcher auch die Bella Bella und weitere kleine Sippen mit Namen »Xaihai« angehörten. Linguistisch gehörte diese Gruppe wiederum den Kwakiutl an. Mit den Bella Coola und den Kwakiutl trieben sie auch Handel. 1.198 Heiltsuk wurden 1967 gezählt. Sie ernähren sich heute immer noch vom Fischfang.



Hoh
Die Hoh sind ein Volksstamm der Salish-Sprachfamilie. Ihre Heimat war Puget-Sund im heutigen Bundesstaat Washington. Sie lebten in Blockhäusern und ernährten sich hauptsächlich vom Fischfang.



Humptulips
Sie sind ein Stamm der Salish-Sprachfamilie, der im Südwesten des Bundesstaates Washington beheimatet war. Ihre Wohnstätte war das Blockhaus und als Hauptnahrung gab es Fisch.



Kitamat
Die Kitamat sind ein Volksstamm der Algonkin-Wakash-Sprachgruppe, der in British Columbia lebte. Sie bewohnten Erdhütten und ernährten sich hauptsächlich von Großwild und von Fisch.



Klallam
(auch Clallam). Sie sind ein Stamm der Salish-Sprachfamilie, der an der Straße von Juan de Fuca auf dem Gebiet der USA lebte. Sie bewohnten Blockhäuser und ernährten sich vom Fischfang.



Klatskanie
(auch Clatskasnie). Sie sind ein Volksstamm der Salish-Sprachfamilie, der im Norden von Oregon beheimatet war. Ihre Wohnstätte war das Blockhaus und ihre Hauptnahrung war Fisch.



Kwalhioqua (Wheelappa, Willopah)
Sie sind ein Stamm der athapaskischen Sprachfamilie, der im südlichen Cascadengebirge beheimatet war. Sie bewohnten Blockhäuser und als Hauptnahrung gab es Wild und Fisch.



Lummi
Die Lummi sind ein Stamm der Salish-Sprachfamilie, der im Puget-Sund lebte. Ihre Behausung war die Erdhütte und als Nahrung gab es hauptsächlich Fisch. Das Lummi-Reservat ist das zweitgrößte im Bundesstaat Washington. 1985 wurden 2.503 Stammesangehörige gezählt.



Makah
Sie sind ein Stamm der Wakash-Sprachgruppe. Makah heißt im Deutschen «Die, welche freigiebig mit Nahrung umgehen» nennen sich selbst «Kwih-dich-chuh-ahtx» = «Leute, die bei den Felsen und Seemöwen leben». Die Makah bewohnten Blockhäuser und ernährten sich hauptsächlich vom Fischfang. Ihre Heimat war Cape Flattery in der Nähe des Hoko River und nahe von Tatoosh Island im US-Staat Washington. Sie sind als südliches Volk der Wakash mit den Nootka verwandt. Im Jahre 1855 gaben sie große Gebiete ihres Stammes an die Vereinigten Staaten ab. Sie erhielten 1893 ein eigenes Reservat. An der Neay-Bucht kauften die Makah nach dem zweiten Weltkrieg verlassenes Armeegelände und errichteten hier ein eigenes Reservat. 919 Makah wurden bei einer Zählung im Jahre 1985 in ihrem Reservat registriert.
Eine andere Übersetzung des Stammnamen ist «Die Leute vom Kap».



Micai
Die Micai sind ein Volksstamm der Sahaptin-Sprachfamilie, der im heutigen Bundesstaat Washington lebte. Sie wohnten in Blockhäusern und ernährten sich hauptsächlich von Fisch.



Muckleshoot
Sie sind ein Volksstamm der Salish-Sprachfamilie, der im Puget-Sund lebte. Ihre Behausung war das Blockhaus und als Nahrung gab es hauptsächlich Fisch. 2.392 Stammesmitglieder wurden 1970 in ihrem Reservat im Bundesstaat Washington gezählt.



Naltunnetunne
(Volk-unter-den-Pilzen). Sie sind ein Volksstamm der athapaskischen Sprachfamilie. Ihre Heimat war der Nordwesten des heutigen Bundesstaates Oregon.



Nisqually
Auch Nisquali. Sie sind ein Volksstamm der Salish-Sprachfamilie. Ihre Heimat war Puget-Sund im heutigen Bundesstaat Washington. Sie lebten in Blockhäusern und ernährten sich hauptsächlich von Fisch. 1.700 Stammesangehörige lebten 1985 im Nisqually-Reservat im US-Bundesstaat Washington.



Nitinat
Sie sind ein Volksstamm der Algonkin-Wakash-Sprachfamilie, der westlich von Vancouver Island lebte. Als Wohnstätte verwendeten sie das Blockhaus und ihre Hauptnahrung war Fisch.



Nooksack
Auch Noossak. Sie sind ein Stamm der Salish-Sprachfamilie. Ihre Heimat war Puget-Sund im heutigen Bundesstaat Washington. Sie bewohnten Blockhäuser und ernährten sich hauptsächlich vom Fischfang. 1985 lebten in der Nooksack-Reservation im US-Bundesstaat Washington noch 860 Stammesangehörige.



Nootka
 Die Nootka sind ein Volksstamm der Wakash-Sprachfamilien, der in Vancouver Island und British Columbia beheimatet war. Ihre Wohnstätte war das Blockhaus und ihre Hauptnahrung war Fisch. Sie jagten auch Wale. Durch ihre Sprache und Kultur waren sie mit den Heiltsuk und Kwakiutl eng verwandt. Aber auch mit den Makah besaßen sie Gemeinsamkeiten. Wie alle Stämme dieser Region bauten sie hervorragende Boote. Für die Nootka spielten sogenannte tamanwa - heilige Dramen - eine wichtige Rolle, die auf Stammeslegenden beruhen. Auch die Nootka kannten die Tradition des Potlach-Kultes. Als im Jahre 1776 James Cook mit den Nootka zusammentraf, schätze er sie auf ca. 2.000 Personen.



Ozette
Die Ozette sind ein Volksstamm der Salish-Sprachfamilie, der im Nordwesten des US-Bundesstaates Washington beheimatet war. Ihre Behausung war das Blockhaus und ihre Hauptnahrung war Fisch.



Puyallup
Die Puyallup sind ein Volksstamm der Salish-Sprachfamilie, der am Puget-Sund in Washington lebte. Als Wohnstätte diente das Blockhaus und ihre Hauptnahrung war Fisch. Großzügiges Volk meint der Stammesname, der von der Stadt Tacoma im Bundesstaat Washington übernommen wurde. Der Stamm lebt noch heute in einem Reservat ihres Stammesgebietes. 7.158 Puyallup wurden 1985 gezählt.



Quileute
Sie sind ein Stamm der Salish-Sprachfamilie, der im Westen des US-Bundesstaates Washington lebte. Ihre Wohnstätte war das Blockhaus und ihre Nahrung war Fisch. 383 Stammesangehörige wurden 1985 in der Quileute-Reservation registriert.



Quinault
Die Quinault sind ein Stamm der Salish-Sprachfamilie, der im Westen des heutigen Bundesstaates Washington lebte. Ihre Wohnstätte war das Blockhaus und ihre Hauptnahrung war Fisch. Die Untergruppen der Quinault sind die Quileute und Queets.



Samish
Die Samish sind ein Volksstamm der Salish-Sprachfamilie. Ihre Heimat war der heutige Bundesstaat Washington. Sie lebten in Blockhäusern und ernährten sich hauptsächlich von Fisch.



Satsop
Auch sie gehören der Salish-Sprachfamilie an. Ihre Heimat war die Küste des US-Bundesstaat Washington. Sie wohnten in Blockhäusern und ernährten sich von Fisch.



Semiahmoo
Sie sind ein Stamm der Salish-Sprachfamilie. Ihre Heimat war der Nordwesten des Bundesstaates Washington und das Grenzgebiet zu British Columbia. Sie wohnten in Blockhäusern und ernährten sich von Fisch.



Sinkaietk
Sie sind auch ein Volksstamm der Salish-Sprachfamilie. Ihre Heimat war der Norden und Zentral-Washington. Ihre Behausung war das Blockhaus und ihre Hauptnahrung war der Fisch.



Siuslaw
Die Siuslaw sind ebenfalls ein Volksstamm der Penuti-Siuslaw-Sprachfamilie. Sie lebten an der Küste von Oregon. Ihre Behausung war das Blockhaus. Sie ernährten sich hauptsächlich von Fisch.



Skagit
Die Skagit sind ein Volksstamm der Salish-Sprachfamilie, der im südlichen Puget-Sund in Washington beheimatet war. Ihre Behausung war das Blockhaus. Die Hauptnahrung war der Fisch. Im Jahre 1970 wurden 259 Skagit-Indianer gezählt.



Skokomish
Die Skokomish sind auch ein Volksstamm der Salish-Sprachfamilie. Ihre Heimat war der Puget-Sund im heutigen US-Staat Washington. Als Behausung verwendeten sie das Blockhaus. Sie ernährten sich hauptsächlich von Fisch. 230 Stammesangehörige wurden 1970 gezählt. Ihre Zahl war im Jahre 1985 auf 1.029 Personen gestiegen. Heute leben sie im Skokomish-Reservat.



Skykomish
Die Skykomish sind ein Volksstamm der Salish-Sprachfamilie, der im Zentrum des heutigen US-Staates Washington wohnte. Sie errichteten für ihre Unterkunft Blockhäuser und ernährten sich vorzugsweise von Fisch.



Sliammon
Die Sliammon sind ein Volksstamm der Salish-Sprachfamilie. Sie lebten im südlichen British Columbia, bewohnten Blockhäuser und ernährten sich hauptsächlich von Fisch.



Snohomish
Sie gehören der Sprachgruppe der Salish an und waren im Puget-Sund-Gebiet im US-Staat Washington beheimatet. Ihre Behausung war das Blockhaus und ihre Hauptnahrung war der Fisch.



Snoqualmi
Auch sie gehören der Salish-Sprachfamilie an und bewohnten ein Gebiet im südlichen Puget-Sund im Bundesstaat Washington. Sie lebten in Blockhäusern und ernährten sich von Fisch.



Songish
Sie sind ein Stamm der Salish-Sprachgruppe, der auf der US-Seite der Straße von Juan de Fuca wohnte. Auch sie errichteten Blockhäuser und ernährten sich vom Fischfang.



Squamish
Die Squamish sind ein Stamm der Salish, der in Hood Canal, Washington, lebte, sich Blockhäuser baute und sich vom Fischfang ernährte.



Stillaguamish
Sie sind ein Volksstamm der Salish-Sprachfamilie, der im Puget-Sund, Washington, lebte, in Blochhäusern wohnte und sich vom Fischfang ernährte. Der Stamm lebt heute immer noch im US-Staat Washington und 1985 wurden 482 Stammesangehörige gezählt.



Swallah
Die Swallah sind ein Volksstamm der Salish-Sprachfamilie, der im Puget Sund im Bundesstaat Washington beheimatet war. Als Wohnstätte verwendeten sie das Blockhaus. Ihre Nahrung war hauptsächlich Fisch.



Swinomish
Auch sie gehören der Salish-Sprachfamilie an. Wie die Swallah lebten sie im Puget Sund. Ihre Behausung war auch das Blockhaus. Fisch war ihre Hauptnahrung.



Taidnapam
Sie gehören der Salish-Sprachgruppe an und lebten im Süden des Bundesstaates Washington. Ihre Behausung war das Blockhaus und die Hauptnahrung diente der Fisch.



Takelma
Die Takelma sind ein Volksstamm der Penuti-Takelma-Sprachgruppe, der im südlichen Oregon beheimatet war. Sie bewohnten Erdhütten und ihre Nahrung bestand aus pflanzlichen Produkten wie auch aus Tieren.



Tenino
Sie gehörten der Penuti-Sahaptin-Sprachgruppe an. Als Behausung verwendeten sie das Tipi und ihre Hauptnahrung bestand aus tierischen und pflanzlichen Produkten.



Tillamook
Die Tillamook sind ein Volksstamm der Salish-Sprachgruppe, der im nordwestlichen Oregon an der Küste wohnte. Ihre Wohnstätte war das Blockhaus und ernährten sich hauptsächlich vom Fischfang.



Tsimshian
Die Tsimshian sind ein Volksstamm der Penuti-Tsimshian-Sprachgruppe, deren Heimat der Norden von British Columbia war. Die Behausung war das Blockhaus. Ihre ehemalige Heimat lag an den Ufern des Nass- und Skeena-Flusses. Sie ernährten sich von Fisch - beim Fischfang spielte der Lachs eine besondere Rolle. Im Landesinneren gingen sie aber auch auf Jagd nach Rotwild und Bären. Die Tsimshian waren in ihrer Kultur mit den Haida und Tlingit verbunden. Auch wie beide anderen Stämme besaßen sie die Schamanen-Religion und die Totenpfahlkunst. Die Tsimshian waren aber nicht so kriegerisch wie die Tlingit. Einige Stammesangehörige lebten 1857 in der Siedlung Metlakatla des schottischen Laienpredigers William Duncan in einer christlichen Gemeinschaft. Als im Jahre 1887 die Engländer die Tsimshian in eine Reservation umsiedeln wollten, unternahm eine Gruppe von Häuptlingen eine Reise nach Großbritanien, um Königin Victoria einen Brief zu überreichen. Daraufhin hielt sich die britische Regierung für einige Jahre zurück. Die Tsimshian bildeten einen Landrat, der Rechtsanwälte anwies ihre Ansprüche entsprechend den Stammesinteressen zu vertreten. Die Klage der Tsimshian wurde im Jahre 1913 im Staatsrat des britischen Königsreiches eingereicht. Es verstrichen wiederum einige Jahre und erst 1927 wurde eine Entscheidung gefällt. Die Landansprüche der Tsimshian wurden abgelehnt und weitere rechtliche Schritte wurden ihnen untersagt. Durch Veränderung der Indianergesetze wurde es den Tsimshian 1951 in Kanada ermöglicht, ihre Landansprüche geltend zu machen.
Nishga: sind ein Unterstamm



Twana
Sie waren Mitglieder der Salish-Sprachgruppe, der im südwestlichen Washington wohnte. Ihre Behausung war das Blockhaus. Als Hauptnahrung verzerrten sie Fisch.



Umpqua
Die Umpqua gehören der Penuti-Umpqua-Sprachgruppe an. Das Blockhaus diente ihnen als Behausung und Fisch war ihre Hauptnahrung.



Wynochee
Die Wynochee sind ein Volksstamm der Salish-Sprachfamilie, der an der Küste des heutigen Bundesstaates Washington lebte. Als Wohnstätte verwendeten sie das Blockhaus und ihre Hauptnahrung war Fisch.



Yaquina
Sie gehörten der Penuti-Sprachgruppe an, der an der Küste von Oregon lebte. Ihre Wohnstätte ist das Blockhaus und ihre Hauptnahrung ist der Fisch.
 


Die Haida
Die Haida sind ein Volksstamm der Na-Dene-Sprachfamilie.

Sie lebten auf den Queen Charlotte Islands - größte

Inselgruppe vor der Küste von British Kolumbia - und in einem

direkt im Norden daran anschließenden Gebiet in Alaska. Das

Wort «Haida» wird auch für Völker angewendet, die sich der

Haida-Sprache bedienen. Verwandte Sprachen sind die der

Tlingit und Tsimshia.

Ihre Wohnstätten waren kulturell hochentwickelte Dörfer, in

denen fünfzehn Meter hohe Totempfähle errichtet waren.

Hauptnahrungsquelle war der Fisch, sie jagten aber auch in

stattlichen Kanus Seehunde. Wie andere Völker der

Nordwestküste lebten sie vor allem vom Lachsfang (Roter

Lachs: Sockeye = Oncorrhynchus nerka) und wichtige

pazifische Lachsarten. Aber auch Heilbutt, Schalentiere,

Seesäuger, wie Tümmler, Robben, Seelöwen und Seeotter

waren ebenfalls Teil ihrer Nahrungskette. Dazu kamen noch

Pflanzenprodukte, wie Beeren, Wurzeln, Tang, Schierling und

Fichtenrinde und Landtiere, wie Karibu, Biber, Bär, Hirsch,

Vögel und deren Eier.

Die Frauen sammelten die Beeren und Wurzeln, bereiteten die

Mahlzeiten, konservierten, gerbten die Felle, stellten die

Kleidung und Körbe her. Die Männer fischten, jagten, bauten

die Häuser und großen Kanus, fertigten die Schnitzereien an

und vollbrachten die imposanten Malereien. Korbhüte wurden

von den Frauen hergestellt und von den Männern bemalt. Die

Muster glichen denen anderer Stämme der Nordwestküste.

Besonders bekannt war und ist auch heute noch die

Holzschnitzkunst der Haida. Hervorzuheben sind besonders

ihre berühmten Totempfähle, aber auch ihr Geschick im Boots-

und Holzhausbau.

Ihre traditionelle Sozialorganisation ist matrilinear. Die großen

Blankenhäuser sind im Besitz der Lineages. Eine politische

allumfassende Organisation gab es nicht, regionale

Dorfzusammenschlüsse waren die Regel. In Clane war die

Dorfgemeinschaft geteilt. Säugetiere und Vögel bestimmten

die wichtigsten Wappen, aber auch Naturerscheinungen

konnten einen Clan den Namen geben, wie Abendhimmel,

Regenbogen ... Im Clan waren die Angehörigen in eine

hierarchische Klassengesellschaft mit hohen

Rangunterschieden und Zeremonien, die mit dem Status des

einzelnen zusammenhingen, gegliedert. Die Zeremonien waren

Feste, Tanzaufführungen und Potlatche, bei denen man durch

Verteilung und entsprechende Darbietung von Objekten des

Wohlstandes Ansehen - Prestige - und einen bestimmten

Status erreichen bzw. erhalten wollte. In schönen Schalen und

Gefäßen wurde den Gästen besondere Speisen gereicht. Zu

den Tänzen wurden kunstvolle Masken und Kopfschmuck

getragen und Musikinstrumente, wie Trommeln, Rasseln und

Flöten begleiteten die Darbietung.
Die Haida legten Wert auf ästhetische Vollkommenheit.

An der Nordwestküste kam das gesellschaftliche Gleichgewicht

nach Ankunft der Weißen aus den Fugen. Massenhaft

fabrizierter Ramsch kam unter die Indianer, so dass ihre

heiligen Zeremonien an Bedeutung verloren. Erster Kontakt

mit Europäern fand im Jahre 1774 statt, als spanische

Entdecker die Queen Charlotte Inseln erforschten. Ihnen

folgten die Amerikaner und Engländer unter ihnen der

berühmte englische Seefahrer James Cook.

6.000 Stammesmitglieder zählte der Stamm 1834, nur fünfzig

Jahre später war die Zahl durch die Pocken auf 800 gesunken.

588 Personen wurden 1935 registriert bevor ihre Zahl wieder

anstieg. 1.500 Haida wurden 1968 in Masset und registriert.
 

Die Küsten-Salish
Die Küsten-Salish lebten an der stark zerklüfteten Küste des

westlichen Nordamerikas - genauer nördlich von Cape Flattery.

Für die Nahrungsgewinnung spielten die Wasserkanäle

zwischen den Inseln wie auch die Buchten, Sandbänke,

Binnenseen und die Unterläufe der Flüsse eine wichtige Rolle.

Genauso wichtig waren die Küstengebirge mit ihrem

Waldreichtum. Durch die Gebirge längs der Küste konnten die

Bewohner der Nordwestküste nur entlang der Flußläufe

Kontakt zu Indianerstämmen im Binnenland aufnehmen. Auf

dem Land waren die Hauptnahrungsmittel vor allem Rotwild,

Wurzeln und Beeren. Im Wasser gab es außer Fischen,

Wassergeflügel und Seesäugetiere. Jedoch der Fischfang war

die wichtigste Beute im Wasserbereich - Lachs, Kabeljau,

Hering und Heilbutt. Wegen des Überflusses an

Nahrungsmitteln konnten die Indianer im Laufe eines Jahres

sogar eine Auswahl ihrer Verwendung treffen. Die Wohnplätze

lagen deshalb nahe beieinander. Mit Booten war es ihnen

möglich schnell an die Nahrung heranzukommen, weshalb sie

das wichtigste Verkehrsmittel der Westenküsten-Indianer

waren.

Jedoch war das Angebot an Nahrungsmitteln stark

saisongebunden, was aber nur in Ausnahmefällen Engpässe

eintreten ließ, da die wichtigsten Fischarten nacheinander

kamen. Im Frühjahr war der Schwerpunkt die Heringe und im

Sommer und Herbst war die Hauptnahrung der Lachs.

Hauptschwerpunkt war der Lachs im Herbst, weil das feuchte

Klima etwas trockener war und die Küsten-Salish mit ihm ihre

Wintervorräte anlegen konnten. Der Lachs der in dieser

Jahreszeit gefangen wurde, zeichnete sich außerdem wegen

seines verhältnismäßig geringen Fettgehalts aus und ließ sich

deshalb gut konservieren. Der angelegte Lachsvorrat reichte

bei gutem Fang über die Wintermonate aus, jedoch bei

schlechten Fangergebnissen konnten Engpässe auftreten, da

im Winter wegen der stürmischen See der Fang von Kabeljau

erschwert wurde.

Durch ihre angelegten Vorräte konnten die Küsten-Salish im

Winter in festen Unterkünften ausharren, die ihnen nicht nur

Schutz boten, sondern es erlaubten auch Feste und

Zeremonien abzuhalten. Die reichlichen Nahrungsangebote der

Natur machten es den Küsten-Salish möglich, ihre Siedlungen

dichter aneinanderzulegen und das größere Personengruppe in

ihnen wohnen konnten als bei den Bodenbauern Nordamerikas.

Oft lebten in einem Dorf mehrere Hundert Menschen, die

miteinander verwandt waren. Jede Familie eines Dorfes war

wiederum mit Familien anderer Ansiedlungen verwandt, ob

durch Heirat oder durch mütterliche bzw. väterliche

Zugehörigkeit. Bei einer Heirat konnte frei entschieden

werden, den Wohnsitz zu wechseln, trotzdem blieb der Mann

meistens am Wohnort wo er geboren wurde.

Die Fischgründe wurden von allen Männern einer Familie

genutzt, sie unterstand aber den Anführer dieser

Verwandtengruppe - meist ein älterer und angesehener Mann

mit Erfahrungen in der Gewinnung von Nahrungsmitteln. Die

Fischfangplätze gehörten meist einer Familie und durften nicht

von Verwandten der gleichen Ansiedlung genutzt werden,

jedoch von Familien anderer Dörfer. Die Familien besaßen

meist mehrere Fangplätze, was Unterschiede im Besitz

hervorrief. Eine Heirat hatte oft das Ziel, möglichst gute

Fischfangplätze in anderen Gegenden zu erzielen, um damit

die Existenz einer Familie zu sichern. Ein anfallender Überfluß

an Nahrungsmittel wurde an benachbarte Familien

weitergeben, mit der Absicht bei Engpässen mit Hilfe rechnen

zu können oder um an andere Lebensmittel bestimmter

Gegenden zu gelangen.

Die Küsten-Salish sind aus Jägern, Fischern und Sammlern der

Waldgebiete subarktischer und gemäßigter Klimazonen

hervorgegangen. Sie wurden im 17. Jahrhundert von

Ojibway-Jägern aus ihrem Jagdgebiet im Binnenland verdrängt

oder gingen mit der Hoffnung günstigere Umweltverhältnisse

für die Ernährung und die weiteren Lebensbedingungen zu

finden.
 
Die Kwakiutl
Die Kwakiutl sind ein Volkkstamm der

Algonkin-Wakash-Sprachfamilie, der an der Nordwestküste

beheimatet war. Ihre Wohnstätte waren Dörfer mit

Blockhäusern aus Zedernholz - was typisch für die

Nordwestküste war.

Die Kwakiutl waren einer der größten Stämme der

Nordwestküste, mit denen andere - etwa dreißig -

Volksgruppen sprachlich verwandt sind.

Ihre Nahrung war hauptsächlich der Fisch.

Weiße waren den Kwakiutl als Handelspartner willkommen,

jedoch blieben die beiderseitigen Handelsbeziehungen bis

Mitte des 19. Jahrhunderts nur sporadisch.

Das wichtigste Fest - was den Mittelpunkt des kulturellen

Lebens darstellte, war die Potlatch-Zeremonie, bei der das

strenge Gesetz der Verteilung von Eigentum unter Freunden

und Nachbarn eine wichtige Rolle spielte. Der Gastgeber

verteilte Geschenke unter den Geladenen und demonstrierte

auf diese Weise seinen Reichtum und Erfolg. Das Fest dauerte

bis zu zehn Tage und konnte den Gastgeber fast in den

Bankrott treiben. Je länger das Fest dauerte und je mehr

Geschenke verteilt wurden, desto größer war der Erfolg und

der gewonnene Prestige im Stamm. Keine Kosten wurden

gescheut, um es zu einem gelungenen Fest zu machen.

Das Fest war soziales, religiöses wie auch politisches Ereignis

der Nordwestküsten-Indianer. Die Verteilung der Geschenke

war zwar der Kern dieses Potlatches, aber es wurde auch

gesungen, getanzt und gefeiert.

1884 wurde die Potlatch-Zeremonie von der kanadischen

Regierung verboten. In den zwanziger Jahren wurde das

Gesetz besonders streng überwacht, so dass 1921/22 34

Kwakiutl vor Gericht erscheinen mußten und verurteilt wurden.

29 Jahre später - 1951 - wurde das Verbot erst wieder

aufgehoben.

Im kanadischen Reservat wurden 2.953 Stammesmitglieder im

Jahre 1967 registriert. Insgesamt gibt es heute 15 Reservate,

die von unabhängigen Ratsversammlungen (band council)

regiert werden.

Haanatlenok: (»Bogenschützen«). = ein Unterstamm der

Kwakiutl.
 
Die Tlingit
Die Tlingit sind ein Volksstamm der Na-Dene-Sprachfamilie

(manchmal auch Algonkin-Nadene bezeichnet). Ihre Heimat ist

die Region Panhandle in Südalaska. Einige Gruppen lebten

auch im Inland von British Columbia. Das milde Klima und die

unglaublichen Naturschätze (Fisch und Wild im Überfluß, Holz

usw.) ermöglichten den Tlingit ein durchdachtes und

komplexes Gesellschaftssystem, eine eigene Religion und eine

selbstständige künstlerische Tradition zu schaffen.

Die Tlingit waren sehr gute Seefahrer und waren in der Lage

bis zu 1.500 Kilometer nach Nordwesten zu fahren, um mit

den dortigen Einwohnern Handel zu treiben. Sie lebten in

großen Gemeinschaftshäusern mit Giebeldach, die 50 bis 100

Personen Platz boten. Die Pfosten der Häuser waren mit

Totem-Symbolen des entsprechenden Clans verziert. Mehrere

solcher Häuser bildeten ein Dorf und eine bestimmte Anzahl

dieser  Dörfer den Stamm. Die einzelnen Haushalte hatten ihre

eigenen Wirtschaftsgüter wie Kleidung, Waffen und

selbstgefertigte Gegenstände.

Die Ritualgegenstände gehörten dem ganzen Clan. In dem

matriarchaischem Sozialsystem wurden diese religiösen

Gegenstände vor allem von den Schamanen verwendet, die

das gesamte Stammesleben kontrollierten. Der Glauben der

Tlingit beruhte auf der Annahme, dass jedes Ding und jedes

Wesen eine Seele hat. Dieser Glaube verlangte demnach auch

genaue Riten beim Jagen und Töten von Tieren.

Die Tlingit waren in zwei Hauptgruppen oder Stammeshälften

(moieties = vom franz. moitié = Hälften) unterteilt. In sie

wurde man hineingeboren. Die eine war die des Raben, die

andere, die des Wolfes (manchmal auch Adler genannt). Jeder

der Gesellschaft gehörte zu einer dieser Hälften, der wiederum

nur ein Mitglied der anderen Hälfte heiraten konnte. Da dieser

matrilinearen Gesellschaft, gehörten die Kinder immer zur

moities der Mutter. Jede dieser moities wiederum war in kleine

Gruppen - Clane oder Horden - geteilt. Die Raben-Hälfte war in

27 Clane gegliedert. In den Dörfern hatte jeder Clan einen

eigenen Anführer. Mehrere Clane waren so verzweigt, dass sie

in mehreren Dörfern vertreten waren. Der Führer war auf die

lokale Ebene beschränkt.

Die Erbfolge, die eine wesentliche Rolle spielte, folgte den

Regeln der Abstammung. Egal wie die Organisation im Dorf

war, gab es z. B. bei den Tlingit Abstammungslinien von

verschiedenen Rängen. Der höchste Rang führte seine

Abstammung auf ein heiliges Tier zurück, wie Raben, Adler,

Bär oder auf einen Menschen, der besondere Kräfte und Rechte

durch ein Erlebnis mit einem übernatürlichen Wesen

empfangen hatte. In der Sozialordnung der Tlingit richtete sich

das Ansehen Einzelner nach ihrem Reichtum. Um diesen zu

zeigen, wurden die an der Nordwestküste aus religiösen

Gründen veranstaltete Potlatch gefeiert. Dabei handelte es um

ein großes Fest, bei dem die Gäste im Übermaß bewirtet und

beschenkt wurden. Jedoch waren die Beschenkten automatisch

aufgefordert ihrerseits ein noch größeres dieser Feste zu

feiern.

Im 20. Jahrhundert verbot die amerikanische Regierung

vorübergehend diesen Ritus des Schenkens, da er Teile von

Familien, ja sogar ganze Sippen ruinierten konnte. Die Tlingit

waren nicht so leicht zu besiegen. Deshalb ließen sie sich nie

ganz aus ihren angestammten Gebieten vertreiben.


Stämme des Nordostens
 
Wird in der Literatur auch als »Östliches Waldland« bezeichnet
Das östliche Bergland wird im Norden durch die Großen Seen, im Westen durch den Mississippi, im Süden durch den Cumberland River und im Osten durch den Atlantischen Ozean begrenzt.

Im südlichen Teil des östlichen Berglands gibt es viele sichtbare Zeugnisse für präkolumbische Geschichte der Indianer. Große wall-, tier- und pyramidenförmige Stein- und Erdwerke ("Mounds"), die als Befestigungen und Kultstätten dienten, wurden kurz nach der Zeitwende errichtet. Der "Monks-Mound" von Cahokia bei St. Louis besteht aus vier zu einer Plattform aufsteigenden Terrasse. Mit seiner Höhe von 30 Metern und einer Grundfläche von 71.400 Quadratkilometern gehört er zu den Größten altertümlichen Bauwerken der Erde.

 Bei Grabungen wurden viele Gegenstände gefunden, die Rückschlüsse auf ihre Erbauer zulassen. Wie man annimmt sollen das im Norden die Irokesen und Siouxstämme und im Süden die Muskhogee gewesen sein.

Vor Ankunft der Weißen wurde das östliche Waldland von Stämmen der Algonkin-, Irokesen-, Sioux- und Muskhogee-Sprachfamilie besiedelt. Alle Stämme des östlichen Waldlandes betrieben, wenn auch im unterschiedlichen Maße den Anbau von Kulturpflanzen. Eine Ausnahme waren die Ojibwa im Gebiet der Großen Seen, welche den wildwachsenden Wasserreis ernteten. Die Felder wurden durch Brandrodung urbar gemacht. Pflanzstöcke und Hacken mit Blättern aus Stein oder Schulterblattknochen wurden für die Feldarbeit benutzt.

Es wurden hauptsächlich Mais, Bohnen, Kürbisse, Sonnenblumen und im Süden Süßkartoffeln angebaut. Baumwolle und Tabak wurden als Nutz- und Genußpflanzen kultiviert. Ferner bot der Wald wildwachsende Pflanzen, deren Früchte und Wurzeln für menschliche Ernährung nutzbar gemacht wurden. Aus Ahornsaft wurde Zucker gewonnen.
Mit Pfeil und Bogen erlegten sie bei der Jagd Hirsche, Elche und andere Tiere. In Fallen wurden Tiere gefangen, Treibjagden wurden durchgeführt, die nicht nur der Fleischerbeutung dienten, sondern auch Felle zur Herstellung verschiedenster Gegenstände.

Auch der Fischfang spielte an den Küsten besonders bei den Algonkinstämmen eine wichtige Rolle. Man benutzte dazu Fischwehre und -zäune, Harpunen, Netze, Reusen, Speere und Angelhaken. In Flüssen wurden Fische mit Pfeil und Bogen geschossen.

Die Nahrung wurde auf verschiedene Weise zubereitet. Fleisch das nicht sofort gegessen wurde, konservierte man durch Trocknung, den im Holzmörser zerstampften Reis aß man in Form von Fladen oder gekochten Speisen, auf heißen Steinen gebacken oder grüne Maiskolben röstete man.

Die Wohnhäuser der Indianer im östlichen Waldland fielen sehr unterschiedlich aus. Die Algonkins bauten Wigwams, an der atlantischen Küste errichtete man Langhäuser mit Tonnendach, die Irokesen wohnten in Langhäusern die einen Mittelgang besaßen, bei den Sioux-Indianern wurden runde oder ovale kuppelförmige Hütten mit Rindenbedeckung erbaut und die südlichen Stämme wohnten in Sommer- und Winterhäusern.

Die Sommerhäuser waren rechteckig, hingegen waren die Winterhäuser rund und hatten einen Lehmbewurf, die Dächer waren mit Stroh gedeckt. Die Kleidung der Männer bestand aus einem Lendenschurz, Leggings und Mokassins. Die Frauen trugen knielange Kleider oder Rock mit Bein- und Fußbekleidung. Die Überbekleidung bestand aus Pelz- oder Federmäntel. Die Kleidung der Frauen und Männer wurde vornehmlich aus Hirschleder hergestellt.

 Leder wurde auch verwendet für Taschen, Beutel und andere Gebrauchsgegenstände. Im östlichen Waldland war auch die Töpferei bekannt. Es war die Arbeit der Frauen. Sie kam aber über einfache, relativ rohe Formgebung nicht hinaus und wurde im 18. Jahrhundert fast ganz aufgegeben. Fast alle Gebrauchsgegenstände, wie Schüsseln, Löffel und Mörser wurden aus Holz geschnitzt. Auch Kanus wurden aus Holz hergestellt. Aus gediegenem Kupfer fertigten sie Schmuck, Messer und andere Gegenstände.

Auch die Indianer des östlichen Waldlandes benutzten zur Jagd Pfeil und Bogen, Speere, Messer und Keulen in vielen Formen. Die Irokesen bevorzugten Keulen mit Kugelkopf, südliche Stämme sichelförmige Keulen. Oft waren in den Keulen auch Spitzen eingelassen. Aus der Algonkinsprache entstammt die Bezeichnung "Tomahawk", was allgemein Keule hieß.

Das sogenannte Muschelgeld war im östlichen Waldland verbreitet. Am kostbarsten waren nur zwei Arten, und zwar die weißen Schalen von Meeresschnecken und der violetten Venusmuschel. Die hieraus hergestellten Röhrenperlen wurden in Stränge gereiht, die als Wampum bezeichnet Perlen hatten später die Bedeutung eines Wertmessers. Wampum-Gürtel wurden überreicht bei Vertragsabschlüssen und hatten Bedeutung eines offiziellen Dokuments. Aus den Ornamenten waren Inhalt und Zweck ersichtlich.


Erwähnenswert sind auch die bildlichen Darstellungen. So ritzten die Ojibwa den Inhalt von Zeremonien und magischen Gesängen in Birkenrinde. Ebenfalls hielten die Delawaren im Walum Olum ihre Stammesgeschichte fest. Die Sioux-Stämme vermerkten mit einer charakteristischen Zeichnung das wichtigste Ereignis des Jahres auf ihren Wintercounts.

Im östliche Waldland kannten die Indianer eine festgefügte Stammesorganisation mit oft sehr mächtigen Häuptlingen. Der Stammesbund der Irokesen war eine Vereinigung von Stämmen zu einem militärischen Bund, wurde gegen 1570 gegründet. Einer der obersten Häuptlingen der Algonkinstämme war Powhatan.


Bei den Waldlandindianern wurde die Welt von vielen religiösen Vorstellungen beherrscht. So glaubte man an Geister, Götter und Naturkräfte. Manabush, der große Hase, spielte als Kulturheros in den Mythen der Algonkin eine bedeutende Rolle. Mythische Zwillinge, die das Gute und das Schlechte in der Welt schufen, waren es bei den Irokesen. Mit den gehörnten Erd- und Wasserschlangen standen Donnervögel in Gestalt riesiger Adler in Feindschaft. Für die vier Winde und den Glauben an Zwerge und Riesen und viele Tiergeister gab es Götter. Alles, was den Indianer umgab, ob belebt oder unbelebt, besaß geheimnisvolle magische Kraft. Bei den Irokesen wurde es Orenda, von den Sioux Wakonda oder Wakan und bei den Algonkins Manitou genannt.
Die der Ernte der Feldfrüchte gewidmeten religiösen Feste und Tänze spielte bei den Indianer des östlichen Waldlandes eine wichtige Rolle. Dabei trugen die Medizinmänner auch Masken, die aus Stroh geflochtenen oder hölzernen Masken der Irokesen und Potawatomi sind besonders bekannt geworden.
 
 
 
Indianer-Stämme des Nordosten

Arosguntacook | Canarsee | Chickahominy | Conestoga | Croatan | Dogi | Eel River | Erie | Housetonic | Kickapoo | Kitchawank | Mahican | Massachuset | Mattapony | Menomini | Miami | Michigamea | Mohegan | Montauk | Nanticoke | Narraganset | Nauset | Neutrale | Niantic | Nipmuck | Ottawa | Patchcoag | Pennacook | Pequot | Petun | Pocumtuc | Potawatomi | Rockaway | Saponi | Sauk und Fox | Secotan | Shinnecock | Stockbridge | Susquehanna | Tobacco | Wamponoag | Wappinger | Wea | Wesort | Wyandot 

Die folgenden Stämmen des Nordostens werden im unteren Teil beschrieben:

Cayuga | Chippeway | Delawaren | Huronen | Illinois | Irokesen | Mohawk | Ojibway | Oneida | Onondaga | Seneca | Shawnee | Tuscarora

Arosguntacook
Die Arosguntacook waren ein kleiner Neugland-Stamm (= die 6 Neuenglandstaaten waren: Connecticut, Maine, Massachusetts, New Hampshire, Rhode Island, Vermont).


Canarsee
Die Canarsee sind einer der 14 Stämme, welche auf Long Island - dem heutigen New York - lebten und an die Irokesen Tribut zahlen mußten.


Chickahominy
Die Chickahominy sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in Langhäusern wie die Irokesen lebte. Auch sie bauten als Hauptnahrung Mais an.


Conestoga
Conestoga ist die Bezeichnung für die letzten Überlebenden vom Stamme der Susquehanna, Stamm der Irokesen-Konföderation aus Pennsylvannia.


Croatan
Die Croatan sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der auf Roanoke Island im heutigen US-Bundesstaat Virginia lebte. Als Behausung verwendeten sie das Langhaus und als Nahrung bauten sie hauptsächlich Mais an.


Dogi
Sie waren eine Stammesgruppe, die in der Piedmont-Region in Virginia lebten. Die Dogi waren bereits um 1670 ausgerottet.


Eel River
Sie waren ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in den Bundesstaaten Indiana und Ohio beheimatet war. Sie bewohnten kuppelförmige fell-, stroh- oder rindenbedeckte Hütten. Die Eel River bauten Mais an, der ihre Hauptnahrung darstellte. 1828 verkauften sie ihre Reservation am Eel River in Indiana und lebten fortan mit den Miami zusammen.


Erie
Die Erie (die Langschwänzigen) sind ein Volksstamm der großen Irokesen-Sprachfamilie und bewohnten ein Gebiet im Süden des Eriesees. Von den Franzosen wurden sie auch als Neutrale bezeichnet, da sie nicht dem Irokesen-Bund beitraten und ihre Stammesverwandten gegen die Irokesen nicht unterstützten. Bei den Irokesen wurde ihr vollständiger Name mit »das Panthervolk« übersetzt. Nach der Vernichtung der Huronen durch den Irokesen-Bund nahmen die freundlichen Erie Überlebende dieses Stammes bei sich auf. Die Irokesen forderten die Erie auf, die Flüchtlinge für den Marterpfahl ausliefern. Diese lehnten aber die Forderung ab und begründeten ihre Ablehnung mit dem indianischen Gesetz der Gastfreundschaft. Daraufhin überfielen die Irokesen die Erie und rotteten sie bis 1656 fast vollständig aus. Überlebende flüchteten zu den Algonkin oder schlossen sich den Huronen an, die ihre Heimat verließen. Die Erie, die bei den Algonkin Unterkunft erhalten hatten, zogen aber später zu Algonkin-Stämmen nach Indiana und Michigan. Unter deren Schutz stieg ihre Zahl wieder an. Aus ihnen entstand der Stamm der Wyandot, der berühmt und berüchtigt wurde.


Housetonic
(auch Stockbridge) Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der im heutigen US-Staat Massachusetts lebte. Ihre Wohnstätte war das Langhaus und ernährten sich von Mais und der Jagd. 1832 trat der kleine Stamm mit den Munsee in einem Bund ein, um auf diese Weise sich Land in Wisconsin kaufen zu können. Auf diesem Land leben heute noch Stammesangehörige. Andere Housetonic siedelten sich bei den Cherokee im Indianer-Territorium in Oklahoma an.


Kickapoo
Die Kickapoo sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie. Einst waren sie Verbündete der Sauk und Fox. Um das Jahr 1750 zogen sie und andere Stämme der Algonkin-Familie zu Verwandten ins Ohiogebiet in den heutigen Staat Illinois. Die Algonkin-Stämme standen in den Diensten der Franzosen und wurden von ihnen gegen die Engländer aufgehetzt. Die Franzosen bewaffneten die Algonkin-Stämme und bildeten sie zu guten Schützen aus, um ihre Beutezüge zu organisieren. Die Kickapoo nahmen auch an dem Krieg von 1754 bis 1763 teil. In diesem Krieg siegten die Engländer. Von den Franzosen fühlten sich die Kickapoo verraten, was sie veranlaßte, sich zurückzuziehen. Nach der Vertreibung der Irokesen-Liga nach Süden wurden sie friedliche Ackerbauern. Sie lebten in großen Dörfern. Ihre Behausung war der Wigwam und sie bauten kilometerlange Maisfelder an. Ihre Kultur bestand aus Teilen der Waldland-Kultur und aus Teilen der Kultur des Südostens. Das Gebiet von Illinois mußten sie 1819 an die Vereinigten Staaten abgeben. Die Kickapoo wurden nun an den Westufern des Missouri in der Nähe von Fort Leavenworth angesiedelt.


Kitchawank
(Am großen Berg). Sie sind ein Stamm Wappinger-Konföderation. Ihre Heimat war das Ostufer des Hudson River und haben diese durch einen Vertrag vom 30. August 1645 an die Holländer Manhattan Peninsula verloren.


Mahican
Dieser Stamm ist bekannt geworden durch die Romane von J. F. Cooper »Der Lederstrumpf«. In Coopers Zeit nannte man sie Mohican = Mohikaner. Sie waren ein Stamm Algonkin-Sprachfamilie und lebten im Gebiet des nördlichen Hudson Rivers. Sie hatten die gleichen Gewohnheiten wie die Delawaren, da sie mit ihnen verwandt waren. Zur Zeit der Besiedlung New Englands durch die Weißen waren die Mahican der bedeutendste Stamm dieses Gebietes. Aber Alkohol und Kriege gegen die Eindringlinge ließ den Stamm bereits um Jahr 1700 auf einige Clans schrumpfen. Um das Jahr 1724 schlossen sie sich ihren Verwandten, den Delawaren und Shawnee an. Heute gibt es noch einige Dutzend Mahican, die aber heute Stockbridge-Indianer genannt werden, weil lange an einem Ort gleichen Namens lebten.
Nicht verwechseln mit den Mohegan.


Massachuset
Sie sind ein Algonkin-Stamm und im gleichnamigen USA-Staat beheimatet. Ihre Nachbarn waren die Wampanoag mit denen sie freundschaftliche Beziehungen hatten. Eine Epidemie dezimierte den Stamm von 10.000 auf nur noch 1.000 Mitglieder. Die Massachuset spielten keine bedeutende Rolle in der Geschichte.
Nashua: Die Nashua sind ein Unterstamm der Massachuset. Sie nahmen am König Philip-Krieg gegen die verhaßten Engländer teil. Der Stamm wurde von den Briten nach dem Krieg fast vollständig gefangengenommen und als Sklaven auf die Bermudas verkauft.


Mattapony
Sie sind ein Algonkin-Stamm, der in sogenannten Langhäusern wohnte und als Hauptnahrung Mais anbaute.


Menomini
(auch Menominee). Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der im Seengebiet von Wisconsin - Green Bay im Süden der Großen Seen - wohnte. Sie leben heute in der Nähe ihrer früheren Heimat in einem Reservat.


Miami (Maumee, Twigthwee).
Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in den Bundesstaaten Illinois und Wisconsin beheimatet war. Ihre Behausung war die Kuppelförmige Stroh-, Rinden- oder Fellhütte. Ihr Hauptnahrung war der Mais. Ihr Name stammt von dem Chippeway-Wort «omaumeg» oder «Leute, die auf der Halbinsel leben». Erstmals hatten die Miami im Jahre 1658 bei Green Bay mit Weißen Kontakt. Sie verließen ihre Heimat und zogen zum Quellgebiet des Fox River. Aus dieser Heimat wanderten sie zu dem Quellgebiet des Wabash und Maumee aus. Die Miami besaßen gute Kontakte zu den Franzosen auf dessen Seite sie auch kämpften. Zu den Piankashaw hatten sie auch gute Beziehungen. Dieser Stamm war wahrscheinlich einmal ein Teil der Miami. Unter dem Häuptling Little Turtle nahmen sie an den Pontiac-Aufstand teil. Im Jahre 1790 besiegten sie zweimal General Josiah Harmer und 1791 General Arthur St. Clair. Jedoch gegen General Wayne erlitten sie 1794 in der Schlacht von Fallen Timbers eine herbe Niederlage. Nach dem Krieg übergaben die Miami das gesamte Gebiet südlich und östlich des Ohio der US-Regierung. Im Krieg von 1812 waren die Miami Verbündete der Engländer, die durch Oberst John Campbell in der Schlacht von Mississinewa am 18. Dezember 1812 besiegt wurden. Die Miami wurden 1838 nach Kansas zwangsumgesiedelt, wohin bereits andere verbündete Stämme deportiert waren. 1867 wurden sie nach Oklahoma ins Indianerterritorium gebracht. 393 Miami wurden im jahre 1985 in Oklahoma registriert.
Untergruppen waren: die Piankashaw, die Peoria (Piware, Peouaria) und die Eel River.


Michigamea
Die Michigamea heißen in der Algonkin-Sprache »Großes Wasser« und sind gegen Ende des 17. Jahrhunderts von den Chickasaws aus ihren Jagdgründen vertrieben worden. Um das Jahr 1818 bestand der Stamm nur noch aus drei männlichen Stammesmitgliedern. Nach ihrem Namen wurde der US-Staat Michigan benannt.


Mohegan
Die Mohegan sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, deren Heimat östlich des Wappinger Country im heutigen Bundesstaat Connecticut war. Sie waren ein Zweig der Pequot, der sich unter ihrem Häuptling Uncas vom Hauptstamm in Feindschaft trennte und dieser Zustand auch nach der Gründung eines neues Stammes anhielt. Als im Jahre 1636 der Pequot-Oberhäuptling Sassacus einen Krieg gegen die englischen Ansiedler begann, kämpften die Mohegan unter Führung von Uncas auf Seiten der Engländer. Die englische Armee, welche sich aus 240 Kolonisten, 70 Mohegan und 1.000 Narraganset zusammensetzte, griff in der Nacht ein befestigtes Dorf der Pequot in der Nähe des Mystic River an, tötete 600 Bewohner und brannte schließlich die Ortschaft nieder. Damit war die Macht der Pequot gebrochen. Nach dem Massaker floh Sassacus zu den Mohawk, wo er am Marterpfahl endete. Die Mohegan, hatten nur wenige Krieger gegenüber den Narraganset, hielten aber stets die Treue zu den Engländern. Auch als die vereinigten Stämme der Narraganset, Pequot, Wamponoag und andere Algonkin-Stämme unter der Führung von King Philip im Juni des Jahres 1675 einen Krieg anfingen, waren die Mohegan auf Seiten der Engländer mit 500 Gewehr- und Bogenschützen vertreten. Dieser Krieg endete im August 1676 mit dem Tod von King Philip. Die letzten 400 Mohegan bewohnten im 19. Jahrhundert mit ihrem Häuptling Ihtauokam ein Stück Land in Wisconsin am Winnebagosee in der Nähe der Green Bay, welches sie von der Regierung erhalten hatten.
Verwechseln Sie nicht die Mohegan mit den Mahican.


Montauk
Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachgruppe, der in Long Island, New York beheimatet war. Seine Wohnstätte war das Langhaus und ernährten sich hauptsächlich von Fisch. Die Montauk wurden im 17. Jahrhundert durch Krieg und Krankheit stark dezimiert, so dass sie Mitte des 19. Jahrhunderts fast ausgerottet waren. Ihre Name ist durch eine Felsspitze im Osten von Long Island und durch die Benennung einer Stadt erhalten geblieben.


Nanticoke
Die Nanticoke sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der am Nanticoke River in Maryland beheimatet war. Zwischen ihnen, den Delawaren und conoys bestand eine lose Interessengemeinschaft. Als die englische Besiedlung immer weiter vorrückte, wanderten die Nanticoke im Jahre 1748 zum Susquehanna River nach Norden und schlossen sich dem Irokesen-Bund an.


Narraganset
Sie sind ein Stamm der großen Algonkin-Sprachfamilie, der an der Atlantikküste lebte und zu Beginn der Kolonisation Neuenglands durch die Weißen der führende Stamm der Algonkins an der Küste war. Die Narraganset hatten 30 Dörfer, die in den heutigen Staaten Connecticut und Rhode Island lagen. Sie hatten einen so hohen Führungsanspruch, dass andere Stämme der Region Tribut an sie zahlen mußten. Jedes ihrer Dörfer bildete eine politische Einheit, sie waren aber über einem Bund zusammengeschlossen, dem ein Sachem anführte. Im Jahre 1636 begannen die Pequot unter Führung ihres Sachem Sassacus einen Krieg gegen die Engländer, da diese immer weiter in ihr Stammesgebiet vordrangen, bei dem die Narraganset unter ihrem Sachem Canonicus die verbündeten Engländer mit 1.000 Kriegern unterstützten. Im Juni des Jahres 1637 endete der Pequot-Krieg mit dem Sieg der Engländer. Die Engländer gingen nun auch rücksichtslos gegen ihre Verbündeten vor, was die Narraganset unter ihrem jetzigen Sachem Canonchet, ein Nachfolger und Großneffe des im Jahre 1647 verstorbenen Canonicus, 1675 veranlaßte, sich mit den Wamponoag unter Führung Metacom (die Engländer nannten ihn King Philip) zu verbünden. Diesem Bund traten auch die Pequot und andere Stämme des Gebietes bei. 1675/76 kam es zum Krieg, in dem die vereinigten Stämme von den Engländern und ihren verbündeten Irokesen, Mohegan und andere christliche Indianer vernichtend geschlagen wurden. Sechs Monate nach Beendigung des Krieges wurde Canonchet von den Engländer gefangengenommen und hingerichtet. Mit dem Tod ihres Häuptling und den hohen Verlusten war die Macht der Narraganset gebrochen. Heute gibt es nur noch wenige Narraganset, die um das Fortbestehen ihres Stammes fürchten müssen.
Saconnet: Sie sind eine kleine Untergruppe der Narraganset. Sie hatten einen weiblichen Sachem und kämpften während des König Philip-Krieg (1675) auf Seiten der Briten. Die Saconnet verkauften um das Jahr 1700 ihr Stammesgebiet und nach einer verheerenden Pockenepidemie war die Personenzahl auf ein Dutzend Überlebender gesunken. Compton auf Rhode Island war ihre Heimat. Die Saconnet sind heute ausgestorben.


Nauset
Die Nauset sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in Langhäusern wie die Irokesen im südlichen Cape Cod lebte. Ihre Hauptnahrung war Fisch.


Neutrale
Die Neutralen sind ein Volksstamm des Irokesenvolkes, die ihre Heimat westlich der Irokesen-Liga hatten. Sie lebten im Süden des Eriesees und ihre Anzahl an Stammesangehörigen glich ungefähr die der Huronen. Neutrale wurden sie genannt von den Franzosen, da sie weder der Irokesen-Liga noch anderen Stammesverwandten im Kampf gegen die Irokesen-Liga unterstützten. Die Neutralen wurden von der Irokesen-Nation im Jahre 1651 unterjocht, nach dem sie die Huronen als Stamm vernichtet hatten. Jedoch ereilte sie eine nicht so schlechte Behandlung wie die anderen Irokesen-Stämme, da sie sich aus allen Kriegen herausgehalten hatten.


Niantic
Sie sind ein Volksstamm der großen Algonkin-Sprachfamilie. Ihre Heimat war der Süden von Cape Cod. Sie erbauten als Behausung Langhäuser und ernährten sich vom Fischfang.


Nipmuck
Sie sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der im heutigen US-Staat Massachusetts lebte. Sie verwendeten als Unterkunft das Langhaus und ernährten sich von der Jagd, vom Fischfang und vom Mais. Die Nipmuck waren in Zentral-Massachusetts im 17. Jahrhundert einer der Stämme den sich die Wampanoag nach ihrer Verdrängung durch weiße Siedler im König Philip Krieg im Jahre 1674 anschlossen. In diesem Krieg waren die Nipmuck mit den Wampanoag und Narraganset unter Führung des Narraganset-Häuptlings König Philip miteinander verbündet. Mit einer Niederlage der drei Stämme endete der Krieg, bei dem die Nipmuck fast vollständig ausgerottet worden.


Ottawa
Die Ottawa sind ebenfalls ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie. Ihre Heimat lag im Norden und Süden des Huronsees. Sie waren sehr kriegerisch und verbündeten sich um das Jahr 1750 mit den Potawatomi, Chippewa, Delawaren, Illinois, Kickapoo, Miami, Sauk und Fox und Shawnee. Da sie Verbündete der Franzosen waren, setzten sie den Engländern heftigen Widerstand entgegen. Nach dem Krieg von 1754 bis 1763 verloren die Franzosen das gesamte Gebiet östlich des Mississippi an die Engländer. Pontiac forderte seine Verbündeten zum Widerstand gegen die englischen Eindringlinge auf, wurde aber nach mehreren Monaten Krieg von seinen Verbündeten im Stich gelassen. Daraufhin gab Pontiac auf. Nach seiner Ermordung kämpften die Algonkin-Stämme auf Seiten der Engländer gegen die 13 aufständischen Kolonien. Nach der Unabhängigkeit standen die Algonkin wieder ihren Feinden den Vereinigten Staaten gegenüber. Die Ottawa, von den Engländern aufgehetzt, führten nun Krieg unter Miami-Häuptlinge Little Turtle und dem Häuptling der Shawnee Blue Jacket gegen die Vereinigten Staaten. Sie schlugen General Harmar 1790, 1791 General St. Clair und wurden erst 1794 von General Wayne in der Schlacht bei Fallen Timbers vernichtend geschlagen. Nach der Grenzziehung gehörten die im Norden des Huronsees wohnenden Ottawas zu Kanada und die im Süden zu den USA. Die in Michigan - zu USA gehörend - lebenden Ottawa, Potawatomi und Chippewa mußten allerdings ihr Stammesgebiet verlassen.


Patchcoag
Patchcoag (auch Poosepatuck) bedeutet im Deutschen "Wo-sie-sich-teilen". Sie waren ein kleiner Indianerstamm, der im Südosten von Long Island - dem heutigen New York, lebte.


Pennacook
Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der an dem Ufer Merrimac River zwischen Massachusetts und New Hampshire lebte. Das Stammesgebiet lag zwischen den Grenzen der Kolonialmächte Englands und Frankreichs.


Pequot
(die Zertrümmerer). Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie und lebten in Cennecticut und Long Island. Ihr Leben glich dem der Atlantikküste. Als Engländer in ihr Stammesgebiet eindrangen, gingen sie 1636 unter ihrem Häuptling Sassacus auf den Kriegspfad. Ihr erster Überfall war erfolgreich, dann aber verbündeten sich die Engländer mit den Narraganset und Mohegan. In der Nacht eines Junitages des Jahres 1637 wurde ein befestigtes Pequot-Dorf von 240 Kolonisten, 1.000 Narraganset und 70 Mohegan angegriffen, die Bewohner getötet und die Wigwams niedergebrannt. 600 Pequot kamen bei diesem Massaker ums Leben. Im King Philip Krieg von 1675 wurden die verbündeten Wamponoag, Narraganset und Pequot von den Engländern vernichtend geschlagen. Damit war die Macht der Pequot und anderer Stämme in New England gebrochen. In kleinen Reservationen in Connecticut leben heute noch einige Pequot.


Petun
Die Petun sind ein Volk der Tobacco-Nation und gehören der irokesischen Sprachfamilie an. Sie waren enge Verbündete der Huronen. Die Petun wurden im Jahre 1649 von den Irokesen vernichtend geschlagen. Um 1610 zählte ihre Bevölkerung 8.000 Personen, die bis 1639 auf 1.200 dezimiert wurde.


Pocumtuc
Die Pocumtuc sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in Massachusetts lebte und inzwischen ausgestorben ist.


Potawatomi
Sie waren ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie und lebten zwischen den Huron- und Michigansee im heutigen Michigan. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts zogen sie aus ihrer Heimat in den Norden von Illinois. Die Potawatomi zählten zu den gefährlichsten Kriegern der Vereinigten Staaten. Auch wenn es zu einigen Streitigkeiten zwischen den Algonkin-Stämmen kam, so waren die Potawatomi die äußere Verteidigungslinie der Algonkin-Stämme gegen die Sioux. Auch sie waren Verbündete der Franzosen gegen die Engländer. Nach dem Krieg von 1763 mußten sie ihr geamtes Gebiet östlich des Mississippi an die Briten abgeben. Sie schlossen sich daraufhin den Ottawas unter Führung Pontiacs an und kämpften fortan gegen die verhaßten Weißen. Im Unabhängigkeitskrieg waren sie Verbündete der Engländer. Im Jahre 1790 besiegten die Potawatomi unter Führung von Black Wolf und den verbündeten Miami mit Little Turtle an der Spitze General Harman und ein Jahr später auch General St. Clair. In der Schlacht von Fallen Timbers im Jahre 1794 wurden sie von General Wayne vernichtend geschlagen. Auch die Shawnee unter Blue Jacket waren an der Schlacht beteiligt. Nach dem sie auch unter dem Shawnee-Häuptling Tecumseh besiegt wurden, zogen sie sich in ihr Stammesgebiet zurück und blieben ab diesem Zeitpunkt friedlich. 1846 wurden sie aus ihrer Heimat mit sanfter Gewalt vertrieben und nach Kansas gebracht. 1867 wurden die Potawatomi im Indianergebiet von Oklahoma angesiedelt.


Rockaway
Rockaway bedeutet im Deutschen »Sandiger Boden«. Sie waren ein kleiner Volksstamm, der auf Long Island - dem heutigen New York, lebte.


Saponi
Sie sind ein sogenannter Außenseiterstamm der Sioux-Sprachfamilie, der in North Carolina und Virginia beheimatet war. 1780 ist der gesamte Stamm durch Seuchen ausgerottet worden.


Sauk und Fox
Die Sauk und Fox sind Stämme der Algonkin-Sprachfamilie. Ihre ehemalige Heimat südlich der Großen Seen - die heutigen US-Bundesstaaten Michigan und Wisconsin - verließen sie im Jahre 1750, um sich ihren Stammesverwandten im Ohiogebiet anzuschließen. Sie und die Chippewa, Delawaren, Illinois, Kickapoo, Miami, Ottawa, Potawatomi und Shawnee - alles Stämme der Algonkin-Sprachfamilie - kamen in den Einflußbereich der Franzosen und leisteten vergeblichen Widerstand  gegen das Vorrücken der Engländer. Der Krieg in den Jahren 1754 bis 1763 war das letzte Aufbäumen der Franzosen und ihrer verbündeten Indianerstämme gegen die Engländer und Irokesen. Die Sauk und Fox waren am Krieg Pontiacs gegen die Briten nicht mehr beteiligt, da sie bereits das Ohiotal Richtung Mississsippi-Gebiet verlassen hatten. Nach dem Krieg treten die Franzosen Kanada und Louisiana - gelegen westlich des Mississippi - an England ab. Die Sauk wurden auch Sac genannt und hatten fast die gleiche Sprache und Lebensweise wie die Fox. Beide Stämme traten meistens als ein Stamm auf. Sie bewohnten große Dörfer, in denen Wigwams errichtet waren, die sie mit Matten bedeckten, da es Birkenrinde in ihren Stammesgebiet nicht gab. Für ihren Lebensunterhalt gingen sie der Jagd und dem Ackerbau nach. Die Krieger beider Stämme hatten glattrasierte Schädel mit einem rotgefärbten Kamm in der Mitte. Wegen ihrer Kampfeslust waren sie an allen Kriegen der westlichen Algonkin beteiligt. Die Ansiedlungen der Weißen dehnten sich nach dem Krieg von 1812 immer weiter nach Westen aus, was die Sauk und Fox veranlaßte einige Teile ihres Stammesgebiete zu verkaufen. Die Sioux beschwerten sich in Washington wegen der Besitznahme ihres Landes durch die Sauk und Fox. Keokuk, ein Häuptling der Sauk und Fox, trat als Anwalt seines Volkes auf und der Prozeßausgang endete mit dem Sieg durch seine Sachkenntnis und Logik. Im Frühjahr 1853 überfielen 1.500 Krieger der Apachen, Arapaho, Cheyenne und Osage alle Stämme aus dem Osten, die sich in der Prärie festgesetzt hatten. Diese Streitmacht wurde in der Schlacht am Kansas River von 100 Sauk- und Fox-Kriegern in die Flucht geschlagen. Sie wandten dabei eine von den Weißen erlernte Taktik an, in dem sie sich in Doppelreihe aufstellten und nach dem die Krieger der ersten Reihe ihren Schuß abgaben, hinter die zweite Reihe, die jetzt an der Reihe war, zum Nachladen zurückzogen, um dann wieder vorzutreten. Die Angreifer erlitten hohe Verluste, während die Sauk und Fox nur sechs tote Krieger zu beklagen hatten. Gegen diese Disziplin und Präzision hatten die angreifenden Prärie-Stämme nichts dagegen zu setzen. Ein Teil der Sauk und Fox lebt heute in Oklahoma, ein anderer nahe Tama im Bundesstaat Iowa.



Secotan
Sie sind ein Stamm der Irokesen-Sprachfamilie, der in Langhäusern wohnte und Mais als Hauptnahrungsquelle anbaute.


Shinnecock
Die Shinnecock sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in Long Island, New York beheimatet war. Sie lebten in Kuppelförmigen Strohhütten und ernährten sich von Mais, Fisch und von der Jagd. 160 Shinnecock lebten noch in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Sie hatten bereits zu dieser Zeit ihre Sprache und Kultur aufgegeben.



Susquehanna
Sie sind ein Volksstamm der Irokesen-Sprachfamilie. Ihre Heimat waren die Ufer des Susquehanna River im gleichnamigen Tal. Sie waren zur Zeit der Ankunft der Weißen ein mächtiger Stamm. John Smith berichtete begeistert von den Susquehanna, vom hohen Wuchs und ihrer imposanten Erscheinung. Um das Jahr 1663 lebten sie in gut befestigten Dörfern, die mit kleinen Geschützen versehen waren. Nach der Vernichtung der Erie stürzten sich die Fünf Nationen der Irokesen auf die Susquehanna. Diese konnten die Angriffe mit ihren Kanonen erfolgreich abwehren. Daraufhin änderten die Irokesen ihre Kampftaktik und überfielen die Susquehanna durch kleine Überfälle, mit denen die Fünf Nationen sie schwächten. Als sie bereits stark dezimiert waren, erschienen an der Mündung des Flusses die Quäker, welche die Susquehanna zum Christentum bekehrten. Die überlebenden Susquehanna wurden fortan als Conestoga bezeichnet. Weiße Mitchristen überfielen einige Zeit nach der Bekehrung die geschwächten Susquehanna und metzelten sie nieder.


Tobacco
(Tabakvolk). Sie sind ein Stamm der mächtigen Irokesen-Sprachfamilie. Sie bewohnten das Gebiet östlich des Eriesees und waren mit den Huronen befreundet. Sie waren Ackerbauern und pflanzten neben dem Mais auch Hanf und Tabakpflanzen an. Die Tobacco verwendeten für den Fischfang Netze. Sie waren ein Volksstamm genauso mächtig wie die Irokesen-Liga gesamt. Sie galten als Feinde der Liga, da sie ihr nicht beitraten. Nach dem die Irokesen-Liga die Huronen besiegt hatten, fielen sie nur neun Monate später - im Dezember 1649 - über die friedlichen Tabacco her und löschten das Volk aus. Wenige Überlebende schlossen sich den Resten der Huronen und Eries an und bildeten den Stamm der Wyandots. Sie kamen unter den Schutz der Ottawa und schlossen sich den mächtigen Algonkin-Bund an.


Wamponoag (Pokanoket)
Sie sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie und waren an der Nordostküste im heutigen Bundesstaat Massachusetts beheimatet. Die ersten englischen Kolonisten wurden von den Wamponoag freundschaftlich aufgenommen. Auch beim Bau der ersten Siedlungen waren die Wamponoag unter ihrem Häuptling Massassoit hilfreich. Als Dankbarkeit unterjochten die Engländer sie nach dem Tod ihres Häuptlings. Der Nachfolger, sein Sohn Metacomet (King Philip), konnte daraufhin die friedlichen Beziehungen zu den Engländern nicht fortsetzen und bereitete einen Aufstand vor. Die Wamponoag fingen 1675 zusammen mit den Pequot und Narragansett einen Krieg an. Nach dem sie zwölf Siedlungen der Briten zerstört hatten, wurden sie vernichtend geschlagen. Metacomet wurde getötet und die Überlebenden Wamponoag wanderten ins Landesinnere ab.


Wappinger
Die Wappinger sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der am unteren Hudson River im US-Staat New York wohnte. Auch sie verwendeten als Behausung das Langhaus und ernährten sich von der Jagd, vom Fischfang und bauten Mais an.


Wea
Die Wea sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in den heutigen Bundesstaaten Indiana und Illinois wohnte. Abgeleitet von den Algonkin-Wort Wayah-tonuki ist ihr Stammname, was soviel heißt, wie «Volk vom runden Fluß». Der Stamm war mit den Wawyachtonoc eng verwandt. Diese waren eine algonkin-sprachige Untergruppe der Mahican. Ihre Behausung waren Kuppelförmige Stroh-, Rinden- oder Fellhütten. Hauptnahrung war der Mais. Sie lebten in einem Dorf am Wabash-Fluß als Franzosen sie 1718 entdeckten. Da sie gute Beziehungen zu den Franzosen besaßen, errichteten diese in ihrer Nähe einen Handelsposten. Im Jahre 1757 entwickelten die Piankashaw und Wea auch Kontakte zu den Engländern. Im Siebenjährigen Krieg wurde die Zahl der Wea stark dezimiert. Kolonisten zerstörten 1791 das Wea-Dorf. Der Stamm verkaufte 1818 ihr Stammesgebiet und siedelten mit den Piankashaw nach Kansas über. Die Wea wurden 1867 ins Indianerterritorium Oklahoma angesiedelt, wo sie in den Peoria aufgingen.


Wesort
(Brandywine). Die Wesort sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie. Ihre Heimat war Maryland. Als Wohnstätte verwendeten sie das Langhaus. Die Hauptnahrungsquelle war der Mais.


Wyandot
Sie sind ein Stamm der Irokesen-Sprachfamilie, der sich aus den von der Irokesen-Liga vernichteten Erie, Huronen und Tobacco zusammensetzte. Ihnen schlossen sich noch die Ottawa an, ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie, der aus Angst vor den Irokesen seine Jagdgründe am Ottawa River aufgegeben hatte. Zusammen ließen sie sich in Michigan nieder. Als die Wyandot wieder zahlreicher geworden waren, verließen sie die Ottawa und zogen rund ein Jahrhundert umher, bevor sie sich schließlich im nördlichen Ohio im Gebiet der Delaware, Miami und Shawnee niederließen. Die Wyandot schlossen sich als Verbündete den Franzosen an und kämpften auf deren Seite siegreich gegen General Braddock und beteiligten sich auch am Pontiac-Krieg. Nach dem Bürgerkrieg waren sie auf Seiten ihrer ehemaligen englischen Feinde gegen die Amerikaner. Unter Little Turtle beteiligten sie sich am Kampf gegen General Harmar und St. Clair, wo sie mit ihren Verbündeten bei Fallen Timbers und Tippecanoe unterlagen. Die Wyandot dienten auch im Indianer-Bataillon von Tecumseh im Krieg von 1812. In Kriegen gegen die Siedler am Ohio und in Kentucky wurden sie durch ihre Grausamkeiten bekannt. Von 1812 bis 1842 lebten die Wyandot auf von der Regierung zugewiesenen Ländereien im nördlichen Ohio und Michigan. Im Jahre 1842 verkauften sie ihr Stammesgebiet und gingen nach Kansas. Später siedelten sie in den Nordosten von Oklahoma - in das ehemalige Indianer-Territorium - über, wo heute noch etwa 300 Stammesangehörige beheimatet sind.


Die Mitglieder der Fünf, später Sechs Nationen der Irokesen-Liga

Cayuga
Die Cayuga waren ein Stamm der Fünf später Sechs Nationen und zählte 1776 noch 1.200 Mitglieder.



Mohawk
Die Mohawk sind ein Irokesen-Stamm der Sechs Nationen. Sie selbst nannten sich Ganeága = Feuersteinvolk. Im Jahre 1776 zählte ihr Volk ca. 1.000 Mitglieder. Die Irokesen-Liga wurde als Langhaus dargestellt mit einer Tür auf jeder Seite. Die Mohawk waren die Wächter des Osttores und wurden auch als Tributeinnehmer bezeichnet.
Adirondack: Dieses Wort ist ein Ausdruck aus der Mohawk-Sprache und bedeutet »Sie-essen- Bäume«. Die Adirondack waren ein Unterstamm der Mohawk, der in Notzeiten als Nahrung Baumrinde saß. Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie und ihre Heimat war ein Gebiet nördlich des St.-Lorenz-Stromes.



Oneida
Die Oneida gehören auch den Sechs Nationen der Irokesen an. Sie hatten etwa 1.000 Stammesangehörige im Jahr 1776. Die Oneida vertraten die Tuscarora in den Sechs Nationen, da diese erst zu den Fünf Nationen als sechste Nation dazu gestoßen waren, einen Sitz im Rat hatten, aber nicht selber abstimmen durften.



Onondaga
Die Onondaga waren früher der berühmteste Irokesen-Stamm der Sechs Nationen. Er zählte 1776 noch 1.200 Mitglieder. Ihre Zahl war im Laufe der Zeit stark zurückgegangen, da sie wie die anderen Stämme der Liga fast ohne Unterbrechung Krieg führten und so ihre Krieger dezimierten. Sie waren symbolisch die Hüter des Ratsfeuers und die Bewahrer des Wampums. Den Onondaga, einst der zahlenreichste und mächtigste Stamm, wurde die Vormachtstellung eingeräumt, da bei der Gründung der Liga der berühmte Oberhäuptling Atotarho mit einer klugen Verhandlungstaktik aufwartete.



Seneca
Die Seneca waren auch ein Irokesen-Stamm der Sechs Nationen, der im Jahre 1776 noch etwa 3.500 Stammesangehörige besaß und das zahlenmäßig stärkste Volk der Liga waren. 120 Jahre zuvor als die Irokesen-Nation aus fünf Stämmen bestand und 25.000 Mitglieder zählte, konnten die Seneca die Onondaga in der Anzahl der Leute übertrumpfen. Sie waren die Wächter des Westtores und lebten westlich des Eriesees.



Tuscarora
Sie sind ein Volksstamm der Irokesen-Sprachfamilie. Von ihnen gab es 24 große Dörfer in North und South Carolina. Wegen des starken Drucks weißer Eindringlinge zogen sie an die Atlantikküste des heutigen Staates North Carolina. Sie lebten friedlich bis deutschsprachige Schweizer in ihrem Gebiet eine Kolonie mit den Namen New Bern gründeten. Mit ihnen lagen die Tuscaroras ständig in Konflikten, sodass sie 1710 einen Botschafter nach Pennsylvania sandten, um die Erlaubnis zur Umsiedlung in diesen Bundesstaat zu erhalten. Diese Bitte wurde aber abgelehnt, ihnen wurde nur für die Regierung Carolinas eine Bescheinigung mitgegeben, in der das gute Benehmen der Tuscaroras bestätigt wurde. Die Konflikte mit den Kolonisten dauerten an, was die Tuscarora veranlaßte einen Krieg zu beginnen. Der General-Feldmesser von North Carolina wurde gefangen genommen und hingerichtet, worauf die Kolonisten und feindliche Indianer eine Strafexpedition gegen die Tuscarora unternahmen. Der englische Kommandant vertrat die Meinung gegen die Tuscarora nicht ausreichend Vergeltung geübt zu haben, was ihm veranlaßte den Waffenstillstand zu brechen, in dem er eine größere Anzahl Tuscarora gefangennahm und sie zu Friedensverhandlungen einlud. Sie wurden dann auf Sklavenschiffen gebracht und verschifft. Daraufhin überfielen die Tuscarora die Ansiedlungen der Weißen, was zu einem grausamen Krieg gegen Schweizer, Deutsche, Engländer und andere Kolonisten führte. Im Jahre 1773? unternahmen die Kolonisten einen Vergeltungsschlag, der ihnen den Sieg bescherte. Die Tuscarora waren seit dem ersten Krieg gegen alle Weißen mißtrauisch, weshalb sie 1712 die Fünf Nationen der Irokesen um Hilfe baten, welche ihnen aber verweigert wurde. Den zweiten Krieg verloren die Tuscarora auch. Die Fünf Nationen boten ihnen nun an, in ihrem Land eine neue Heimat zu finden. Bedingung hierfür war sich der Liga als sechste Nation anzuschließen und das Gebiet zwischen den Onondaga und Oneida zu besiedeln. Die Tuscarora nahmen die Bedingungen an, wanderten nach Norden aus, errichteten in der neuen Heimat ihre Dörfer und erhielten einen Sitz in der Ratsversammlung der Irokesen-Liga. Bei Entscheidungen durften sie aber nicht mitstimmen, wurden aber von den Oneida vertreten. Erst ab dem Jahre 1715 wird in der Geschichte von sechs Nationen gesprochen.
Trotz der verlustreichen und mörderischen Kriege zählten die Tuscarora im Jahre 1776 noch 2.000 Stammesangehörige und waren die zweitgrößte Nation nach den Seneca. Für die durch Kämpfe stark geschwächten Irokesen-Stämme brachte dieser Zuwachs eine Verstärkung der Liga.


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Mingo
es ist kein Fehler, aber den Sechs Nationen gehörten sie nicht an, aber wohin mit den Stamm? Das Wort "Mingo" ist die Bezeichnung der Delawaren für die sechs Nationen wie auch für alle Irokesen. Die Kolonisten verwendeten dieses Wort für eine unabhängige Gruppe Irokesen. Ihre Heimat war Pennsylvania. Sie siedelten aber ins Ohio-Quellgebiet um 1750 über. Hier wurden sie Freunde der Shawnee wie auch anderer Algonkin-Stämme. Ihre Geschichte wurde teilweise die Geschichte der Algonkin. Sie zogen den Ohio hinab und schlossen sich nach ihren Wanderungen den Wyandot an wie auch anderen Gruppen der Irokesen. Ihr Weg führte sie erst nach Kansas und schließlich ins Indianerterritorium. Im Jahre 1774 führten die Mingo Krieg gegen die Weißen in West-Virginia und Teilen von Pennsylvania, da diese in ihr Stammesgebiet eindrangen. 1812 endeten die Auseinandersetzungen, die nicht fortwährend angedauert hatten. Geschichte schrieb der Stamm mit ihrem Häuptling Tahgahjute, den die Weißen John Logan nannten.


Die Chippeway

Die Chippeway (auch Chippewa) sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der südlich der Großen Seen - genauer im Süden des Lake Michigan und Lake Superior - beheimatet war. Als Zweigstamm der Ojibway (auch Ojibwa) lebten sie noch ziemlich rückständig als die weißen Eindringlinge in ihre Heimat eindrangen. Die Chippeway betrieben nur sehr begrenzt Ackerbau, aber ihr Fischfang war bedeutensvoll, da in den Seen ihres Stammesgebietes zahlreiche Fischarten vertreten waren. Neben dem Fischfang erzielten die Chippeway reiche Ernten des wilden Reises. Siehe dazu die Ojibway.

Zum Anfertigen von vielen Gegenständen verwendeten die Chippeway Birkenrinde. Dieses Material war leicht und aus ihm angefertigte Kanus konnten problemlos von einem See bzw. Fluß zu einem anderen getragen werden. Das Stammesgebiet der Chippeway war ein wildreiches Areal und so konnten sie zahlreiche Tierarten erlegen und somit einen regen Pelzhandel mit ihren Nachbarn unterhalten. Sie betrieben zuerst Handel mit den befreundeten Huronen, die als Zwischenhändler die Waren weiter an die Franzosen tauschten. Später übernahmen die Irokesen den Tauschhandel, die die Felle an die Engländer weitergaben. Durch diesen regen Tauschhandel kamen die Chippeway sehr früh an europäische Waffen und Waren und waren gegenüber den anderen Stämmen der Region, was die Waffen anging, überlegen.

Diese Überlegenheit nutzten die Chippeway auch schamlos aus und wurden zu den gefährlichsten Kriegern der Vereinigten Staaten. Sie griffen ihre Nachbarstämme an und vertrieben sie aus ihren fischreichen Seengebieten wie auch aus ihren wildreichen Waldgebieten nach Westen oder Süden. Zu diesen Stämmen gehörten auch die Dakota, die im 18. Jahrhundert durch diese Vertreibung die Präriegebiete erreichten. Gegen die Stämme der Dakota führten die Chippeway einen zweihundertjährigen Krieg, der einmal den Dakota und ein anderes Mal den Chippeway Siege einbrachte.

Beim Vordringen der Weißen nach Westen hatten die Chippeway wie auch ihre verwandten Ojibway mehr Glück als die Stämme des Ostens, da die Siedler der Alten Welt - so wurde Europa genannt - wenig Interesse an ihrem Land hatten. Durch dieses Verhalten konnten die Chippeway und Ojibway sowie zahlreiche Unterstämme überleben.

Die Chippeway leben heute in Kanada sowie in den USA. In den Vereinigten Staaten gibt es Chippeway-Reservationen in den US-Bundesstaaten Michigan, Minnesota, North Dakota und in Wisconsin.
 
Die Delawaren
 
Die Delawaren (Name nach Lord de la Warre) sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der sich selbst »Lenni-Lenape« = »Wir, sind das Volk« oder »Männer unserer Nation« nannte und das Tal des gleichnamigen Flusses bewohnten. Ihr Stammesgebiet dehnte sich jedoch in seiner Gesamtheit vom Hudson River bis nach Manhattan aus. Der Oberhäuptling hatte einst seinen Sitz nahe der heutigen Stadt Germantown. Im Jahre 1682 (1686*) kaufte William Penn das Land zwischen dem Delaware River und dem Lehigh River wie auch das Gebiet von Bethlehem (Pennsylvania) für einen lächerlichen Preis ab.

Tammany (Tamanend) war der große und berühmte Sachem jener Zeit, der von seinem Volk sehr verehrt wurde und deshalb von den Weißen St. Tammany genannt wurde. Die Delawaren sind auch in der Literatur bekannt geworden durch ihre auf Birkenrinde eingeritzte Nationalchronik, welche in Bilderschrift angefertigt wurde. Dieses Dokument trägt den Namen »Walam Olum«, was »Rote Niederschrift« bedeutet.

Neben dem Oberhäuptling gab es in den verschiedenen Stämmen und Unterstämmen eigene Häuptlinge wie auch Berater. Die Delawaren lebten in kleinen Dörfern in denen viereckige mit rindengedeckte Hütten errichtet waren. Sie waren Jäger, bauten jedoch auch Mais und Gemüse an. In der Glaubenswelt der Delawaren gab es nur eine einzige große Macht, und zwar die der vier Götter, denen weitere andere Mächte untergeordnet waren, die sich wiederum in verschiedene Ränge untergliederten.

Unter ihrem Sachem Tammany erreichten die Delawaren den Höhepunkt ihrer Macht. Diese wurde erst gebrochen als sie mit Weißen im Süden und Osten in Berührung kamen sowie durch die ständigen Kriege gegen ihre Nachbarn den Irokesen im Norden und Westen, die sie empfindlich schwächten. Die Delawaren bewohnten als Untertan der Irokesen von 1720 bis 1770 ein Gebiet innerhalb der heutigen Staaten New Jersey, Westpennsylvania und Delaware. Um das Jahr 1770 zogen sie nach Florida und Miami, um sich dann später in Missouri und Ontario anzusiedeln.

Ihre Schwäche nutzten die Weißen sogleich aus und verdrängten die Delawaren aus ihrer Heimat. Die neue Heimat der Delawaren wurde 1724 Pennsylvania, wo sie jedoch auch keine Ruhe fanden. Denn Thomas Penn, der Sohn von William Penn, fälschte 1734 eine Urkunde, was dazu führte, dass die Delawaren 1742 ihr Stammesgebiet am gleichnamigen Fluß verlassen mußten. Sie wanderten westwärts ab und wurden abermals von Weißen im Jahre 1751 verdrängt. Diesmal ließen sich die Delawaren in Ohio nieder. Aber auch hier fanden sie keine neue Heimat, denn Ohio sollte nur wenige Jahre ihre Wohnstätte sein. 1770 zogen die Delawaren nach Indiana, wo sie von den ansässigen Miami-Stämmen geduldet worden. Die Mincie-Gruppe blieb hier und kämpfte im französisch-indianischen Krieg auf Seiten der Franzosen. In der Revolution waren sie Verbündete der Engländer. Die spanischen Behörden erlaubten einen Teil der Delawaren sich in Missouri anzusiedeln, was auch der Hauptteil von ihnen machte. Der Rest zog nach Ontario. Auf diese Weise entzogen sie sich der Bestrafung durch die Vereinigten Staaten. In Ontario erhielten sie von den Engländern Reservate zu gewiesen, wo heute noch Delawaren leben.

Im Jahre 1778 schlossen die Delawaren den ersten Vertrag zwischen der USA und einem nordamerikanischen Indianerstamm. 1794 führten beide Seiten gegeneinander Krieg, wobei die Delawaren am 20. August in der Schlacht bei Fallen Timbers in Ohio von General Anthony Wayne und seinen Truppen geschlagen wurden. In Greenville wurde am 3. August 1795 zwischen beiden Seiten ein Friedensvertrag geschlossen. Die Delawaren erhielten das Recht, in Ohio zu leben. Aber bereits 1829 erhielten die USA alle Gebiete wieder zurück. Die Delawaren zogen daraufhin in den Osten von Kansas, wo sie 1835 eine Reservation erhielten. Da sie es in Kansas nicht aushielten, zogen sie 1867 ins Indianerterritorium Oklahoma. Eine andere Gruppe, welche bis 1866 bei den Choctaw in Kansas gelebt hatten, gründeten im Jahre 1839 eine eigene Regierung. 1867 verließen 985 die Delawaren Kansas und zogen nach Süden an den Caney River. Hier wurden sie Stammesmitglieder der Cherokee. Einige von ihnen hatten unter Diskrimierung zu leiden, andere wurden in den obersten Rat der Cherokee gewählt. Die Delawaren schickten ihre Kinder in Schulen der Cherokee.

Fast 150 Jahre zogen sich die Delawaren von einem Jagdgebiet in ein anderes. Die Mohikaner (Mahican), die ebenfalls der Algonkin-Sprachfamilien angehören, zogen mit den Delawaren von Anfang an mit. Vom Ohio an wanderten auch die kriegerischen Shawnee mit Delawaren. Als die Delawaren die östlichen Waldgebiete ihres Stammesgebietes verlassen hatten, waren sie ohne Heimat und wenn nicht die Shawnee ihnen zur Seite gestanden hätten, wären sie wegen ihrer wenigen Krieger rasch ausgelöscht worden. Die Shawnee konnten aber alle kriegerischen Auseinandersetzungen erfolgreich zurückschlagen. Bevor die Delawaren ihre angestammte Heimat verließen, zählte der Stamm 10.000 Personen, aber durch die Kämpfe mit den Irokesen und Weißen wurden sie stark dezimiert. Auf ihren Wanderungen nach Westen wurden sie zusätzlich durch Krankheiten wie auch durch den Ohio-Grenz-Krieg weiterhin geschwächt. Siebenmal verließen die Delawaren ihre Jagdgründe immer auf der Suche nach neuen. Jeder Delaware war durchschnittlich in seinem Leben an zwei Wanderungen beteiligt. Immer wieder schlossen ihre Anführer mit anderen Stämmen Verträge, um in Frieden leben zu können. Im Bürgerkrieg wie auch in den Indianerkriegen dienten die Delawaren zahlreichen Generälen als loyale Scouts.

1823 wurden etwa 2.400 und zu Beginn des 20. Jahrhunderts 2.200 Stammesangehörige gezählt. In Oklahoma wurden im Jahre 1950 2.162 Delawaren registriert, davon waren 1.250 Personen Nachfahren der Delawaren aus Kansas.

Ihre ehemalige Bevölkerungszahl war auf ein Sechstel ihrer ursprünglichen zurückgegangen. Die Hauptmasse kam 1867 in die Wichita-Reservation. 1985 wurden von der Anadarko-Behörde in Oklahoma 396 Stammesangehörige registriert.


 
Die Huronen

Die Huronen sind ein Volksstamm der Irokesen-Sprachfamilie, welcher aus mehreren Stämmen bestand und einen Bund bildete. Sie wohnten in Gebieten am St.-Lorenz-Strom und in Ontario - eine kanadische Provinz, noch genauer gesagt zwischen den Huron- und Erie-See.

Sie waren die Freunde der Chippewa und Franzosen und organisierten zwischen beiden Völkern die Handelsbeziehungen. So erhielten die Franzosen die wertvollen Pelze der Chippewa als Gegenleistung bekamen diese europäische Waren, aber vor allem die Waffen. Als sich im 17. Jahrhundert die Franzosen am St.-Lorenz-Strom ansiedelten, kehrten die Huronen in ihre alte Heimat am heutigen Huron-See zurück. Hier lebten sie in achtzehn befestigten Dörfern und ernährten sich hauptsächlich vom Ackerbau. Jedoch wurden die Huronen berühmt durch den Anbau von Tabak.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts - genauer im Jahre 1615 - duldeten die Stämme der Irokesen-Liga keine Rivalen mehr, auch Stammesverwandte nicht. Anfangs konnten die Huronen ihr Stammesgebiet erfolgreich verteidigen, später jedoch als die Irokesen begannen benachbarte Algonkin-Stämme zu überfallen und die unterjochten Völker zu Hilfstruppen verpflichteten und somit ihre Schlagkraft verstärkten, konnten sie sich Siege mit hohen Verlusten leisten, da die Krieger der Algonkins in vorderster Linie kämpfen mußten.

Holländische Händler waren es, die dem Hudson River heraufkamen und Feuerwaffen mitbrachten und damit das Kräfteverhältnis zwischen den Stämmen schlagartig änderten. 1643 konnten die Irokesen bereits 400 Gewehrschützen aufbieten. Die Huronen ihrerseits konnten keine Gewehre besorgen, da sie durch ihre Wanderung zu weit von französischen Händlern entfernt waren. Ihnen blieb nur Pfeil und Bogen gegen einen übermächtigen Gegner. Trotz Friedensvertrag sollten die Huronen mit jedem erdenklichen Mittel ausgerottet werden - so groß war der Haß der Irokesen gegen die Huronen.

Die Irokesen und ihre Helfershelfer griffen das Huronen-Stammesgebiet von Süden her an und eroberten zuerst das von Palisaden geschützte Grenzdorf Teanaustayae, deren Bevölkerung niedergemetzelt wurde. Auf diese Weise wurde Dorf nach Dorf dem Erdboden gleich gemacht. Gefangene wurden zu Tode gemartert.

Im März des Jahres 1649 waren bereits 10.000 Huronen von den Irokesen und den unter ihren Schutz stehenden und für sie Kriegsdienst leistenden Stämme getötet worden. Dies war den Irokesen jedoch noch nicht genug, sadass sie ein weiteres Jahrhundert erbarmungslos auf sie Jagd machten. Die Überlebenden eines einst mächtigen Stammes flohen nach Michigan wo sie auch keine Ruhe hatten. Wenn der Aufenthaltsort eines Huronen den Irokesen bekannt wurde, so wurde dieser getötet. Einige Huronen erreichten auf ihrer Flucht das Quellgebiet des Michigan-Sees, wo sie wenig später sich erneut vor den Fünf Nationen in Sicherheit bringen mußten und sich in Wisconsin versteckten. In Wisconsin erhielten die Huronen Zulauf von den Tobacco, die im Dezember 1649 von den Irokesen fast ausgerottet worden waren, und von den Eries, die 1656 von der Liga fast vollständig ausgelöscht wurden. Algonkin-Stämme dieser Gegend gewährten den Flüchtlingen für eine kurze Zeit Unterkunft, bevor sie erneut auf der Flucht waren. Diesmal wanderten sie nach Michigan und Indiana, wo sie den Schutz der hier lebenden Ottawa und des einflußreichen Algonkin-Bundes, die mit Feuerwaffen ausgerüstet waren, erhielten. Ihre Schutzherren konnten erfolgreich sich gegen die Irokesen wehren.

Die überlebenden Huronen, Erie und Tobacco gründeten einen neuen Stamm, der sich Wyandot nannte. Innerhalb von 150 Jahren vermehrte sich der Stamm auf eine solche Weise, dass er an der Schlacht bei Fallen Timbers und in den Grenzkriegen mit den Siedlern am Ohio und in Kentucky eine führende Stellung inne hatte. Weitere geflohene Huronen erreichten Quebec in Kanada. Deren Nachkommen leben heute noch in der Stadt Lorette.
 
Die Illinois
(indian.: Illiniwek, diesen Namen änderten die Franzosen in »Illinois«). Sie sind ein Stamm der großen Algonkin-Sprachfamilie, der sich aus sechs Stämmen (siehe unten) zusammensetzt. Seine Heimat waren die Wälder und die Prärie im Norden des heutigen US-Staates Illinois und die Prärien von Iowa und Missouri. Im 17. Jahrhundert erreichten sie ihre größte Anzahl an Stammesmitgliedern mit 9.000 Personen.

Die Dörfer der Illinois wurden regelmäßig von Sioux-Stämmen und den Fox überfallen, die mit reicher Beute zu ihren Zelten zurückkehrten, wie Gefangene und andere für das Leben brauchbare Dinge. Diese ständigen Übergriffe der benachbarten Stämme veranlaßte die Illinois ihr Stammesgebiet zu verlassen und sich im das Tal des Illinois Rivers anzusiedeln. Aber auch hier fanden sie keine Ruhe, denn nun wurden ihre Dörfer von den Mohawk und Seneca - Stämme der Irokesen-Liga - überfallen. Auf diese Weise sank die Zahl der Illinois. Gravierend kam noch hinzu, dass französische Trapper mit ihrem Brandy für den Verfall der Kultur des einst mächtigen Volksstammes beitrugen. Um das Jahr 1750 war die Zahl der Illinois auf 2.000 Personen zusammengeschmolzen. Diese schlossen sich ihren Stammesangehörigen im Ohio Valley an.

In dieses Gebiet zogen nicht nur die Illinois, sondern auch die Delawaren, Kickapoo, Miami, Ottawa, Potawatomi, Sauk und Fox, Shawnee und Wyandot der Algonkin-Sprachfamilie, ein Gebiet, was bestens für Ackerbau geeignet ist. Die Stämme standen nun vor der Wahl die Kultur der jagenden und fischenden Stämme des Waldlandes oder die Kultur der ackerbautreibenden Stämme des Südosten zu übernehmen. Sie lebten in großen Dörfern, in denen Wigwams errichtet waren, die aber aus Mangel an Birkenrinde mit Matten bedeckt waren. Die im Westen angesiedelten Stämme kamen in den Einfluß der Franzosen, die sie mit Feuerwaffen ausrüsteten und sie gegen die immer weiter vorrückenden Engländer und deren verbündeten Irokesen zu Kriegszügen aufhetzten. Die Algonkin-Stämme wurden durch militärischen Drill ausgezeichnete Kämpfer, treffsichere Scharfschützen und Meister der Strategie.

Nach der Einnahme der Stadt Quebec durch die Engländer, die damit das gesamte Territorium der Franzosen östlich des Mississippi übernommen hatten, sahen sich die Häuptlinge von den Franzosen hinters Licht geführt und setzten den Krieg unter der Führung des Delawaren-Sachem Pontiac mit ihren verbündeten Delawaren, Miami, Ojibway, Potawatomi, Sauk und Fox, Shawnee und Wyandot und den Stamm ihres Anführers - die Ottawa - fort. Die Illinois hielten sich heraus.

Nach seiner Niederlage gegen die Engländer im Jahre 1769 kam Pontiac als ang




Die Stämme der Prärie


Die Prärie ein vier Millionen Quadratkilometer umfassender Streifen baumarmen Graslandes, der von den kanadischen Provinzen Alberta, Saskatchewan und Manitoba bis zum Golf von Mexiko hinunterreicht. In der Breite erstreckt sie sich vom Felsengebirge im Westen bis zur Seenplatte und Mississippi im Osten.

Das Präriejägertum ist die historisch jüngste, eigenständig geschaffene Wirtschaftsform. Sie hätte aber ohne den Besitz des Pferdes nicht stattfinden können. Die Pferde wurden erst durch die Spanier im 16. Jahrhundert eingeführt. Die Prärie-Indianer (auch Plain-Indianer genannt) werden auch als Bisonjäger bezeichnet, weil ihre gesamte Lebensweise auf die Jagd dieses Tieres ausgerichtet war. Neueste Erkenntnisse wollen beweisen, dass die Plains seit Jahrhunderten von zahlreichen Generationen von Jägern und Bauern besiedelt war. Siehe dazu hier.

 Die hügeligen und mit leichtem Buschwald bewachsenen Grassteppen waren vor ihrer fast völligen Ausrottung von riesigen Bison- und Büffelherden bevölkert. Zur Paarungszeit zogen die Herden vom Norden in südliche Gebiete. In dieser Zeit unternahmen die Indianer weite Streifzüge in den Prärien. Auch Sioux-Stämme aus den Randgebieten im Osten beteiligten sich daran, die in festen Dörfern lebten und Pflanzen anbauten, dennoch aber die Jagd als wichtigen Wirtschaftszweig weiterhin betrieben. Die nördlichen und westlichen Randstämme lebten auch zu jener Zeit ausschließlich von der Jagd und dem Sammeln wildwachsender Nahrungspflanzen.

Vor Einführung des Pferdes bevorzugten die Indianer die Treibjagd. Die Bisonherden wurden entweder durch angelegte Grasbrände eingekreist und von postierten Jägern mit Pfeilen abgeschossen oder durch kilometerlange Steinsetzungen getrieben, die in Pferchen oder an steil abfallenden Flußufern endeten. Die Einzeljagd scheint wegen der geringen Erfolge nicht von Bedeutung gewesen zu sein.

Die ersten Pferde dürften die Indianer um 1600 kennengelernt haben, als spanische Siedler im Gebiet des Rio Grande Pferdezuchtfarmen einrichteten. Zur Pflege der Pferde beschäftigten sie indianische Hirten aus den benachbarten Stämmen, die schnell den Besitz eines Pferdes schätzen und die Vorteile des Reitens begreifen lernten. So wurden innerhalb von 50 Jahren die südlichen Präriestämme zu Reiternomaden, die auf Grund ihrer Beweglichkeit dem weiteren Vordringen der Spanier erfolgreichen Widerstand entgegensetzten. Durch Tauschhandel oder Raub dürften um 1750 auch die Stämme nördlich des Missouri in den Besitz von Pferden gelangt sein. Beim Tauschhandel spielten die etwa zur gleichen Zeit von Nordosten her ins Präriegebiet gelangenden europäischen Feuerwaffen eine wesentliche Rolle. die Raubzüge führten die Indianer bei weit nach Süden. Schwarzfuß-Indianer aus dem Gebiet der heutigen kanadischen Grenze begaben sich bis nach Neu-Mexiko, um bei südlichen Indianerstämmen oder direkt auf den spanischen Viehzuchtfarmen zu rauben. Nun konnten die Indianer mit schnellen Reittieren den Bisonherden folgen und Tiere in größerer Zahl erlegen. Die Fleischreversen waren unerschöpflich, denn durch die von den Indianern angewandten Jagdmethoden verringerte sich die Zahl der Büffel nicht. Allein der Bison lieferte zehnmal so viel Fleisch als ein Hirsch - etwa 500 Kilogramm. was der Bison den Indianern bedeutete, zeigte sich besonders um das Jahr 1880, als weiße Büffeljäger die Tiere zu Tausenden (Mit Kanonen wurde den Büffeln nachgestellt. Von der großen Südherde wurden von 1871 bis 1874 3.158.820 Tiere vernichtet. Die Nordherde verschwand von 1872 bis 1883.) abschossen. Der Bison diente den Indianern nicht nur zur Nahrung, sondern das Leder seiner Häute benutzte man zur Herstellung von Kleidung und Zeltdecken. Aus Knochen und Horn wurden Geräte gearbeitet. Die Sehnen dienten als Nähfäden. Damit sind noch lange nicht alle Möglichkeiten der Verwendung des Bisonkörpers genannt. Die Spezialisierung auf die Büffeljagd zwang die Prärie-Indianer jedoch noch zu anderen Konsequenzen. Ihre Behausungen mußten für den häufig notwendigen Wechsel der Wohnplätze geeignet sein. Auch die Geräte und Gegenstände des täglichen Leben mußten transportabel sein. Deshalb übernahmen die Indianer, auch die es vorher nicht kannten, das kegelförmige Stangenzelt, das Tipi. Zum Transport der Gegenstände diente das Pferd. Im großem Umfang mußten sich die Prärie-Indianer den neuen Lebensbedingungen anpassen. Diese neue Wirtschaftsform veränderte aber auch die ursprüngliche soziale und politische Organisation beträchtlich und prägte neue Vorstellungen im geistigen, vornehmlich im religiösen Lebensbereich. Die Indianer der Prärie werden in ihrer Herkunft in vier Gruppen zusammengefaßt. Siehe Tabelle. 
 
Nördliche Stämme:

Assiniboin -                      nördlich des Missouri
Schwarzfuß -                   am Missouri
Crow -                               südöstl. Yellowstone, westl. Missouri, nördl. Black Hills
Gros Ventre -                   nördlich des Missouri, nordöstl. der Schwarzfuß
Prärie-Cree -                    nördlich der Assiniboin
Sarsi -
Teton-Dakota -                westlich und östlich des Missouri

Westliche Stämme:  

Bannock -                         Quellgebiet des Missouri
Nez Percé -                       nordwestlich des Quellgebietes des Missouri
nördliche Schoschonen

Wind-River-Schoschonen
Ute -                                   östlich des Green River


Östliche Stämme:

Arikara -                             östlich des Missouri, südlich der Mandan
    
Hidatsa -                            östlich des Missouri, nördlich der Mandan
Iowa -                                 zwischen Missouri und Mississippi

Kansas -                             westlich des Missouri
Mandan -                            östl. des Missouri, nördl. der Arikara, südl. der Hidatsa
Missouri -                           südwestlich der Omaha
Omaha -                             westlich des Missouri
Osage -                               südlich des Arkansas
Oto -                                    südwestlich der Omaha
Pawnee -                            westlich des Missouri, nordwestlich der Omaha
Ponca -                               westlich des Missouri, nördlich der Pawnee
Santee-Dakota -               westlich des Mississippi


Südliche Stämme:

Arapaho -                           nördlich der Cheyenne, südlich des Oregon-Trails
Cheyenne -                        südlich der Arapaho, nördlich des Arkansas
Komantschen -                 südlich des Red River
Kiowa -                               am North Canadian River


Zu eigentlichen Prärie-Nomaden wurden jedoch nur die Assiniboin, die Crow, die Teton-Dakota, die drei Schwarzfußstämme (Siksika, Kainah, Piegan), die Sarsi, die Prärie-Cree, die Cheyenne , die Arapaho, die Kiowa und die Komantschen. Auf die ehemalige Lebensweise der zuletzt genannten Nomaden-Stämme nimmt die folgende Beschreibung im wesentlichen Bezug. Wenn auch das Hauptinteresse des Prärie-Jägers der Bison war, so jagte er ebenso Elche, Hirsche, Gabelantilopen, Bären und andere, kleinere Tiere; letztere auch wegen ihres Felles wegen. Auch nach der Übernahme der Feuerwaffen, behielten Pfeil und Bogen noch ihre Bedeutung als Jagdwaffen. Von den östlichen Waldlandindianern wurden flache Holzbogen, von  den westlichen Indianern zusammengesetzte, mit Sehnen verstärkte Bogen verwendet. Bis auf die Vogelpfeife mit Holzspitzen trugen alle nach dem Kontakt mit Weißen benutzte Pfeile bereits Eisenspitzen. Pfeil und Bogen bewahrte man in Leder- oder Fellköchern auf. Lanzen, deren Steinspitze ebenfalls durch Eisenspitzen ersetzt wurden, dienten früher der Büffeljagd. Doch im 19. Jahrhundert gebrauchte man die mit Fell, Federn und Stachelschweinborsten verzierten Lanzen fast nur noch als Zeremonialwaffen. Auch das Aufstellen von Fallen war üblich.
In den Wintermonaten hetzten die Indianer auf Tritt-Schneeschuhen, die im tiefen Schnee unbeweglichen Büffel. Verwundete Tiere erschlug man mit Steinkopfkeulen.
Bei der Bedeutung der Bisonjagd ist es erklärlich, dass sie durch genau festgelegte Verhaltensmaßregeln organisiert werden mußte. Jeder Stamm verfügte über ein bestimmtes Jagdgebiet. Die Winterjagd war für alle freigegeben. Während dieser Zeit zogen die Indianer in kleinen Gruppen zur Jagd. Ein von ihnen gewählter Anführer war für deren Durchführung verantwortlich. Die Sommerjagd dagegen war Angelegenheit des ganzen Stammes, dessen Untergruppen sich zu diesen Zweck auf einem Lagerplatz vereinigten. Die Sommerjagd galt heilig. Sie wurde mit besonderen Zeremonien und Büffeltänzen eingeleitet. Auch für die Sommerjagd wurde ein Anführer gewählt, der sich bereits bei frühreren Jagden ausgezeichnet haben mußte. Diesem Anführer waren alle - auch die Häuptlinge - Gehorsam verpflichtet. Zu seiner Unterstützung wählte man eine "Büffelpolizei", die darauf zu achten hatte, dass die Anweisungen des Anführers eingehalten wurden. Verstöße bestrafte die "Büffelpolizei" mit Peitschenhiebe.
Die Verteilung der Jagdbeute war genau geregelt. Der Schütze, der das erlegte Tier mit seiner Eigentumsmarke kennzeichnete, erhielt das Fell und bestimmte Teile des Büffelfleisches. In der Reihenfolge, in der sich andere Jäger am Zerlegen des Tieres beteiligten, erhielten auch sie ihre mengenmäßig unterschiedliche Anteile daran. Diese Regelung machte es unmöglich, dass Familien, deren Jäger einmal kein Jagdglück hatten, leer ausgingen.

Die Kleidung der Prärie-Indianer war nicht so einheitlich, wie es allgemein angenommen wird. Traditionelle Elemente der vorher wirtschaftlich und kulturell unterschiedlichen, aus verschiedenen Regionen in die Prärie vorgestoßenen und zur Bisonjagd übergegangenen Stämme haben sich auf die Form und Gestaltung der Kleidung ausgewirkt. Zudem sind von den weißen Kolonisten ausgegangene Einflüsse unverkennbar. Sie werden besonders in den nach europäischen Schnitt gefertigten Jacken, Westen und Hosen sowie in dem Gebrauch von Textilien an Stelle Leder sichtbar. Die allgemein verbreitete Vorstellung über die Kleidung der Prärie-Indianer trifft am ehesten auf die der nördlichen Stämme (Dakota) und auch dann nur auf deren Festtracht zu.

 Vor dem Kontakt mit Weißen benutzten die Prärie-Indianer vornehmlich Hirsch- und Büffelleder zur Anfertigung ihrer Kleidung. Sie gehörte zum Aufgabenbereich der Frauen. Die Alltagskleidung des Präriejägers bestand aus einem Lendenschurz, den bis zur Hüfte reichenden und dort an einem Gürtel befestigten Leggings (Gamaschen) und Mokassins. Im Alltagsleben blieb der Oberkörper unbekleidet. Mit Menschenhaaren besetzte Kriegs- und Skalphemden wurden bei besonderen Anlässen nur von Häuptlingen, Medizinmännern, ausgezeichneten Kriegern und anderen Indianern mit hervorgehobener sozialer Stellung getragen. Im Winter, aber auch im Lager, wenn es die Kennzeichnung ihres sozialen Ranges notwendig machte, bekleideten sich die Männer mit einem großen Deckenmantel aus Büffelfell oder -leder; verziert mit mehrfarbigen, die Kriegstaten des Trägers darstellenden Bilderzeichnungen oder zauberkräftigen Symbolen.

Die Frauen trugen lange fransenbesetzte Lederkleider mit kurzen angeschnittenen und auf der Innenseite offenen Ärmeln. Die Frauenkleider der Prärie-Indianer dürften in ihrer Form denen bei nördlichen und östlichen Waldstämmen getragenen nachgestaltet sein. Das Kleid wurde in der Hüfte oft mit einem Gürtel zusammengehalten. Zur Frauenkleidung gehörten überdies knielange Leggings und Mokassins. Frauenmäntel, mit geometrischen Mustern ausgestattet, fertigte man für Pubertäts- und Adaptionszeremonien an.

Ein Blick auf die Kinderkleidung verrät, dass sie in ihren Bestandteilen im wesentlichen der Alltagskleidung der Erwachsenen entsprach und auch mit ebensoviel Sorgfalt hergestellt wurde. Solange sich die Kinder im Säulingsalter befanden, diente zu ihrer Bewahrung eine oft reich verzierte Kindertrage.
Die Kleidung der Prärie-Indianer - wie übrigens auch viele andere ihrer aus Leder gefertigten Gegenstände - zeigt eine vielgestaltige Dekoration. Ursprünglich bestickte man sie mit gefärbten Stachelschweinborsten, später mit europäischen Glasperlen. Zudem war der Besatz der Nähte und Ränder mit Haar- und Lederfransen oder Pelzwerk üblich.

An den Mustern ist oft die Herkunft der Objekte erkennbar. Dazu seien als Beispiel die Mokassins angeführt, die bei den Prärie-Indianern im Gegensatz zu den weichsohligen Mokassins der östlichen Waldlandstämme noch mit einer zusätzlichen Hartledersohle ausgestattet waren. Die Oberseite der Dakota-Mokassins war fast ganz mit Stachelschweinborsten oder Perlen besetzt. Die Mokassins der Cheyenne tragen oft Zickzackmuster und über den Spann laufende Querleisten. Der Arapaho-Mokassin wurde im Spann häufig mit einer breiteren Längsverzierung, flankiert von zwei kurzen Streifen, versehen. Der Mokassin der Ute weist als Verzierung meist nur einen schmalen Längststreifen oder ein Kreuz auf. Die Mokassin der Prärie-Cree tragen Blumenornamente.

Auf Bildern ist der Prärie-Indianer selten ohne Federhaube mit langwallender Schleppe dargestellt. Die aus Adlerfedern, mit und ohne Schleppe, gefertigte Haube der Dakota und anderer nördlicher Stämme wie auch die Büffelhörnerhaube der Pawnee oder die aus rot- oder violettgefärbten Hirschhaaren bestehenen sogenannten "deerstails" der Dakota und Sauk, um nur einige Beispiele zu nennen, waren ebenfalls Ehrenzeichen von Häuptlingen und bewährten Kriegern und gehörten zur Festtracht. Auf Kriegszügen trug der Indianer nur Ehrenfedern mit Zeichen seiner bisherigen Erfolge und den Skalplockenanhänger.

Nicht selten trugen sie auch andere Schmuckelemente, wie zum Beispiel die Halskette aus den Klauen des Grizzlybären oder der aus Knochenstäbchen gefertigte Brustschmuck, den Charakter von Mut- oder Würdezeichen. Daneben gab es ein- oder mehrsträngige Halsketten aus Knochenstäbchen oder Perlen, oft mit aus Muschelschalen hergestellten scheibenförmige Anhängern. Kopfbänder hielten das Haar zusammen. Bänder aus Stachelschweinborsten, Fell und Perlen schmückten Hals, Oberarme und Unterschenkel. Andere am Körper getragene Objekte besaßen für den Indianer als »"Medizin« besondere Bedeutung. Sie sollte mit ihrer Zauberkraft Schutz vor bösen und feindlich gesinnten Mächtenbieten und Erfolge bei Krieg und Jagd herbeiführen.

 In kleinen Lederbeuteln, am Gürtel getragen, bewahrte der Indianer rote und andere Farben auf, mit denen er sich, je nach Anlaß (Kriegszüge, Feste, religiöse Zeremonien und anderem) verschieden, das Gesicht bemalte. Oft ebenfalls am Gürtel befestigt, führten auch die Frauen am Gürtel Beutel und Taschen unterschiedlicher Form mit sich. Sie dienten der Aufnahme von Ahlen, Sehnen, Stachelschweinborsten und Perlen zur Herstellung von Kleidung und anderen Gegenständen.

Zur Ausstattung der Männer gehörten die kunstvoll bestickten und mit Fransen verzierten Beutel für Tabakpfeifen und Tabak. Die Pfeife wurde vorwiegend zur Bekräftigung von Vereinbarungen oder bei religiösen Zeremonien geraucht. Neben Tabakpfeifen im persönliche Besitz gab es auch heilige Pfeifen der Gruppen und der Stämme. Bei Kriegserklärungen oder Friedensabschlüssen rauchte man nicht selten aus besonderen, nur diesen Zwecken geweihte Pfeifen. Die Friedenspfeife wurde später oft als "Calumet" bezeichnet. Im eigentlichen Sinne des Wortes verstand man jedoch darunter etwas ganz anderes: nämlich mehrfarbig bemalte Stäbe mit Federbehängen, die während verschiedener Zeremonien, darunter wohl auch bei Friedensverhandlungen, immer paarweise Verwendung fanden. Die Stammespfeife der Arapaho bewahrte man in einem heiligen Pfeifenzelt auf.

Die Tabakpfeifen zeigen eine Vielzahl an Formen. Vorherrschend waren Pfeifen mit T-förmigen Kopf und mehr oder weniger langen, runden oder flachen, aus Holz geschnitzten Rohren. Der Kopf konnte aber auch die Form eines Winkels, einer Scheibe oder eines Hammers haben. Die Pfeifenrohre waren manchmal zu Spiralen gedreht. Die Tabakpfeifen trugen vielfältigen Schmuck aus Fellumwicklungen, Behängen aus Adlerfedern, Stickereien aus Stachelschweinborsten oder Perlen und eingeschlagenen Kappennägeln.
Der Pfeifenkopf bestand überwiegend aus rotem Pfeifenstein, dem sogenannten Catlinit (benannt nach dem berühmten nordamerikanischen Indianermaler George Catlin). Er wurde vor allem im Steinbruch von Pipestone (Süd-Minnesota), aber auch in den heutigen Staaten Wisconsin, Ohio und Arizona gebrochen. Zu den Zeiten, da die Indianer Catlinit aus den heiligen Pfeifensteinbrüchen holten, ruhten alle Feindseligkeiten. Nicht alle Stämme kannten den echten Tabak. An seiner Stelle wurde der sogenannte "Kinnikinnik", eine Mischung aus Rinde und Blättern verschiedenern Bäume und Sträucher geraucht.

 Pfeil und Bogen, Keulen, Lanzen und Messer waren nicht nur Jagd-, sondern zugleich auch Kriegswaffen. Dabei sind besonders die in zahlreichen Formen auftretenden Keulen erwähnenswert. Einige dieser Keulentypen fanden bereits bei den östlichen Waldlandstämmen Verwendung. In der Literatur findet man die indianischen Keulen oft ganz allgemein als Tomahawk bezeichnet. Ob diese der Algonkinsprache entlehnte Bezeichnung ursprünglich nur auf eine Keulenform zutraf oder auch bei diesen Stämmen bereits als Sammelbegriff auftrat, ist ungeklärt. Die Prärie-Indianer gebrauchten Steinkopfkeulen mit biegsamer, lederumwickelten Holzstäben, aus Holz geschnitzte Kugelkopf- oder Gewehrkolbenkeulen - oft mit eingelassenen Messern - und die von den Weißen erworbenen eisernen oder bronzenen Streitäxte und Pfeifen-Tomahawks.

Die aus verdickter Büffelhaut gefertigten Rundschilde waren auf der Vorderseite mit Symbolen bemalt, die den Besitzer vor Gefahren schützen sollten. Nicht selten trugen diese Zeichen auch den Charakter eines Wappens und kennzeichneten die Zugehörigkeit des Schildträgers zu einer bestimmten Gruppe. Durch den Austausch mit weißen Händlern setzte sich mehr und mehr das Gewehr als Kriegswaffe durch. Wo sie deren habhaft werden konnten, setzten sich die Indianer auch in den Besitz von Kavalleriesäbeln.

Eines der blutigen Zeichen der Auseinandersetzungen zwischen Indianern und Weißen war der Skalp. Irokesen, Muskhogee und wahrscheinlich auch andere nordamerikanische Indianerstämme skalpierten ihre Feinde bereits vor der Entdeckung Amerikas. Diesem Brauch lag die Vorstellung zugrunde, sich die dem Kopfhaar des getöteten Feindes innewohnende magische Lebenskraft nutzbar zu machen. Die spätere weitere Verbreitung des Skalpierens ist auf den Ausrottungsfeld der Weißen gegen die Indianer zurückzuführen. Unter dem Motto: "Der beste Indianer ist der tote Indianer" ging man zur systematischen Niedermetzlung von Männern, Frauen und Kindern über, um sich die ausgesetzten Kopfprärien zu verdienen. Im Jahre 1764 zahlte man für einen männlichen Indianerskalp 134, für einen weiblichen 50 Dollar.

Für den Prärie-Indianer bedeutete nicht, wie oft fälschlich angenommen wird, die Erbeutung eines Skalps die höchste Kriegsauszeichnung. Bei den Crow gab es zum Beispiel vier Stufen des Ansehens als mutiger Krieger:
Träger der Zeremonialpfeife, also Anführer eines siegreichen Kriegszuges zu sein,
einen Feind mit der Hand, der Lanze oder dem Coup-Stab berührt,
in einem feindlichen Lager angebundene Pferde gestohlen und
im Kampf einen Bogen oder ein Gewehr erbeutet zu haben.
Erst danach folgte der Skalp als Siegeszeichen.

Die Plains-Indianer mußten häufig ihre Lagerplätze wechseln, da ihre Jagd auf den Bison spezialisiert war. Für diese nomadische Lebensweise fanden die Indianer im Tipi, dem kegelförmigen Stangenzelt, die geeignete Behausung. Die Stangen wurden so aufgestellt, dass die in den Erdboden gerahmten Enden einen Kreis bildeten und sich die oberen Enden kreuzten. Über dieses Gerüst legte man zusammengenähte Planen aus Büffelleder und später auch aus Leinewand. Oben blieb ein Abzug für den Rauch des sich in Zeltmitte befindenen Feuers offen. Die Verteilung der Plätze im Zelt wurde entsprechend der Rangordnung der darin Wohnenden vorgenommen. Das Tipi ließ sich schnell auf- und abbauen: eine Tätigkeit, die den Frauen oblag. Das Verpacken der Haushaltgeräte und des Tipis für den Transport gehörte gleichfalls zur Arbeit der Frauen.

Als Transportmittel benutzte man den Travois, die Stangenschleife. Zwei Stangen wurden am Pferd befestigt: die hinteren Enden schliffen auf dem Boden. Ein darauf befestigtes ovales oder trapezförmiges Gitter aus Ästen diente als Ladefläche. Der vor der Einführung des Pferdes verwendete Hunde-Travois verlor später an Bedeutung und diente, besonders bei nördlichen Stämmen, nur noch den Indianern als Transportmittel, die wenig Pferde besaßen.

Die Stämme der Prärie-Indianer untergliederten sich in eine Anzahl von Gruppen (bands). Fast das ganze Jahr über führten diese Gruppen ein Eigenleben. Nur zur Zeit der großen Büffeljagd und des Sonnentanzes vereinigte sich der Stamm in einem riesigen runden Lager, dem "Lagerkreis", in dem jede Gruppe ihre Zelte in einem genau festliegenden Abschnitt aufschlug.

Mit Ausnahme der Teton-Dakota und der Crow-Indianer, bei denen sich sieben beziehungsweise zwei politische selbständige Abteilungen herausgebildet hatten, bildete der Stamm die politische Einheit, die jedoch ursprünglich zumeist nur während der gemeinsamen Jagd und des Sonnentanzes in Erscheinung trat. Ein Rat von Häuptlingen, bestehend aus den Anführern der Gruppen, beriet und beschloß dann die im Interesse des gesamten Stammes liegenden Maßnahmen. Bei kriegerischen Anlässen wurde aus dem Kreis dieser Häuptlinge ein Kriegshäuptling gewählt, der über größere Macht verfügte, jedoch von den Beschlüssen des Häuptlingsrates abhängig blieb.

Das Bestehen mehrerer Kriegsgesellschaften innerhalb eines Stammes war eine für die Prärie-Indianer typische Erscheinung. Am häufigsten traten die Bünde der "Hunde", der "Raben", der "Tapferen", der "Verrückten" und der "Bisonstiere" auf. Beim Eintritt in einen Bund waren Abgaben in Form von Pferden, Gewehren, Decken und anderen Gegenständen zu entrichten. Jeder Bund zeichnete sich durch besondere Tänze, Gesänge, Zeremonien, Würdezeichen und Bemalung aus.

Bei jedem Stamm übte eine Gesellschaft Polizeigewalt aus, mit deren Wahrnehmung entweder ein Bund für ständig beauftragt war oder sich verschiedene darin abwechselten. Bei den Arapaho, Blackfeet, Mandan und anderen Stämmen gab es auch Frauenbünde. Das Ansehen des Indianers wurde in erster Linie durch seinen Mut- und Kriegstaten und durch seinen Besitz an Pferden geprägt. Auch hier spiegelt sich die Bedeutung des Pferdes wider. Wer viele Pferde besaß, war in der Lage, den Brautpreis für mehrere Frauen zu bezahlen. Indianer ohne Pferde mußten sich Reit- und Zugpferde ausleihen und hatten dafür einen Teil ihrer Jagdbeute abzugeben und die Herden der Pferdebesitzer zu hüten. So führte der unterschiedliche Besitz von Pferden bereits zur Herausbildung von Reichtums- und darauf begründeten sozialen Unterschieden.

 Die religiösen Anschauungen waren bei den einzelnen Präriestämmen sehr unterschiedlich. Es gab darin jedoch auch charakteristische Gemeinsamkeiten. So der Glaube, dass allen belebten und unbelebten Dingen eine besondere magische Kraft oder ein Geist innewohne, der auch als Schutzgeist der Menschen wirksam werden kann. Der Sonne, dem Himmel, der Erde, den vier Himmelsrichtungen mit den Winden, dem Donnervogel und dem Büffel wurden besonders starke Zauberkräfte zugesprochen; von den Dakota als Wakan bezeichnet. Die Anrufung eines "Großen Geistes" ist möglicherweise auf christliche Einflüsse zurückzuführen.

Wie jeder einzelne Krieger, so besaßen auch die Gruppen und Stämme eine Schutzmedizin in Form eines heiligen Bündels, in dem sich vom Medizinmann geweihte Objekte, wie etwa Skalpe, Bälge heiliger Vögel (Adler und Falke), Tabak und heilige Steine befanden.
Die heiligen Zahlen vier und sieben hatten besondere Bedeutung. Der zeremonielle Gebrauch eines Schwitzzeltes war ebenfalls weit verbreitet. Masken waren bei den Prärie-Indianern weniger in Gebrauch. Hier wären die Masken der "Clown-Gesellschaft" der Assiniboin zu nennen. Bei den allerdings weiterhin Bodenbau betreibenden und in festen Häusern wohnenden Mandan trugen die Anführer der "Bisongesellschaft" Büffelkopfmasken. Bei den Crow gab es eine geheime "Tabakgesellschaft", deren Mitglieder einen für zeremonielle Zwecke verwendeten Tabak (Nicotiana multivalvis) anpflanzten. Zum Rauchen bei sonstigen Anlässen diente ein anderer Tabak (Nicotiana quadrivalvis).

Der meistens im Spätfrühling stattfindende Sonnentanz war Angelegenheit des gesamten Stammes, wenngleich der Anlaß dazu von Einzelpersonen ausging, die, durch verschiedene Ereignisse beeinflußt, die Durchführung eines Sonnentanzes öffentlich versprochen hatten. Der Sonnentanz dürfte hauptsächlich der Erhaltung und dem Wohlergehen des Stammes sowie der Sorge um die tägliche Nahrung gedient haben. Zauberhandlungen, Gebete, Gesänge, Tänze und Fasten, bei einigen Stämmen auch die Tortur, waren die sichtbaren Zeichen des Sonnentanzes. Der Tanz fand in einem aus grünen Zweigen errichteten Zelt statt, in dem sich auch ein Altar aus Büffelschädeln befand. Der Sonnentanz hat in abgewandelter Form überlebt. Im Jahre 1904 durch die amerikanische Regierung verboten, begannen ihn einige Stämme um 1935 wieder durchzuführen.

Medizinmänner spielten im religiösen Leben der Prärie-Indianer eine herausragende Rolle. Sie erhielten ihre Zauberkraft durch besondere Schutz- und Hilfsgeister. In ihrem Aufgabenbereich lag es, nicht nur Kranke zu heilen, sondern durch in Träumen und Visionen von den Geistern erhaltene Hinweise auch den Ausgang von Jagd- und Kriegszügen und das Schicksal des Stammes vorauszusehen. Mit ihren Zauberhandlungen wehrten sie den Einfluß böser Mächte ab. Das geschah durch Gesänge und Tänze unter Benutzung von radförmigen Handtrommeln und Rasseln.

Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts ist durch blutige Auseinandersetzungen zwischen Prärie-Indianern und Regierungstruppen gekennzeichnet. Sie enden mit der Unterbringung der Indianer in Reservationen.


Indianer-Stämme der Prärie

Akasquy | Anadarko | Arikara | Assiniboin | Blood | Caddo | Coaque | Flandreau | Gros Ventres | Hainai | Hidatsa | Iowa | Kansa | Karankawa | Kichai | Kite | Mascouten | Mesquites | Missouri | Muruam | Nacachau | Nacaniche | Nacogdoche | Omaha | Oneota | Osage | Oto | Quapaw | Sarsi | Tonkawa | Waco | Wichita | Winnebago | Yatasi

Weitere Prärie-Stämmen mit separater Beschreibung im unteren Teil:

Arapaho | Blackfoot | Cheyenne | Comanchen | Crow | D(L)(N)akota | Kiowa | Mandan | Pawnee | Piègan | Ponca

Akasquy
Die Akasquy sind ein Stamm der am Brazos River in Texas lebte und heute ausgestorben ist. Ihre Kleidung bestand aus Bisonhaaren und war mit Vogelfedern geschmückt. Im Jahre 1858 wurden die letzten Akasquy von Texas-Rangern in einem Gemetzel abgeschlachtet.



Anadarko
(auch: Anadaca, Anadacao, Anadahcoe, Nadko). Die Anadarko sind ein Stamm der Caddo-Sprachfamilie, der in Osttexas beheimatet war. Ihre Behausung war die Fell- oder Strohhütte. Hauptsächlich ernährten sie sich von der Pflanzenanzucht und von Wild. Das Wort »Anadarko« kommt aus der Caddo-Sprache und bedeutet »Die den Honig der Hummel essen«. 1541 kam De Soto als erster Weißer mit ihnen in Kontakt. Bei einer Erhebung im Jahre 1763 durch die Franzosen wurden die Anadarko der Caddo-Sprachgruppe zugeordnet. Krankheit und Kriege dezimierten die Anzahl des Stammes. Durch einen Vertrag von 1835 wurden die Anadarko auf die Westseite des Brazos River abgedrängt. Am 15. Mai 1846 wurden die 450 Stammesangehörigen unter dem Schutz der Vereinigten Staaten gestellt. Bei Fort Belknap in Texas wurden 1857 die letzten 200 Anadarko in einem Reservat angesiedelt. Im Jahre 1857 kam es mit weißen Siedlern zum Krieg, dem eine Zwangsumsiedlung am 1. August 1859 in das Indianerterritorium Oklahoma zur Folge hatte. Nach Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieges im Jahre 1861 unterzeichnete der damalige Häuptling Jose Maria einen Vertrag mit den konföderierten Südstaaten. Der Stamm der Anadarko wurde von den Südstaatlern gut behandelt. Bei einer statistischen Erhebung wurden im Jahre 1950 ca. 449 Anadarko registriert. 1985 wurden bei der Anadarko-Behörde in Oklahoma 1.218 Anadarko und Caddo gezählt.



Arikara
(Ari-ka-ri = Elchgehörn oder gehörnter Elch). Sie gehören der Caddo-Sprachfamilie an und siedelten sich zu Beginn des 17. Jahrhunderts aus Nebraska kommend in North Dakota am Missouri an. Sie wurden bald als Pawnee oder Ree bekannt. Das zahlreiche Volk wurde von den Franzosen in den frühen Jahren der Besiedlung auch als »Weiße Pawnee« benannt. Die US-Amerikaner bezeichneten sie als »gute Indianer«, da sie friedfertig waren und deshalb oft als Scout der US-Armee wertvolle Späherdienste in den Kriegen gegen die Dakota leisteten. Das sie sich so verhielten, muß wohl daran liegen, dass sie vor Besitznahme des Westens durch die Weißen primitiv und schlecht bewaffnet waren und von Nachbarstämmen, die bereits von den Franzosen Feuerwaffen erhalten hatten, abgeschlachtet wurden. Ein General mit Namen Eno, der Colonel Custer nicht vor der totalen Vernichtung seiner Truppen bewahren konnte, sprach von den Atsina-Spähern folgendes: Sie sind anspruchslos, treu und zuverlässig wie gute abgerichtete Hunde. Der Dank der Weißen dafür waren die Pocken, die den zahlmäßig großen Stamm dezimierten. Ihre Nachkommen leben heute mit den Hidatsa und Mandan zusammen in einem Reservat in Montana.



Assiniboin
Das Wort Assiniboin stammt aus der Chippewa-Sprache und bedeutet Steinkocher. Sie gehören der Sioux-Sprachfamilie an und waren ursprünglich ein Teil der Yanktonai-Dakota, obwohl die Dakota ihre Feinde waren. Die Assiniboin kämpften Ende des 17. Jahrhundert gegen die Cheyenne. Diese kriegerischen Handlungen wuchsen zum Kleinkrieg aus, bei dem die Assiniboin Steinschloßgewehre einsetzten, die sie bei Pelzhändlern eingetauscht hatten. Die Assiniboin schossen Hunderte Cheyenne ab, wofür man sie fürchtete. Bei den Cheyenne hießen die Assiniboin Ho-he. Sie griffen nachts an und waren sehr listenreich. Untereinander verständigte sie sich aus hohlen Pflanzenstengeln hergestellten Blashörnern, mit denen sie den Büffelruf täuschend ähnlich nachahmten. Ihr Stammesgebiet erstreckte sich von den kanadischen Steppengebieten bis nach North Dakota und Montana. Die Assiniboin besaßen Pferde und Gewehre und konnten ihr Territorium behaupten. Sie hatten als Verbündete die Cree und Ojibway, deren Jagdgründe sich im Norden und Osten an das Dakota-Gebiet anschlossen. Ihre Kleidung, ihre Behausung wie auch ihre Bräuche übernahmen sie von den Cree und Ojibway. Die Dakota duldeten keine Eindringlinge in ihren Jagdgründen und so wurde jeder, der sich hineinwagte, davongejagt. Deshalb bestand zwischen den Dakota und Assiniboin eine Fehde, weshalb auch die Teton und die Dakota des Ostens mit den Assiniboin verfeindet hatten. Dieser Streit hatte jedoch auch was Gutes: Man konnte Skalpe, Pferde und Gefangene erbeuten was wieder Ruhm einbrachte. Im Jahre 1840 wurden 75 Prozent der Assiniboin durch eine Blattern-Epidemie dezimiert, was zur Folge hatte, das sie ihre militärische Stärke in der Prärie verloren. Um ein Gleichgewicht der Kräfte wieder herzustellen, dehnten die Cree ihr Stammesgebiet beträchtlich aus.



Caddo
Die Caddo waren ein mächtiger Volksstamm der gleichnamigen Sprachfamilie. Das Volk der Caddo setzte sich aus mehreren Einzelstämmen zusammen: Adais, Anadarko, Cahinnios, Eyeish, Hainai, Kadohadachos, Nabedache, Nacagdoches, Nacono, Namidish, Nanatsoho, Nasoni, Natchitoches, Neches und Yatasi. Bereits in vorkolumbischer Zeit wanderten weitere Caddo-Stämme nach Norden, so die Wichita in den heutigen US-Staat Kansas, die Kitsai und Pawnee nach Nebraska und die Arikara nach Norddakota. Das Wort »Texas« - heutiger US-Bundesstaat - ist die Abwandlung eines Caddo-Wortes. Die Angehörigen der Unterstämme nannten sich selbst »Tayshas«, was soviel wie »Verbündete« oder »Freunde« bedeutete. Mit diesem Begriff bezeichneten die spanischen Eroberer und Kolonisten das gesamte Gebiet nördlich des Rio Grande del Norte und machten »Land der Tayshas« daraus, den Namen kürze man später in »Land Tayshas«, dann in »Taychase« und später wurde »Texas« daraus. Die Caddo waren Ackerbauern und lebten in den fruchtbaren Gebieten von Louisiana und Mississippi. Im Jahre 1835 vertrieb man sie nach Nordost-Texas, von wo aus sie 1872 in eine eigene Reservation ins Indianerterritorium Oklahoma umgesiedelt wurden. 630 Caddo-Indianer wurden bei einer Zählung im Jahre 1930 registriert.
Atakapans: Sie waren eine Dialektgruppe innerhalb der Caddo-Sprachfamilie.
Avavares: Sie sind möglicher Weise eine Untergruppe der Caddo-Sprachfamilie.
Avoyelles: Das Wort »Avoyelles« bedeutet im Deutschen »Die Vipern«. Auch sie sind ein Stamm des Caddo-Familie, der in Dörfern nahe des Red Rivers im heutigen Louisiana beheimatet war.



Coaque
Sie waren ein kleiner Stamm, der vor der Küste von Texas auf der Insel Malhado Island beheimatet war. An ihrer Insel strandete der Konquistador Cabeza de Vaca.


Flandreau
Die Flandreau waren einst Santee-Dakota, die sich aber von diesen trennten. Die kleine Gruppe siedelte sich im heutigen US-Bundesstaat Nebraska an.



Gros Ventres (Atsina)
Die Wort »Atsina« (at-se-na) ist ein Wort aus der Blackfoot-Sprache und bedeutet = mutiges Volk. Als die Weißen den Westen eroberten, wurden die Atsina »Gros Ventres« (Dickbäuche) genannt. Diesen Namen erhielten sie aber nicht weil sie dicke Bäuche besaßen, sonder weil sie am Big Belly (Dickbauch) River beheimatet waren. Der Big Bely River trägt heute den Namen »South Saskatchewan«. Sie sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie. Die Atsina, ihre Verwandten, die Arapaho sowie die Blackfoot waren schon vor Entdeckung Amerikas Bewohner der Plains. Ihre Heimat lag im nördlichen Felsengebirge Montanas und wurden von den Blackfoot beschützt. Im Jahre 1870 bezogen sie zwischen dem Yellowstone und Powder River eine Reservation mit den Arikara und Mandan. Die Gros Ventres waren gegenüber den Weißen freundlich und friedfertig. Deshalb wurden sie von ihnen auch als »gute Indianer« bezeichnet. In der Dakota Reservation lebten im Jahre 1879 noch 1.700 Atsina, deren Zahl bis 1937 in Oklahoma auf 809 sank.



Hainai
Die Hainai gehören der Caddo-Sprachfamilie an und ihre Heimat war das heutige Texas. Sie bewohnten Strohhütten und ernährten sich von Mais. Die Hainai sind verwandt mit den Caddo und gehörten mit den Hasininai zu den Völkern des Caddo-Bundes. Ihr Name stammt von dem Wort »nayano« ab und bedeutet »Volk«. Der Stamm der Hainai wurde im Jahre 1542 von De Soto und 1687 von La Salle besucht. Früher war das heutige Dorf im Nacogdoches County ein Ort wichtiger Zeremonien. Im Jahre 1716 wurde eine katholische Missionsstation an dieser Stelle gegründet. Die Hainai kämpften während des Bürgerkrieges auf der Seite der Südstaaten. Im Anschluß siedelten sie sich im Wichita-Caddo-Reservat an. Letztmals wurde der Stamm im Jahre 1876 mit 30 Personen registriert. Zwölf Jahre zuvor waren es immer noch 150 Stammesmitglieder.



Hidatsa
(Weidenvolk). Sie sind ein Stamm der Sioux-Sprachfamilie. Aus ihm gingen die Apsarokee und Crow hervor. Sie wanderten in historischer Zeit aus der Minnesota Region zum oberen Missouri und schlossen sich dort den Mandan an. Sie wohnten an einem Nebenfluß des Missouri - am Knife River - in North Dakota in kuppelförmigen Erdhäusern und hatten befestigte Dörfer. Sie bauten Mais und Gemüse an und beschäftigten sich außerdem mit der Töpferei. Die Hidatsa nannte man auch früher Big Bellies oder Gros Ventre (= Dickbäuche). Nicht verwechseln mit den Atsina, die auch als Gros Ventre bezeichnet worden. Von den Dakota wurden sie Minnitari genannt was soviel heißt wie »am anderen Ufer leben«. Im Jahre 1837 wurden die Mandanen von einer verheerenden Blatternepidemie dezimiert. Nur etwa 100 Überlebende gab es, die sich den Hidatsa anschlossen. Auch heute leben die Hidatsa in North Dakota in der Fort-Berthold-Reservation. Bei einer Zählung im jahre 1937 wurden 731 Hidatsa und Mandan registriert. Die Hidatsa galten als kriegerisch und führten ausgedehnte Kriegszüge gegen ihre Feinde durch. War der Kriegszug erfolgreich, führten die Frauen den Skalptanz auf. Vor einer Büffeljagd im Winter wurde der traditionelle Schneeschuhtanz getanzt, und im Sommer der Büffeltanz. Den Winter vertrieben sich die Hidatsa im Spiel.



Iowa
(wahrscheinlich vom Dakota-Wort Ayuhwa, Sleepy People, Schläfriges Volk). Sie sind ein Volksstamm der großen Sioux-Sprachfamilie und waren am unteren Missouri beheimatet. Sie waren ein Volk von ca. 1.000 Stammesangehörigen. Die Iowa betrieben Ackerbau und gingen der Jagd nach Büffeln und Rotwild nach. Ihre Behausung glich in seiner Form der eines Backofens, die mit Erde bedeckt waren. Bei ausgedehnten Jagdzügen verwendeten sie auch das Tipi. Ihre Riten glichen der des östlichen Waldlandes. Der Zauberer wurde bei einem rituellen Akt scheinbar erschossen, bevor er wieder zum Leben erweckt wurde. Die Erbeutung eines Skalps war bei den Iowa unbedeutend. Wenn ein Krieger zweimal ein Coup gelang oder die Waffen des Feindes erbeutete, galt er als berühmter Krieger. Pferdediebstahl stand auch vor dem Skalp. Wurde ein Krieger im Kampf verletzt und von einem Stammesangehörigen errettet, brachte dies besondere Ehre.



Kansa
Die Kansa sind ein Stamm der großen Sioux-Sprachfamilie, der im Süden am unteren Missouri wohnte. Sie waren verwandt mit den weiter nördlich lebenden Omaha und Ponca und mit den im Süden wohnenden Osage und Quapaw. Sie betrieben Ackerbau, jagten aber auch Büffel und Rotwild. Für Wanderungen benutzten sie das Tipi, sonst lebten sie backofenförmigen Behausungen. Die Trecks der Weißen, die sich Mitte des 19. Jahrhunderts auf dem Santa-Fé-Trail meist in Ost-West-Richtung bewegten, wurden nicht angegriffen, da sich die Kansa friedlich verhielten. Die Krieger der Kansa trugen auf glattrasiertem Kopf einen Haarkamm.



Karankawa
Sie waren eine Dialektgruppe der großen Sioux-Sprachfamilie, die an der Golfküste des heutigen Staates Texas beheimatet waren. Als Cabeza de Vaca im Jahr 1528 an der Golfküste mit seinen Gefährten Schiffbruch erlitt, machte er die Aussage über die Karankawa, dass sie das miserabelste und primitivste Volk der Küste von Texas wären. Sie wurden gejagt und vollständig ausgerottet. Die letzten ihres Stammes wurden noch vor dem Bürgerkrieg getötet.



Kichai
Sie waren ein Stamm der Caddo-Sprachfamilie, der in Texas beheimatet war. Die Kachai waren friedliche Ackerbauern, wie ihre stammesverwandten Tawakoni, Waco und Wichita. Sie wurden von den Weißen fast völlig ausgerottet, so dass nicht viel mehr als ihr Name übrigblieb.



Kite
Die Kite gehören der Sioux-Sprachfamilie an und lebten in Tipis in der Black Hills. Hauptsächlich ernährten sie sich von der Jagd.



Mascouten
Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie an und lebten in Tipis. Ihre Nahrung bestand aus Fleisch und aus pflanzlichen Produkten.



Mesquites
Die Mesquites sind ein kleiner Stamm, der um 1716 in Texas am Rio Grande, am Rio Brazos und bei San Antonio de Bexar beheimatet waren. Ihr Name wurde von dem Mesquite-Dornbuschgebiet abgeleitet. Hier lebten und ernährten sie sich.



Missouri
Die Missouri sind ein Stamm der Sioux-Sprachfamilie. Sie wohnten im Süden am Missouri River im heutigen Kansas. Die Missouri gingen dem Ackerbau nach, jagten Büffel, Antilopen und Rotwild. Ihre Anzahl war nie höher als 1.000 Stammesmitglieder. Im Jahre 1798 hätten die Sauk und Fox sie bald vernichtet. Sie sind dann aber zu Beginn des 19. Jahrhunderts von den Osage so vernichtend geschlagen worden, dass der Stamm als Einheit unterging. Die letzten Stammesmitglieder wurden von den Iowa und Oto aufgenommen.



Muruam
Die Muruam sind eine kleine Gruppe von Indianern, die sich aus Tonkawa und Ticmamare zusammensetzten. Sie wurden um das Jahr 1720 in den Missionen von San Antonio de Bexas im heutigen US-Staat Texas katholisch getauft.



Nacachau
Sie sind ein Volksstamm aus Texas. Die Nacachau wurden 1691 vom spanischen Entdecker Francisco de Jesús Maria erstmals erwähnt. Für diesen Stamm wurde kurz nach ihrer Entdeckung eine Mission errichtet, die den Namen Mission San Francisco de los Neches erhielt und unter diesen Namen bekannt wurde.



Nacaniche
Sie sind ebenfalls ein Volksstamm aus Texas, der am Trinity River lebte und der Caddo-Sprachfamilie angehört. Die Nacaniche wurden 1690 von den Franzosen entdeckt und kamen im 19. Jahrhundert unter die Herrschaft der Nacogdoches.



Nacogdoche
Die Nacogdoche waren ein größerer Stamm, der in Texas lebte. An der Stelle wo sich ihr Hauptdorf befand, ist eine texanische Stadt mit gleichen Namens errichtet worden.



Omaha
Das Wort »Omaha« bedeutet »Jene, die gegen den Wind gehen«. Er war ein Stamm der großen Sioux-Sprachfamilie. er lebte im nordöstlichen Nebraska rechts und links des Missouris. Neben der Jagd nach Bisons, Antilopen und Rotwild ernährten sich die Omaha auch durch den Ackerbau und den Fischfang. Die Fische wurden entweder mit dem Pfeil und Bogen oder mit einem speziellen Fischspeer gefangen. Durch diese Fülle in ihren Jagdgründen hatten sie ein sorgenfreies Leben. Sie wohnten in backofenf&oumLrmigen Häusern, die sie mit Erde bedeckten, nur während der Büffeljagd verwendeten sie das Tipi. Ihre Kultur war höher als die der Teton. Statt Clans gab es bei den Omaha sogenannte Moities (franz. abgeleitet moitié = Hälfte), die als Himmel und Erde bezeichnet worden. Der Sonnentanz war ihnen unbekannt. Als Haartracht der Krieger gab es nur die Skalplocke wie es bei den südlichen Sioux üblich war, sonst war der Kopf kahlrasiert. Ihre Kleidung bestand aus Wildleder mit reich verzierten Stickereien aus Stachelschweinborsten. Die Omaha gingen 1854 in ihre Omaha-Reservation in Nebraska.



Oneota
Die Oneota sind ein Volksstamm der Sioux-Sprachfamilie, der bis zum 17. Jahrhundert im US-Bundesstaat Nebraska lebte.



Osage
Osage entstand aus dem Osage-Wort »Wazhazha«. Die Osage waren ein südlicher Stamm der Sioux-Sprachfamilie. Ihre Heimat lag im südlichen Missouri und nördlichen Arkansas. Sie betrieben Ackerbau, jagten Rotwild und Antilopen und gingen auch auf Büffeljagd. Die Hütten waren oval oder rechteckig, besaßen gerade Wände und hatten gebogene Dächer aus Häuten oder Matten. Sie waren 9 bis 30 Meter lang, 4,5 bis 6 Meter breit und hatten eine Höhe von 3 Metern. Für die Büffeljagd verwendeten sie Tipis, um den Bisons durch ihr Stammesgebiet folgen zu können. Da sie nahe den Büffelwegen wohnten, verfügten sie über ausreichend viele Büffelhäute. Der Stand ihrer Kultur war höher als die der Dakota. Grund dafür waren ihre anspruchsvolleren Rituale. Der Stamm war in Moities eingeteilt, die einen Gegensatz andeuteten und »Krieg« und »Frieden« genannt wurden. Sonst glichen sie anderen Sioux-Stämmen. Die Krieger trugen auf ihren glattrasierten Schädel einen Kamm als Haartracht. Die Kleidung der Osage bestand aus Wildleder, das mit Perlstickerei und Wildschweinborsten verziert war. Sie besaßen auch gute Kenntnisse in der Matten- und Korbflechterei. Anfang des 19. Jahrhunderts kam Tecumseh zu den Osage, um sie für seinen Bund zu gewinnen. Er wurde zwar gastfreundlich aufgenommen, aber für seine Idee hatten sie kein Interesse. Die Osage wurden durch ihre militärgesellschaftliche Ordnung berühmt, aber auch durch ihre Feindschaft zu den südlichen Reiterstämmen. Sie lebten von 1839 in einem Reservat im Indianerterritorium von Oklahoma. Sie übernahmen hier die Kleidung der Weißen, die Krieger ließen sich ihre Haare schulterlang wachsen und sie blieben friedlich. Sie stellten früh die uniformierte Osage Indian Police auf, damit innerhalb ihrer Reservation Ruhe und Ordnung herrschte. Ab 1855 zogen Siedlertrecks durch ihr Schutzgebiet. Die Polizeitruppe achtete darauf, dass es nicht zu Überfällen durch Banditen kam. Als auf ihrer Reservation in Oklahomae Erdöl gefunden wurde, hatten sie für kurze Zeit die größte Einkommensquote der Welt. Mit diesem Geld konnte der Stamm saniert werden. Sie wurden wohlhabend und unterstehen nicht mehr der Treuhänderschaft der US-Regierung. Heute erhält ein Osage neben sonstigen Einkünften auch ein Jahreseinkommen aus bestehenden Ölverträgen von etwa 3.500 EUR. 1937 lebten noch 3.649 Stammesangehörige, deren Anzahl auf mehr als 5.000 Personen anstieg.



Oto
(Die Wollüstlinge). Die Oto sind ein Stamm der Sioux-Sprachfamilie, der beiderseits des Missouri im heutigen Nebraska lebte. Sie zählten etwa 1.000 Stammesangehörige. Die Oto jagten Rotwild und Antilopen, betrieben Ackerbau und gingen auch auf Büffeljagd. In der Zeit der Büffeljagd wohnten sie in Tipis, sonst in backofenförmigen Behausungen, die mit Erde bedeckt waren. Ihre Riten glichen denen des östlichen Waldlandes. Die Krieger trugen als Haartracht einen Kamm auf abgeschorenen Kopf. Ihre Kleidung bestand aus Wildleder, die reich verziert war. Sie waren verbündet mit den stammesverwandten Omaha und Ponca. Im Jahr 1854 gingen sie in ihr eigenes Reservat, welches sich zwischen dem nordöstlichen Kansas und dem südöstlichen Nebraska erstreckt.



Quapaw
(Sioux-Wort: "Flußabwärts" oder "Unteres Stromvolk"). Sie sind ein sogenannter Außenseiterstamm der Sioux-Sprachfamilie, der am Arkansas River und Mississippi beheimatet war. Sie wurden erstmals im Jahre 1541 von den Spaniern besucht. Die Grenze des Sioux-Gebietes verlief im 17. Jahrhundert oberhalb des westlichen Ufers des Mississippi. Die Quapaw waren der südlichste Stamm der Sioux. Im Norden ihres Gebietes lag das der stammesverwandten Osage und im Süden schloß sich das der Chickasaw an. Sie bauten um ihre Dörfer Pfahlzäune, was nicht typisch für Plain-Indianer war. Sie wurden umgesiedelt ins Indianer-Territorium. In ihrem Reservat wurde Blei und Zink gefunden, was sie zu reichen Menschen machte.

Ozark
Die Ozark sind ein Unterstamm der Quapaw, die in den heutigen US-Bundesstaaten Missouri und Arkansas beheimatet waren. Von den Franzosen wurden sie Aux Arcs genannt.



Sarsi
Die Sarsi waren ein Stamm der Déné-Sprachfamilie, die nordwestlich der Blackfoot in Kanada (nicht verwechseln mit den Blackfeet [Zweigstamm der Teton-Dakota]) beheimatet waren und unter den Schutz der Blackfoot standen.



Tonkawa
Ihr Name ist abgeleitet vom Waco-Wort tonk-a-weya, was soviel heißt wie «Jene, die zusammenbleiben». Sie gehören zur Dialektgruppe der Sioux. Die Tonkawa waren mit den Karankawa verbündet, die im Süden von ihnen lebten. Für Zeremonien verwendeten sie ab dem 17. Jahrhundert den Peyote - eine Kaktusfrucht. Wegen ihres Kannibalismus, den sie aus religiösen Gründen zelebrierten, wurden die Tonkawa bis 1856 von ihren Nachbarstämmen, Texanern, Mexikanern wie auch von den Spaniern verfolgt. Durch diese Verfolgung wurde der Stamm fast ausgerottet, obwohl sie neben ihren Feinden auch Freunde hatten. Sie waren bei ihren feindselig gesinnten Nachbarn wegen ihrer Grausamkeiten gefürchtet. Ein Gefangener wurde von den Tonkawa adoptiert, der später ihr berühmtester Häuptling wurde. Die Spanier nannten ihn El Mocho, was soviel heißt wie «Der Abgeschnittene», da er im Kampf mit einem Osage sein rechtes Ohr eingebüßt hatte. Er organisierte zusammen mit den Apachen eine Ratsversammlung. Grund dieser Angelegenheit war die Vereinigung beider Stämme gegen die Spanier. Dieser Versammlung wohnten 4.000 Apachen und Tonkawa bei. Sie tauschten Pferde gegen französische Gewehre ein. Das Bündnis währte aber nur kurze Zeit. Bei Verhandlungen mit den Spaniern wurde El Mocho ermordet. Die Tonkawa wurden 1856 wie auch ihre Erzfeinde den Comanchen und Kiowa in eine Reservation umgesiedelt. Trotzdem, dass sie ihre grausamen Bräuche beendet hatten, waren sie durch ihre Feinde wie auch durch Krankheiten stark dezimiert worden. Sie dienten nun ihren Feinden - den Texanern - als treue Scouts gegen die Comanchen wie auch anderen Indianer-Stämmen. Wegen Extremisten wurden alle Texas-Indianer unter ihnen auch die Tonkawa ins Indianerterritorium umgesiedelt. Die Reservation der Tonkawa war am Washita-River. Stämme aus Ost-Texas, ehemalige Feinde der Tonkawa und welche die von der Tonkawa-Scoutmiliz bekämpft wurden waren, siedelte man in ihrer Nähe an. Voller Haß töteten sie mehr als 100 Tonkawa, sodass ihre Zahl auf etwa 100 Stammesangehörige dezimiert wurde. Auch dies konnte ihren Kampfgeist nicht schmälern. Die Tonkawa leisten 1874 ausgezeichnete Scoutdienste auf seiten ihrer Verbündeten, den Kwahadi-Comanchen, Kiowa und Cheyenne im Palo Duro Canyon als Colonel Mackenzie gegen sie aus Fort Concho vorrückte.



Waco
(Honeches, Houeches, Huanchane). Sie gehören der Caddo-Sprachgruppe an. Ihr Stammesgebiet lag im östlichen Texas, wo sie in Kuppelförmigen Strohhütten wohnten. Sie bauten Mais an und lebten ferner von der Jagd. Sie wurden von den Franzosen 1719 entdeckt, wo sie noch an den Ufern des Arkansas in Oklahoma lebten. Von dort zogen sie an den Brazos River nach Texas. Die Waco wurden 1859 ins Indianerterritorium umgesiedelt. Hier lebten sie mit den Wichita zusammen. Später verlegte man sie in die Wichita-Caddo-Reservation. Ihre Zahl war zu dieser Zeit auf 114 Stammesangehörige geschrumpft. Später verschmolzen sie mit anderen Stämmen. Am Ende des 19. Jahrhunderts sind noch 37 Personen registriert wurden.



Wichita (Ousita, Panis, Tawakoni, Tawehash, Towiache, Wusita)
(Eigenname: Towihaedshi). Sie sind ein Volksstamm der Caddo-Sprachfamilie. Die Wichita wurden von Kansas nach Nord-Texas abgedrängt. In ihrer neuen Heimat am Red River wohnten sie in Dörfern aus Grashütten und lebten vom Ackerbau. Neben dem Anbau von Früchten gingen sie auch auf Büffeljagd. Später als die Kiowa in ihr Land kamen, die sich hauptsächlich von Büffeln ernährten, begann ein intensiver Handel zwischen beiden Völkern. Die Wichita spezialisierten sich auf den Maisanbau, den sie erweiterten, und erhielten für ihn im Tausch Dörrfleisch und Bisonfelle. Durch diese engen Beziehungen standen die Wichtita unter dem Schutz der kriegerischen Kiowa, obwohl sie selbst tapfere Krieger waren. Als Texaner in ihr Land kamen und mit der Ausrottung aller Indianer begannen, wurden die Wichita stark dezimiert. Sie siedelten daraufhin freiwillig 1859 in eine Reservation im Indianer-Territorium von Oklahoma. Dort erhielten sie Schutz von den Fünf zivilisierten Nationen. Als die Kiowa in einem benachbarten Reservat angesiedelt wurden, begannen wieder der Tauschhandel mit den Maisbauern. In der Wichita-Reservation leben heute noch etwa 500 Stammesangehörige.



Winnebago
(in der Sauk-Sprache = Leute des schmutzigen Wassers; die Englänger nannten sie Stinkards = Stinktiere). Die Winnebago sind ein sogenannter Außenseiterstamm der Sioux-Sprachfamilie. Ihre Heimat war der Green Bay des Michigansees in Wisconsin. Sie waren kulturverwandt mit ihren Nachbarn der Algonkin-Sprachfamilie. Die Winnebago wohnten in Wigwams, bauten Kanus aus Birkenrinde und waren Büffeljäger. Trotz reicher Ernten des wilden Wasserreises, gingen sie auch dem Ackerbau nach. Sie wurden in den dreißiger Jahren des 19. Jahrhunderts durch eine Blatternepidemie stark dezimiert. Die Winnebago waren mit den Sauk und Fox verbündet und auch gute Freunde. Ihr Gemeinwesen bestand aus Clans, die Tiere zum Symbol hatten. Sie hatten einige zeremonielle Tänze, pflegten magische Riten und Geheimkulte und besaßen eine reiche Mythologie. Die US-Regierung ließ die 1.900 Winnebago im Jahre 1863 von Minnesota nach Missouri zwangsumsiedeln. Grund dafür war die Beteiligung der Winnebagos am Santee-Aufstand von Little Crow 1862. Auf dem Seeweg in ihre neue Heimat starben 150, die kurzerhand über Bord des Dampfschiffes geworfen wurden. In ihrem Reservat in Nebraska und Wisconsin leben heute noch etwa 3.000 Stammesangehörige. In Fort Winnebago im heutigen US-Bundesstaat Wisconsin befindet sich ihre Agentur.



Yatasi
Sie sind ein Stamm der Caddo-Konföderation. Sie hatten freundschaftliche Beziehungen zu den Franzosen. Durch zahlreiche Kriege und Epidemien war der Stamm bis 1805 fast ausgerottet.


Arapaho - auch Arapahoes

Das Wort »Arapaho« ist entweder vom Pawnee-Wort Tirapihu oder Larapihu = Händler abgeleitet. Sie sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie und lebten einst am Cheyenne River und am Minnesota. Die Arapaho waren Ackerbauern und sind im 18. Jahrhundert von den Cheyenne von ihren Farmen vertrieben wurden. Auf ihren Wanderungen in ein neues Stammesgebiet zogen sie über den Big Horn River (1781 - 1792) zum North Platte River (1793 - 1812) bis sie schließlich (1812 - 1842) den Arkansas River überquerten und sich am Saskatchewan und in den Black Hills niederließen. In der langen Zeit ihrer Wanderung entwickelte sich aus Ackerbauern ein nomadierender Reiterstamm. Zwischen den Arapaho und den verbündeten Cheyenne und den feindlichen Teton, Comanchen, Kiowa und den Kiowa-Apachen wurden 1840 freundschaftliche Beziehungen hergestellt, um gemeinsam gegen die weißen Siedler und US-Armee vorzugehen.

Die Arapaho teilten sich in fünf große Stammesabteilungen auf und zwar
in die Nördlichen Arapahoes,
in die Südlichen Arapahoes,
in die Atsina oder Gros Ventres
in das »Holzhüttenvolk« (engl.: Woodlodge people) oder
»Großes Hüttenpfahlvolk« (engl.: Big Lodge pole people) und
in die »Felsenmenschen«
Weiterhin gab es zahlreiche kleine Gruppen und Banden und den Namen »Bären« (Bears), »Bösgesichter« (Bad Faces), »Flußleute« (River Men), »Schlechte Pfeifen« (Bad Pipes), »Schmiergesichter« (Greasy Faces), »Wächter« (Watchers) und »Wölfe« (Wolves).

Die Arapaho teilten sich wie die Cheyenne in Northern und Southern Arapaho. Die Northern (Nördlichen) Arapaho bewohnten ein Gebiet zwischen dem North Platte River und dem Yellowstone River, in dem auch die Cheyenne und Teton-Dakota wohnten. Die Southern (Südlichen) Arapaho lebten in der Prärie von Colorado und Kansas. Immer wieder überfielen sie bis in das Jahr 1851 hinein den Santa-Fé-Trail als zahlenmäßig größte Völkergruppe dieser Gegend. Im gleichen Jahr schlossen die Cheyenne, Arapaho, Teton und die US-Regierung einen Friedensvertrag. Vertreter der Regierung und Anführer der Stämme fanden sich im Fort Laramie ein, um über die Errichtung von Forts und den Straßenbau durch die Jagdgründe zu verhandeln. Im Anschluß strömte eine Unzahl an Siedlern, Soldaten, Ranchern und Goldgräber in das Land, was 1861 Beamte des Gouverneurs veranlaßte mit den Stämmen der Region über das neu gegründete Territorium Colorada in Verhandlungen zu treten. Man traf sich dazu im Fort Wise am Arkansas River. Die Häuptlinge waren bereit im Gebiet zwischen Sand Creek und Arkansas zu leben, wenn Landrechte, unbegrenzte Bewegungsfreiheit und die Büffeljagd  ihnen garantiert wurde. Besonders wichtig für die Stämme war die unbegrenzte Bewegungsfreiheit, da ihr neues Gebiet nicht für den Ackerbau geeignet war und Wildarmut herrschte. Betroffen von diesem Vertrag waren vor allem die Southern Arapaho. Für den guten Abschluß der Verhandlungen erhielten die anwesenden Häuptlinge vom Bevollmächtigten für Indianerangelegenheiten als Geschenke Decken, Tabak, Zucker und Orden.

Zwischen den Jahren 1861 bis 1865 waren die Häuptlinge der Arapaho und Cheyenne damit beschäftigt, ihre jungen Krieger von Kampfhandlungen gegen die Weißen abzuhalten. Jedoch Krieger der Teton, die sich für die Strafexpeditionen von General Sully in den Jahren 1863 und 1864 rächen wollten, überfielen Trecks der Siedler und Postkutschen am Platte River. Diese Überfälle wurden den Cheyenne und Arapaho angelastet, die dafür zurückschlugen. Bei Vermittlungen wurden die verbündeten Southern und Cheyenne von Gouverneur Evans und Colonel Chivington aufgefordert sich zu Fort Lyon zu begeben und sich dort bei Major Wynkoop zu ergeben. Wynkoop, ein Indianerfreund, wurde durch Major Anthony abgelöst. Dieser forderte die Indianer auf sich am Sand Creek niederzulassen und auf weitere Anweisungen zu warten. Die Arapaho teilten sich in zwei Gruppen: Oberhäuptling Left Hand brach zum Sand Creek, um sich dort mit den Southern Cheyenne zu vereinigen, Little Raven - auch ein Oberhäuptling, wanderte über den Arkansas River, da er mißtrauisch war.

Nach dem im Fort Lyon 600 Mann Verstärkung eingetroffen waren, brachen Colonel Chavington mit 700 Soldaten und Freiwilligen am 27.11.1864 zum Sand Creek auf. Daraus entstand das gnadenlose Massaker am Sand Creek (siehe Sand Creek - Teil 1 im Kapitel Geschichte dieser Webseite). Trotzdem das sich die Cheyenne und Arapaho friedfertig verhielten, wurde Left Hand niedergeschossen.

Nun schworen die Arapaho, Cheyenne und Teton den Mördern Rache und unternahmen einen blutigen Guerilla-Krieg gegen die Weißen. Black Kettle zog mit 400 Southern Cheyenne, die das Massaker überlebt hatten, zu den Southern Arapaho, Kiowa und Comanchen südlich des Arkansas Rivers. Little Raven und Black Kettle unterzeichneten am 14.11.1865 einen neuen Vertrag beim Zusammentreffen mit Regierungsbeamten. Daraufhin mußten sie das gesamte Gebiet des Bundesstaates Colorado aufgeben. Im Jahre 1868 zogen die Cheyenne und Southern Arapaho unter dem Druck der US-Armee ins Indianerterritorium Oklahoma in eine Reservation. Auch die Northern Arapaho und Cheyenne mußten 1870 kapitulieren und wurden in die Red Cloud Reservation eingepfercht. Im Jahre 1874 kam es in der Reservation zu einem blutigen Aufstand, nach dem die vertraglich zugesicherten Nahrungsrationen ausblieben. Betrügerische Regierungsbeamte hatten die Waren veruntreut. Viele Krieger des Reservats beider Stämme beteiligten sich am Krieg von Sitting Bull. Die letzten Überlebenden der Northern Arapaho und Cheyenne wurden ins Indianerterritorium zu ihren Stammesverwandten umgesiedelt. Etwa 4.000 Arapaho wurden 1930 gezählt.

Die Arapaho wie auch die Cheyenne gelten als Erfinder des Sonnentanzes in seiner vollkommensten Form und pflegten auch andere religiöse Riten in nachahmenswerter Weise. Auch ein sogenanntes heiliges Bündel besaßen die Arapaho, welches aber nicht so reich wie bei den Cheyenne verziert war, da es nicht im Kampf mitgeführt wurde. Neben einer heiligen Pfeife, die die Länge eines Armes hatte, befand sich in dem Bündel auch ein Reifen oder Rad was ebenso wie die Pfeife verehrt wurde. Nur bei bestimmten Zeremonien wurde das heilige Bündel geöffnet, da man es als Verkörperung der Gottheit betrachtete. Eine religiöse Symbolik gab es bei vielerlei Arbeiten im Alltag. Wurde eine Perlenarbeit ausgeführt oder eine Malerei auf ein Gegenstand aufgetragen, so erhielten die Muster, die verwendet wurden, einen Namen, der manchmal eine religiöse Bedeutung hatte. Bei den Cheyenne hatten die Muster eine nicht so weittragende Symbolik und deshalb waren die Stickereien der Arapaho bei den Weißen auch bekannter.
 
Blackfoot - Siksika, ein Prärie-Stamm  
Die Blackfoot = Schwarzfüße - indian.: Siksika (nicht verwechseln mit den Zweigstamm der Dakota, den Blackfeet). Sie sind ein Stamm der Algonkin-Sprachfamilie und tragen ihren Namen von der Schwarzfärbung der Mokassins durch die Asche von Präriefeuer (wahrscheinlich wurden sie auch absichtlich schwarz gefärbt). Die Blackfoot lebten im Nordwesten der Prärien östlich der Rocky Mountains. Ihr Stammesgebiet erstreckte sich im Norden tief hinein in die Provinz Alberta in Kanada und bis nach Montana (USA) im Süden. Sie unterteilten sich in mehrere Untergruppen, zu denen die mächtigen Nord- und Süd-Piégan, die Blood (Kainah) und die Blackfoot gehörten.

Die Blackfoot wehrten sich erbittert gegen das Eindringen feindlichen Stämme und auch gegen die Weißen. Unter ihrer Schutzherrschaft standen die Gros Ventros (Atsina) und der kleine Stamm der Sarsi, die der Déne-Sprachfamilie zugeordnet werden.

Die Stämme waren in verschiedene Unterstämme gegliedert, die von einem gewählten Häuptling und Sonnenpriester (Mina maska) angeführt worden. Jeder dieser Unterstämme unterstand außerdem einer Hauptversammlung (Exkinoya), die einmal im Jahr während des religiösen Sonnentanzes (Sun Dance) zusammentrat.

Die Männer der Blackfoot wurden in Bünde zusammengefaßt, die aus sieben Rängen bestanden. Die Mitgliedschaft in den Bünden wurde durch besondere Abzeichen ausgedrückt und war mit bestimmten Vorrechten verbunden. Der siebente Rang war zugleich der qualitativ höchste und erlaubte den Zutritt zur Ratsversammlung. Den sechsten Rang bildeten die Häuptlinge und Unterhäuptlinge der Stämme und Unterstämme, die die exekutive (vollstreckende) Polizeigewalt und legislativen (gesetzgebende) Ratsbeschlüsse ausführten. Der fünfte Rang war für die Jagd und die Auswahl des Lagerplatzes zuständig und verantwortlich. Die vier untersten Ränge bildeten die Krieger. In jedem Rang dieser Rangs mußte ein Krieger vier Jahre gedient haben, um je nach ihren Taten und Fähigkeiten in den nächsthöheren aufzusteigen.

Die Blackfoot waren von großer muskulöser Statur, hatten lange schwarze Haare und besaßen große Augen. Sie kleideten sich in weiche Lederanzüge, die aus Antilopen-, Büffel- oder Hirschleder bestanden. Ihre Behausung war das Tipi. Eine Dauerbehausung sowie den Ackerbau kannten die Blackfoot nicht - das Sammeln von Tabak für zeremoniale Zwecke bildete eine Ausnahme.

Die Lebensweise der Blackfoot geht auf eine Zeit zurück, wo sie noch zwischen den Quellflüssen des Saskatchewan River lebten und weder das Kanu und das Pferd kannten. Auch ihre Bewaffnung war primitiv. Nach der Hochzeit zog ein Paar in das Zelt des Mannes.

Das Pferd hielt 1730 Einzug als Schoschonen die Piegan überfielen. Von diesen Zeitpunkt an galt Pferdediebstahl als höchste aller Tugenden. Die Blackfoot waren bald bekannt für ihre großen Pferdeherden, die sie selbst »Elchhund«-Herden nannten.
Je nach wieviel ein Mann Pferde besaß, entschied über seinen sozialen Status. Unter fünf Pferde gehörte er zur unteren Klasse und wenn er mehr als 40 Pferde besaß, galt er als reich. Den Bestand an Pferden konnte ein Krieger nur im Kampf bzw. durch Stehlen von Pferden bei Nachbarstämmem erhöhen. Hatte ein Mann eine größere Familie zu ernähren und besaß nur wenige Pferde, konnte er durch eine Pachtgebühr Tiere ausleihen.

 Die Blackfoot waren ein ausgesprochenes Prärievolk, welches in einem Gebiet lebte, dass reich an Büffeln, Antilopen und Rehwild war und sich gut zur Pferdezucht eignete. Als im Jahre 1750 die ersten weißen Pelzhändler bei den Blackfoot waren, besaßen sie bereits Pferde. Sie kannten aber zu diesem Zeitpunkt keine Schußwaffen der Weißen, hatten sie jedoch 20 Jahre später.

Nun konnten sie die immer wieder in ihr Territorium einfallenden Nachbarstämme, die auf neue Ländereien, Beute und Skalpe aus waren, zurückdrängen und selbst zum Angriff übergehen. Die Blackfoot waren ihren Feinden nicht nur an Zahl der Pferde und Waffen überlegen, sondern auch in ihrem taktischen Geschick. Bei ihren Raubzügen drangen sie nach Norden und Süden bis an die mexikanische Grenze vor. Sie machten auch nicht vor den Fleathead und Kutenai halt.

Die Blackfoot standen ständig im Krieg mit ihren Nachbarn, den Assiniboin, den Cree, den Cheyenne, den Crow, den Ojibwa, den Schoschonen, den Sioux sowie den Kutenai und Flatheads (beide Felsengebirgsplatau), aber auch gegen die Engländer, Franzosen, Amerikanern, Trapper und Pelzgesellschaften (Hudson´s Bay Company, der schottischen Northwest Company, American Fur Company) wurden unerbittliche Kämpfe geführt. In späteren Jahren erhielten zwei englische Handelsgesellschaften die Erlaubnis auf dem Gebiet der Blackfoot Stationen zu errichten.

Die Bevölkerungszahl der Blackfoot wird im Jahre 1830 ereicht auf 18.000 Stammesangehörige geschätzt. Zu dieser Zeit verhinderten sie immer noch erfolgreich das Eindringen von Trappern auf ihrem Gebiet.


Cheyenne - ein Präriestamm
Die Cheyenne nannten sich selber Dzitsiistas = Leute unserer Art. In der Dakota-Sprache hieß Cheyenne - Leute anderer Zunge. Die Cheyenne gehören der Algonkin-Sprachfamilie an und lebten einst in Minnesota, wo auch die Santee-Dakota beheimatet waren. Im Jahr 1675 verließen sie ihre Heimat Minnesota und siedelten sich am Missouri River an. Hier lebten sie in Erdhütten und gingen dem Ackerbau nach. Sie bauten wie zuvor Mais, Bohnen und Kürbisse an. Auch diese Heimat gaben sie wieder auf und wanderten in die Prärie ab, wo sie sich der Büffeljagd widmeten. Bei ihren Wanderungen durch die Prärie kam es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Assiniboin, Crow und Ute.

Die Cheyenne wurden im 19. Jahrhundert zu richtigen Prärie-Indianern wegen der riesigen Büffelherden. Ihr Stolz grenzte schon fast an Hochmut was auf viele Plainstämme zutraf. Auch die Frauen nahmen keine untergeordnete Stellung ein. Freundschaftliche Beziehungen hatten sie mit den Arapaho, mit denen sie sich auch verbündeten. Erbfeinde der Cheyenne waren die Teton, Comanchen, Kiowa-Apachen und die Kiowa. Mit diesen Stämmen kamen die Cheyenne durch die Ausbreitung des Pferdes immer häufiger zusammen und es gab Überfälle auf beiden Seiten. Im Jahr 1840 gelang es aber einer Friedenskommission zwischen beiden Parteien zu vermitteln und es kam zu freundschaftlichen Beziehungen was auch dringend erforderlich war durch die immer weiter nach Westen vorrückenden Weißen. In dieser Zeit kam es zur Teilung der Cheyenne in zwei selbständige Stämme und zwar in die Northern und Southern Cheyenne. Die Northern Cheyenne lebten im Gebiet zwischen dem Nordarm des Platte River und des Yellowstone River, wo auch die Teton und Northern Arapaho lebten. Für die Southern Cheyenne war das Gebiet zwischen Colorado und Kansas - also zwischen dem Südarm des Platte River und dem Arkansas River - ihre Heimat. Beide Stämme hielten trotz der Trennung Kontakt.

 Die Southern Cheyenne und ihre Verbündeten, die Comanchen, Kiowa und Southern Arapaho, unternahmen Kriegszüge bis nach Mexiko. Dabei kam es auch zu schweren Kämpfen mit den Apachen. Die Southern Cheyenne haßten die Apachen noch mehr als die Weißen. Die Northern und Southern Cheyenne waren zwischen 1860 und 1878 an allen Kriegen der Plainindianer gegen die weißen Eindringlinge mit dabei. Anfangs duldeten die Cheyenne die Cowboys, die mit ihren Rinderherden ihr Land durchquerten. Dafür mußten die Cowboys ein Wegezoll entrichten, was mit der Abgabe einiger Rinder an die Cheyenne beglichen wurde. Erst als die Cowboys das Cheyenne-Land nach und nach in Besitz nahmen, kam es zu harten Gefechten mit den Cowboys. Ferner leisteten die Cheyenne erbitterten Wiederstand gegen den Bau der Eisenbahn. Die Northern und Southern Cheyenne kämpften auch zusammen mit den Sioux gegen die US-Truppen in der Schlacht am Little Bighorn, um sich für die grauenvollen Massaker im Jahr 1864 durch Colonel Chivington und im Jahr 1868 durch Colonel Custer an ihren Stammesgenossen zu rächen.

Nach schweren Verlusten an Kriegern mußten sie notgedrungen den Kampf aufgeben. Die Northern und Southern Cheyenne wurden nach ihrer Kapitulation im Indianer-Territorium in Oklahoma angesiedelt. Unter dem Häuptling Dull Knife brachen 1878 einige hundert Northern Cheyenne nach Kansa aus, weil sie mit der Korruption der Indianer-Agenten nicht einverstanden waren. Sie brachten einer weit überlegenen US-Armee vernichtende Niederlagen bei, bevor sie sich ergeben mußten. Die Überlebenden wurden im südlichen Montana zwischen Tongue und Little Bighorn angesiedelt.

Die Cheyenne besaßen wie auch andere Plainstämme Kriegervereinigungen, lehnten hingegen Altersbünde ab. Sie hatten statt dessen Männerbünde, wie die Bow String, Crazy Dog, Crookes Lance, Dog Soldier Society, Kit Fox Soldier Society und Red Shield Society. Die Mitgliedschaft in einen der sechs Männerbünde war freiwillig. Der führende dieser Bünde waren die Dog Soldier wie auch bei anderen Plainstämmen. Die Cheyenne legten sehr viel Wert auf ihre Tradition und der religiösen Rituale. So geht man davon aus, das es die Cheyenne waren, die die Zeremonie des Sonnentanzes einführten und in seiner vollkommensten Art pflegten. Ein sogenanntes »heiliges Bündel« war für die Cheyenne das Heiligste was sie besaßen. Dieses Bündel beinhaltete eine Kappe, die aus der Kopfhaut und Mähne einer Büffelkuh gefertigt war und zwei Pfeile für die Jagd und zwei für den Krieg. Das »heilige Bündel« wurde in Kriegszeiten immer mitgeführt.

Im Jahr 1838 wurden Krieger des Männerbundes »Bow-String« einmal von den Pawnee besiegt und die heilige Pfeife der Cheyenne erbeutet. Diese Pfeife konnte zwar ersetzt werden, jedoch, so glaubte man, schwand mit dem Verlust der Pfeife das Glück.
 
Nakuimana (Cheyenne: »Bärenvolk«). Sie sind eine Gruppe der südlichen Cheyenne.

Comanchen - ein Präriestamm
Die Comanchen sind ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie vom Zweig der Shoshone, der vor Entdeckung Amerikas auf der «primitiven»1 Kulturstufe von steinzeitlichen Jägern und Sammlern stand.

(1) Kommentar des HP-Eigentümers: Für die ersten Siedler waren alle Eingeborenen - Indianer (Afrikaner oder auch Aborigines [Ur-Australier]) primitive Wilde. Heute wissen wir, dass einfach die Region in der sie lebten an ihren Lebensumständen maßgeblich Einfluß nahm. Ob wir angeblich «Zivilsierten» wirklich so zivilisiert waren oder sind, ist nicht eindeutig geklärt.

Selbst nannten sich die Comanchen «Ne'me'ne» = Volk. Von den Cheyenne wurden sie «Shishin-ohto-kit-ahn-ay-oh» = «Schlangenvolk», von den Sioux «Pah-doo-kah» oder «Padouca», und von den Ute «Koh-mahts» = Feinde, oder: «Die gegen uns sind» genannt. Ihre Durchschnittsgröße lag bei den Männern bei 1,65 Meter und bei den Frauen bei 1,50 Meter.

Der Stamm der Comanchen bestand aus mehreren Untergruppen: siehe unten.

 Etwa 12.000 Stammesangehörige wurden im Jahre 1820 bei einer Zählung registriert. Als sehr kriegerisch wurde der Volksstamm eingeschätzt, der ca. 3.000 Krieger aufbringen konnte. Die Comanchen waren ein Prärievolk, welches als die besten Reiter ganz Amerikas galten. Wie alle Nomaden zogen sie in den Plains den Büffelherden nach. Ihre Jagdgründe lagen zwischen dem Oberlauf des Arkansas im Norden und den mittleren und östlichen Plains von Texas im Süden. Die östliche Grenze bildete die Hochebene von Llano Estacado und im Westen endete ihr Stammesgebiet am Rio Pecos. Die Comanchen waren einst Shoshoni, hatten sich aber von der Hauptgruppe gelöst und waren von den Rocky Mountains in den Süden gewandert.

Als die Spanier Pferde einführten, gelang es den Comanchen um das Jahr 1650 einige dieser Pferde von den Apachen zu rauben. Das Pferd, welches die Präriekultur ermöglichte, wurde von den Comanchen voller Ehrfurcht als laquo;Gotteshund» bezeichnet.
Um das Jahr 1680 besaß der gesamte Stamm Pferde. Nun begannen sie in die spanischen Siedlungen vom Rio Grande del Norte und in New Mexico zu überfallen. Sie schnitten die Nachschubwege ab, schalteten militärische Stationen aus, griffen alles an was sich ihnen in den Weg stellte und zerstörten Missionen. Mit ihren ständigen Überfällen, die mehr als hundert Jahre andauerten, konnten sie die Spanier bis über den Rio Grande zurückdrängen. Für die Comanchen war der Kampf das Wichtigste im Leben. Die einzige ehrenhafte Form des Kampfes war der Angriff, Rückzug oder Aufgabe waren schimpflich und so gut wie ausgeschlossen. Die Comanchen griffen, nachdem sich die Mexikaner von den Spaniern befreit hatten, auch diese an. Im 19. Jahrhundert überfielen sie auch Gebiete die weit im Süden von Mexiko lagen. Ein Comanche durfte sich erst Krieger nennen, wenn er in Chihuahua, Durango oder Zacatecas gewesen war, um dort Frauen, Kinder, Skalpe, Pferde oder Maultiere zu rauben. Sie griffen auch größere Städte an, dabei bestand eine Kriegerhorde aus nur 100 Personen. Als sich Texas von Mexiko löste, begannen die Kriegszüge auch gegen die Texaner. Sie vertrieben ebenso die Nachbarstämme, wie die Apachen, Navaho, Cherokee, Pawnee u. a. aus ihren Büffeljagdgründen. Die Weißen nannten die Comanchen «Lords of the Plains» - die Edlen der Steppe.

Die Comanchen brachten einige große Häuptlinge in ihrer Geschichte hervor. Hätte einer von ihnen versucht den Stamm zu einigen und eine Comanchen-Nation oder eine andere Regierungsform zu errichten, so wäre er an der Entfernung, die zwischen den einzelnen Stämmen lag, gescheitert. 700 Kilometer lagen zwischen ihren Jagdgründen und so wußte ein Stamm garnicht von der Existenz des anderen. Der Stamm der Comanchen war aber in Hauptgruppen eingeteilt. Im Norden ihres Stammesgebietes waren die Jagdgründe der Yamparika, im Osten die der Tanima, nordwestlich waren die Kwahadi heimisch, im Westen die Kotsoteka und die Penateka und Nokoni im Süden.

Etwa 100 Personen gehörten zu einer Horde der Comanchen wie es auch bei anderen Plain-Stämmen üblich war. Streit in einer Familie oder Horde gab es nur wenig. Auch Diebstahl, Raub oder Mord kannten die Comanchen nur äußerst selten. So halfen sich die einzelnen Clans, Horden oder auch der Stamm untereinander. Das gesamte Gut war Gemeingut und die Jagdbeute wurde sowieso unter den Stammesmitgliedern verteilt. Ausnahme bildeten geraubte Pferde und Maultiere wie auch Gefangene. Sie gehörtem dem Krieger, der sie gemacht hatte. Die Gefangenen wurden in den ersten drei Tagen den Frauen zur Marterung übergeben.

Die Comachen verehrten keine Gottheit, huldigten aber den Großen Geist. Jedoch diente jeder Comanche seinem Hausgott, der Puha oder Macht genannt wurde. Der Puha konnte in jedem lebendigen wie auch toten Gegenstand verkörpert sein. Der Große Geist war sichtbar im Zeichen der Sonne. Wenn ein Comanche rauchte, ging der erste Zug der Sonne entgegen, um ihr eine Art Tribut zu zollen. Der zweite Zug galt der Mutter Erde, als die Spenderin allen Lebens. Und erst dann kam Puha. Auch den Büffeln wurden geheimnisvolle Kräfte zuerkannt. Cojote und der Präriewolf galten als Bruder, die einem Krieger vor Gefahren warnten. Ferner wurde von den Comanchen der Donnervogel verehrt.

Wenn ein Mann eine Frau haben wollte, so mußte er seine künftige Braut ihrer Familie abkaufen, jedoch die Zustimmung von ihr selbst war noch erforderlich. Begang eine Frau einen Ehebruch, so wurde ihr die Nase aufgeschlitzt. Ein Mann durfte so viele Frauen haben, wie er ernähren konnte. Bei den Comanchen gab es eine Arbeitsteilung. Die Frauen verrichteten die Hausarbeit, der Mann hingegen stellte seine Waffen her, reparierte sie, ging auf die Jagd oder schloß sich Kriegszügen an. Zu Pferd waren die Comanchen hervorragende Reiter, jedoch zu Fuß hatten sie durch ihre Größe einige Nachteile. Verfehlte eine Lanze ihr Ziel, so zog ein Krieger sie einfach an dem befestigten Roßhaarseil zu sich zurück. Ein Krieger konnte mit Pfeil und Bogen 20 Pfeile auf 60 Schritt in der Minute versenden, die zielsicher trafen. Auch das Wurfseil warfen sie geschickt. Wenn ein Comanchen-Krieger vom Pferd aus kämpfte, ließ er sich einfach zu einer Seite herunterhängen und bot dem Gegner kein Ziel. Er hielt sich dabei an dünnen, starken Roßhaarstricken fest, die um den Hals des Tieres hingen und konnte aus der Entdeckung heraus weiterhin den Gegner beschießen.

Für die Comanchen waren alle Stämme Feinde, die keine stolzen Nomaden waren. Ihre ärgsten Feinde waren die menschenfressenden Tonkawa, die sie auf jeder erdenklichen Weise verfolgten. Auch ihre Freunde die Kiowa waren bis 1790 ihre Feinde, erst dann schlossen beide Stämme einen dauerhaften Frieden. Sie lebten von da an im gleichen Jagdrevier. Mit den Apachen lebten sie nur zeitweilig in Feindschaft - Eine regelrechte Erbfeindschaft gab es zwischen beiden Volksstämmen jedoch nicht. Auch mit Europäern - und zwar den Deutschen aus Friedrichsburg - schlossen die Oberhäuptlinge der Comanchen am 09. Mai 1847 einen Friedensvertrag, der nie gebrochen wurde. Der Vertrag beinhaltete auch, dass die Comanchen die Deutschen beschützen, Personen beider Nationen an jeden Ort hindurften, dass die Comanchen mit den Bewohnern aus Friedrichsburg und den anderen Städten Handel treiben durften und ferner schlossen sie auch noch einen gegenseitigen Beistandspakt.

Ihre erste große Niederlage erlitten die Comanchen in den sechziger und siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts als Colonel Kit Carson bei Adobe Walls im Texas Panhandle sie vernichtend schlug. Durch diese Niederlage mußten die Comanchen am 18. Oktober 1865 einen Friedensvertrag mit den Vereinigten Staaten schließen. Drei Jahre später war Oberhäuptling Ten Bear gezwungen einen zweiten Vertrag zu unterzeichnen, der das Stammesgebiet wiederum verkleinerte. Nur drei Stämme der Comanchen hatten die Verträge akzeptiert, die anderen Comanchen-Stämme zogen als Nomaden weiterhin durch die Plains und unternahmen Überfälle. Der Höhepunkt der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Comanchen und Weißen gab es im Mai des Jahres 1871 im sogenannten Salt-Creek-Massaker. Im Anschluß sollten alle Indianer befriedigt werden. Die Kwahadi unter ihrem Führer Quanah Parker wurden von Colonel Mackenzie verfolgt. Sie konnten aber über den Blanco Canyon in die Llano Estacado entkommen und ihre Verfolger abhängen. Colonel Mackenzie überfiel am 29. September 1872 das Zeltdorf der Kwahadi unter Bull Bear. Sie wurden gezwungen in die Reservation zu gehen. Nach einem Sonnentanz griffen die verbündeten Kiowa, Comanchen und Cheyenne am 27. Juni 1874 ein Büffeljägerlager in Adobe Walls an. Trotz einer Übermacht konnten sie das Lager nicht einnehmen und eine anschließende Belagerung wurde abgebrochen. Von vier Seiten rückten nun Truppen gegen die verbündeten Stämme vor: Colonel Miles kam von Fort Dodge und marschierte nach Süden, Colonel Mackenzie von Fort Concho und zog nach Norden, von Fort Bascon kam Major Price, der sich nach Osten wandte und vom Fort Sill näherte sich Colonel Davidson sowie von Fort Richardson Colonel Buell, die beide nach Westen zogen. Colonel Mackenzie gelang es am 26. September 1874 einen großteil der Comanchen im Palo Duro Canyon zu stellen und ließ einige von ihnen gefangennehmen. Quanah Parker ergab sich aber erst am 08. Juni 1875.

Black Horse - Häuptling der Kwahadi - brach mit 170 Gefolgsleuten Ende Dezember 1876 aus der Reservation aus und wanderte in die ehemaligen Jagdgründe den Llano Estacado. Hier wurden sie bereits im Februar 1877 nahe dem Lake Quemado von Captain Lee und seinem 10. Kavallerie-Regiment besiegt. Die letzten 1.500 Comanchen von einst 12.000 Stammesmitgliedern wurden im Indianer-Territorium in einer Reservation untergebracht. Im Jahre 1910 lebten noch 1.476 Comanchen. Bei einer Zählung im Jahre 1985 war die Bevölkerungszahl auf 3.642 Personen wieder angewachsen.
 
 
Crow - ein Präriestamm  
Die Krähen-Indianer (Crow: Ap-sa-ru-ke oder Ap-sa-ro-ke = Vogelmenschen; nach einem krähenartigen Vogel, der zur Zeit als sie mit Weißen in Berührung kamen, ausgestorben war. Wörtlich übersetzt bedeutet das Wort »Absaroka«: »Kinder des Vogels mit dem großen Schnabel«. Die Crow sind ein Volksstamm der Sioux-Sprachfamilie, der am oberen Missouri lebte. Sie gingen einst aus den Hidatsa hervor und verließen bei der Ankunft der Weißen ihre Heimat wohnten fortan in den Rocky Mountains.

Der Stamm der Crow war in zwei selbständige Abteilungen unterteilt: in die Berg- und Fluß-Crow, die sich aber als ein Volk fühlten. Von den Unterstämmen der Crow sind Big-lodge, Burnedmouth, Kicked-in-the-belly, New-made-lodge und die Whistling-water bekannt.

Neben den Assiniboin und Blackfoot waren die Crow im 19. Jahrhundert einer der mächtigsten Stämme des Bundesstaates Montana. Ihre Kleidung entsprach der der Prärie-Indianer, war aber sorgfältiger und mit größerem künstlerischen Geschmack gefertigt. Eitel waren die Crow, die ihre schöne Kleidung und besonders ihre langen Haare mit großem Stolz trugen. An ihre eigenen Haare waren fremde Haarsträhnen befestigt.

Sie waren ein nomadisierendes Jägervolk der Prärie. Sie bauten außer Tabak, der für sie eine heilige Pflanze war, nichts weiter an. Bei den Crow gab es die Tabakgesellschaft, die ein religiöser Männerbund war und zu Ehren des Tabaks Rituale ausführte. Ferner gab es Altersgruppen und Kriegerbünde, wie die Big Dog, Crazy Dog, Fighting Bull, Fox, War-club und einige andere. Einer der Bünde stellte im Frühjahr die Lagerpolizei. Die Crow führten ständigen Krieg gegen die Arapaho, Blackfoot, Cheyenne und Dakota. Anders ausgedrückt waren alle benachbarten Stämme ihre Feinde. Eine Ausnahme bildeten die Hidatsa und Shoshoni mit denen sie eng befreundet waren.

Die Crow verhielten sich zu den Weißen friedlich. Dies veranlaßte den Gouverneur von Montana die US-Regierung zu bitten, die Crow mit Gewehren auszurüsten, da sie oft als Scouts auf Seiten der US-Armee bei Kriegszügen gegen die Dakota, Nez Percé und Blackfoot teilnahmen. Über die Crow-Scouts wurde die oberste Heeresleitung der US-Armee stets informiert über bevorstehende Cheyenne- und Sioux-Überfälle, so bei der Schlacht von Hayfield Fight 1867, bei Rosebud und am Little Bighorn.

An der Kleidung der Crow waren die Taten des Trägers zu erkennen. So schmückte sich der Anführer einer Abteilung mit Haaren an seinem Hemd und an den Mokassins. Wolfsschwänze waren an den Fersen der Mokassins angebracht, wenn mit der Hand ein Coup gelang. Wenn ein Krieger ein Gewehr oder einen Bogen erbeutete, so durfte er sein Hemd mit einem Hermelinfell verzieren. Der Diebstahl eines angebundenen Pferdes brachte einem Krieger ebenfalls Kriegsehre ein. An vierter Stelle stand erst der Skalp. Wollte ein Krieger berühmt werden, muszlig;te er diese Taten je zweimal erfolgreich ausführen. Die größte Ehre erreichte ein Krieger, wenn er einen verwundeten Stammesgenossen rettete.

Bei den Crow war Mord Privatangelegenheit. Sie ging nur der Sippe des Ermordeten und der des Mörders an. Um eine fortwährende Fehde zwischen beiden Parteien zu vermeiden, vermittelte die Lagerpolizei. Der Mörder und seine Sippe bezahlte z. B. eine angemessene Summe als Bußgeld an die Hinterbliebenen.

Die Crows erhielten durch den Vertrag von Laramie 1868 im Zentrum ihres ehemaligen Stammesgebietes eine Reservation im südöstlichen Montana zur Ansiedlung zu gewiesen. Im religiösen und kulturellen Leben der Crow spielte der alljährlich stattfindende Sonnentanz eine zentrale Rolle, der im Jahre 1904 von der US-Regierung verboten wurde. Er wurde aber in abgeänderter Form 1941 wieder zugelassen. Die Geldsorgen des Stammes konnten durch Ölfunde auf ihrem Reservationsgebiet getilgt werden. Im Jahre 1970 lebten in der Crow-Reservation 3.500 Personen. Bei einer Zählung 1985 wurden 5.811 Crow registriert.
 
Kiowa - ein Präriestamm 
Die Wort »Kiowa« kommt von Gâ-i-gwu oder Kâ-i-gwu und bedeutet das fürstliche Volk. Ihr vorzeitlicher Name war Tepdá. In der Sprache der Dakota hießen sie Wetapâhâtoes, was Volk der Inselhügel bedeutet, aber auch Quichuan oder Damati. Bei den Cheyenne wurden sie Witapatu und im englischen Manrhoats genannt. Die Kiowa sind ein Stamm des Kiowa-Zweiges der uto-aztekischen Sprachfamilie. Von Statur aus waren sie große, schlanke Menschen. Die langen Haare ließen die Kiowa über ihren Rücken fallen. Wie die meisten Prärie-Indianer wohnten sie in Tipis und trugen eine reichverzierte Lederkleidung. Als die Kiowa den ersten Weißen begegneten, besaßen sie bereits Pferde. Die Kiowa lebten im 17. Jahrhundert in den Black Hills, wanderten aber um 1830 in die Llano Estacado ab. Ihre neuen Jagdgründe lagen im Südwesten von Oklahoma und erstreckten sich hinein in den Nordosten New Mexicos bis in den Norden von Texas. Sie gingen der Büffeljagd nach und betrieben Handel mit Pferden. Den Mangel an Munition für ihre Gewehre konnten sie durch die schnellen Pferde und mit ihrer Bewaffnung mit Pfeil und Bogen problemlos ausgleichen, und sich somit ausreichende Nahrung und Bekleidung besorgen.

Im Jahre 1790 wurde zwischen den Kiowa und ihren verwandten Comanchen ein dauerhafter Frieden geschlossen. 1840 traten die Cheyenne und Arapaho diesen Friedensvertrag bei. Mit diesem Bündnis konnten die Stämme die westwärts vorrückenden Präriestämme auf Distanz halten, die ihnen ihr großes Gebiet streitig machen wollten. Bei der ersten Begegnung mit 200 US-Soldaten unter der Führung von Colonel Dodge schloß der Oberhäuptling der Kiowa Dohasan mit den Vereinigten Staaten »ewigen Frieden«. 1837 wurde in Fort Gibson der Friedensvertrag unterzeichnet. Er erlaubte den Weißen die Jagdgründe der Kiowa zu durchqueren. Die Kiowa waren ihrerseits ferner dazu bereit auch mit Mexiko und Texas in Frieden zu leben. Die Amerikaner sahen in den Kiowas ehrliche und freundliche Menschen, bei den Texanern waren sie als heuchlerisch und hinterlistig verschrien.

In Texas wurde eine konsequente Ausrottungspolitik gegen alle Indianer betrieben, was zur Folge hatte, dass zwischen den Indianern und den Texanern außer Haß keine friedliche Koexistenz möglich war. Als zahllose Siedlertrecks von 1836 bis 1850 auf dem Santa-Fé-Trail zu den Goldfeldern nach Kalifornien wanderten, in Kalifornien zudem noch im Jahre 1859 Silber gefunden wurde und ab 1864 die Ausrottung der Büffel auf den südlichen Prärien begang, war mit der Zerstörung der Lebensgrundlage ihre Existenz stark gefährdet. Dies veranlaßte die Prärie-Indianer Überfälle auf die weißen Eindringlinge zu unternehmen. Die Kiowa wurden nach einer Strafexpedition in den Norden von Oklahoma umgesiedelt. Als der Bürgerkrieg ausbrach, kehrten die Kiowa in ihre Jagdgründe zurück. Nach kurzer Zeit waren sie wie auch die Kiowa-Apachen, Cheyenne, Arapaho und Comanchen wieder die Herren der Prärie. Nach dem Tod von Dohasan im Jahre 1866 zerfiel der Stamm der Kiowa in mehrere größere und kleinere Gruppen, die vom neuen Oberhäuptling Satank und von weiteren einflußreichen Häuptlingen, wie Satanta, Big Tree, Kicking Bird und Lone Wolf angeführt worden. Diese kriegerischen Banden überfielen fortan kleinere Siedlungen, Ranches und Farmen und entdeckten auf diese Weise den lukrativen Handel mit Geiseln, geraubten Vieh- und Pferdeherden. Die Kiowa und Comanchen tauschten diese Kostbarkeiten bei den Comancheros gegen Waffen und Munition, Kaffee, Tabak, Salz sowie Zucker ein. Diese Art des Handels wurde besonders in den Llano Estacado um das Jahr 1872 gewinnbringend betrieben. Als im Jahre 1867 die US-Armee auf die Kiowa großen Druck ausübten, waren sie bereit nach Unterzeichnung des Medicine-Lodge-Vertrages in ihre Reservation zurückzugehen. Ihr Aufenthalt im Reservat dauerte aber nicht lange, denn bereits ein Jahr später brachen sie erneut aus und begangen wiederum mit Überfällen. Lieutenant Colonel Custer mit seinem 7. US-Kavallerieregiment nahm den Oberhäuptling Satanta und Lone Wolf gefangen und verwahrte sie im Fort Cobb. Erst als der Oberkommandierende General Sheridan drohte, beide hängen zu lassen, waren die Kiowa bereit ins Reservat wieder zu gehen. Woman's Heart flüchtete mit seinen Leuten als einziger in die Llano Estacado zu den Kwahadi.

Im Sommer 1870 verließen abermals die Kiowa und Comanchen nach Beendigung des Sonnentanzes die Reservation. Zurück blieb nur Kicking Bird mit dem Großteil des Stammes. Sein Wunsch war es mit den Weißen in Frieden zu leben.

Big Tree und Satanta unternahmen gemeinsam mit ihren Kriegerscharn Überfälle gegen die verhaßten Texaner. Sie kehrten zu Beginn des Winters in ihre Reservation zurück. Der große und mächtige Kiowa-Schamane Mamanti the Sky Walker führte Mitte Mai des Jahres 1871 die Krieger von Big Tree, Satanta, Satank und anderer Häuptlinge zu einem Feldzug nach Texas. Hier überfielen sie einen Wagentreck und töteten neun Fuhrleute. Satanta als Oberkriegshäuptling übernahm die Verantwortung, um den Schamanen zu decken. Big Tree, Satank und Satanta wurden in Fort Sill in Eisen gelegt und nach Fort Richardson im US-Staat Texas transportiert. Satank, der alte Oberhäuptling der Kiowa, wurde bei der Überführung auf der Flucht erschossen.

Ein Gericht in Jacksboro im US-Bundesstaat Texas verurteilte am 08. Juli 1871 Satanta und Big Tree zum Tode. Dieses Urteil wurde vom Gouverneur von Texas in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Mit dieser Begnadigung wollte der Gouverneur einen Aufstand der Kiowa verhindern. Da die drei größten Führer der Kiowa im Gefangnis  einsaßen, übernahm der friedfertige Kicking Bird die Führung des Stammes. Lone Wolf hetzte eine große Anzahl der Kiowa dazu auf ihn als ihren Hauptvertreter zu wählen. Im August des selben Jahres wurden Delegationen aller Stämme dieses Gebietes zu Verhandlungen nach Washington geladen. Vor Antritt der Reise forderte Lone Wolf den Sondergesandten Alvord auf, ihm ein Gespräch mit seinen großen Führern Big Tree und Satanta zu genehmigen. Dieser Wunsch wurde ihm gewährt und er erhielt von beiden Instruktionen, was für Forderungen er in Washington zu stellen habe. Walker, der Kommissar für indianische Angelegenheiten, forderte die Stämme auf bis zum 15. Dezember 1872 Frieden zu halten und sich nahe dem Fort Sill niederzulassen. Diesem Ultimatum stimmte Lone Wolf unter der Bedingung zu, dass Satanta und Big Free freigelassen werden. Satanta und Big Tree wurden im September 1873 in die Freiheit entlassen und kehrten zu ihrem Volk zurück.

Texanische Banditen raubten im Oktober 1873 den Comanchen und Kiowa etwa 200 Pferde, worauf sich 30 junge Krieger beider Stämme nach Mexiko aufmachten, um Ersatz für ihre Pferde zu holen. Diese Expedition wurde deshalb nach Mexiko unternommen, damit Satanta und Big Tree keine Schwierigkeiten bekommen sollten. US-Soldaten nahmen aber doch die Verfolgung auf und töteten neun Krieger. Unter ihnen war der Sohn und Neffe von Lone Wolf, der aus Rache sich mit Satanta im Frühjahr 1874 mit einer starken Kriegerschar den Comanchen anschloß und einen Feldzug führte. Auf die Weissagung des jungen Kwahadi-Schamanen mit Namen Isatai hin überfielen am 27. Juni die vereinigten Krieger der Comanchen, Southern Cheyenne, Arapaho und Kiowa den Versorgungsstützpunkt der Büffeljäger Adobe-Walls. Der Angriff konnte aber zurückgeschlagen werden. Nach diesem Mißerfolg kehrte Satanta in die Reservation zurück, hingegen Lone Wolf sich den Kwahadi anschloß.

Colonel Mackenzie überfiel am 26.09.1874 mit seiner Kavallerie ein Zeltdorf der Cheyenne, Comanchen und Kiowa im Palo Duro Canyon. Lone Wolf und seine Krieger konnten jedoch den ersten Angriff abwehren. Mehr als 1.000 Pferde ließ daraufhin Mackenzie töten, was die Machtstellung der Prärie-Indianer des Südens beendete. Lone Wolf und 252 Kiowa ergaben sich am 26.09.1875 im Fort Sill General Miles. Nach ihrer Entwaffnung wurden sie in einem Corral gefangengehalten. Ihre Pferdeherde und Maultiere wurden erschossen. Die Häuptlinge erhielten Arrest und bekamen als Nahrung rohes Fleisch. Aus Washington ordnete General Sheridan eine gerichtliche Bestrafung der Anführer an. Satanta wurde auf Ehrenwort entlassen, jedoch wegen Aufsässigkeit nach Huntsville transportiert. Hier nahm er sich drei Jahre danach das Leben, in dem er sich aus einem Fenster des Gefängnishospitals stürzte.

Kicking Bird suchte auf Befehl des Militärs Lone Wolf, Mamanti the Sky Walker, White Horse, Woman's Heart und 22 weitere Krieger aus, die nach Fort Marion in Florida geschickt wurden. Kicking Bird starb zwei Tage nach dem Abtransport auf mysteriöse Weise. Auch Mamanti, welcher Kicking Bird die Ermordung androhte, kam drei Monate nach dem er im Fort Marion eintraf ums Leben. Er hatte zuvor aber vom Tod Kicking Bird erfahren. Lone Wolf, der von Malaria gezeichnet war, durfte nach Fort Sill zurückkehren, wo auch er im ersten Jahr starb.

1879 wurden die Caddo, Comanchen, Kiowa und einige andere Stämme in der Anadarko Reservation untergebracht. Es wurde eine Kiowa-Polizeieinheit gebildet, die unter dem Kommando von Häuptling Sankedoty stand, dem man den Rang eines Captain verliehen hatte. Zwei Lieutenants, vier Sergeanten und 22 Soldaten waren damit beauftragt wurden für Ruhe und Ordnung im Reservat zu sorgen.

Die Krieger der Kiowa wurden im Jahre 1892 Mitglieder der indianischen Kavallerie-Truppe »L« im Fort Sill. Kommandant dieser Einheit war Lieutenant Scott.

2.800 Kiowa wurden bei einer Zählung im Jahre 1951 registriert.
 
Mandan - ein Präriestamm
Die Mandan nannten sich selbst Numahkahke. In der Dakotasprache bedeutet Mandan Fasanenvolk. Sie gehörten der Sioux-Sprachfamilie an und waren ein hochkultivierter ackerbautreibender Volksstamm. Die Mandan lebten am oberen Missouri in North Dakota.

Neben den Ackerbau gingen sie der Antilopen- und Bisonjagd nach und ergänzten ihre Nahrung durch den Fischfang, für den zahlreiche Fischfanggeräte angefertigt wurden. Ein besonderer Leckerbissen war für die Mandan der Wels (Fischart).

 Ihre Dörfer bauten sie an Steilufern des Missouri in der Nähe der heutigen Stadt Bismarck. Sie wohnten in kuppelförmigen Erdhütten, die auf der Landseite mit Erdwällen oder Holzzäunen befestigt waren. Das Hauptdorf Mihtutta-Hangkush bestand aus 60 Erdhütten und war der Wohnsitz des bedeutenden Häuptlings der Mandan - Mato Tope (= Vier Bären).

Auf Büffelhäuten wurden die wichtigen geschichtlichen Ereignisse mit Hilfe der Bilderschrift aufgemalt. Für die Überquerung bzw. für Fahrten auf Flüssen und Seen wurden runde, aus Bisonhäuten gefertigte Boote, sogenannte Bullboote, verwendet. Aus Berichten von Pelzhändlern und Forschern waren die Mandan friedfertig, gastfreundlich, liebenswürdig und mitteilsam. Sie besaßen den reichsten Schatz an kulturellen Tänzen aller westlichen Stämme und hatten bemerkenswerte sakrale Gewänder. So begingen die jungen Burschen den Sonnentanz, durch den sie zum Krieger wurden, die Frauen vollführten den Tanz der Weißen-Büffel-Gesellschaft, die Bisongesellschaft den Büffeltanz und es gab noch viele andere rituale Tänze. An dieser Aufzählung ist zu erkennen, dass bei den Mandan verschiedene Ritualtänze von Männern und andere Tänze von Frauen ausgeführt wurden.

Die Krieger waren in Altersbünden organisiert und wechselten je nach Eignung von einer Gesellschaft in eine andere. Die Lagerpolizei wurde vom Altersbund der Schwarzmäuler gestellt. Krieger, die sich besonders auszeichneten, wurden zu Anführern der Bünde gewählt und trugen entsprechende Abzeichen zur Erkennung ihres Ranges. Andere Stämme übernahmen diese Kriegergesellschaften.

Bevor Weiße in das Stammesgebiet der Mandanen eindrangen, wurden die Mandanen von der Cholera und Blattern (Poken) heimgesucht. Von den neun Dörfern, die um 1750 existierten, gab es Anfang des 19. Jahrhunderts nur noch zwei. Im Jahr 1837 wurden die letzten 1.600 Mandan erneut von einer Blatternepidemie ereilt, die sie fast ausrottete. Die letzten 100 bis 150 Überlebenden schlossen sich den Hidatsa an. Heute leben die Mandan in Montana und ihre Zahl stieg wieder auf 1.700 Personen.


Pawnee - ein Präriestamm
Das Wort »Pawnee« wurde von Pariki abgeleitet und bedeutet das Horn für die Skalplocke der sonst kahlgeschorenen Schädel. Sie sind ein Volksstamm der Caddo-Sprachfamilie, die in Nebraska lebten. Zu ihnen gehören noch die Stämme der Chaui, Kitkahaxki, Pitahauirata und Skidi, die im gleichen Gebiet beheimatet waren. Die Franzosen nannten sie Loups (= Wölfe). Sie standen kulturell sehr hoch und waren Ackerbauern und Büffeljäger. Die Pawnee wohnten beim Erscheinen der weißen Eindringlinge in 19 Dörfern entlang des Platte Rivers. Ihr Volk hatte um 1700 laut einer Schätzung 10.000 Stammesangehörige, die als Hauptanbaupflanzen Mais, Bohnen und Kürbisse kultivierten. Ihre Behausung waren große, kreisförmige Häuser mit einem kuppelförmigen Dach aus Grasziegel. Die Dörfer waren befestigt und dienten vier oder mehr Sippen als Wohnort. An der Spitze einer Siedlung stand ein Dorfhäuptling. Der Stamm hatte außerdem einen Stammeshäuptling. Mehrere Stämme vereinigten sich zu einem Stammesbund, der als höchsten Anführer einen Oberhäuptling hatte.

 Im Leben der Pawnee hatten Schamanen und Zauberpriester eine große Bedeutung. Sie beobachteten die Himmelsgestirne und paßten alle irdischen Dinge an die Sternenreligion an. So wurde zum Beispiel die Gruppierung einer Siedlung nach der Konstellation bestimmter Himmelskörper ausgerichtet. Ferner wurde von Pawnee-Weisen die Astronomie dazu verwendet, um den richtigen Zeitpunkt für den Maisanbau zu bestimmen, um verschiedene religiöse Bräuche zu verrichten und um die Daten ihrer Kalenders festzusetzen. Bei den Pawnee gab es die berüchtigte Morgensternfeier, ein Ritual bei dem eine Jungfrau geopfert wurde. Dieses grausige Ritual müssen die Pawnee von den Azteken übernommen haben. Ihre Feinde wurden von den Pawnee überaus brutal gefoltert, wobei die Frauen den Männern in nichts nachstanden. Selbst Feinde, die bereits mit dem Tode ringten, wurden auf grausamste Weise gemartert.

Die Pawnee waren das einzige Prärie-Volk, welches ein geregeltes religiöses System besaßen. Das höchste Wesen war der Große Geist Tirawa, der im Himmel wohnte, über das ganze Universum bestimmte und alle Geister mußten seinem Willen folgen. In jedem Dorf der Pawnee gab es ein heiliges Bündel, in welchem die Gegenstände für die entsprechenden Riten aufbewahrt wurden.

Bekanntester Pawnee-Oberhäuptling war Petalasharo (1797 - 1852), der die Opferung abschaffte, und als oberster Füher seines Volkes für den Frieden mit den Weißen eintrat. Sein Nachfolger, Petalasharo II. (1823 - 1874), setzte das Werk des großen Häuptlings fort. Die Pawnee dienten deshalb als Scouts in der US-Armee und stellten unter der Führung Captain Frank North im Jahre 1864 ein 100 Mann starkes Pawnee-Bataillon auf. Dieses bekam reguläres Kavalleriesold. Es wurde in den zehnjährigen Kriegszügen gegen seine Todfeinde den Teton, Arapaho und Cheyenne berühmt. Nach der Unterwerfung seiner Feinde wurden die Pawnee aus ihrer Heimat vertrieben und im Indianerterritorium Oklahoma angesiedelt.

Die Pawnee erhielten 1892 das US-Bürgerrecht. Heute leben noch etwa 650 Pawnee.
 

Piégan - ein Präriestamm 
Das Wort Piégan bedeutet »Fasan«. Sie gehören der Stammesgruppe der Algonkin-Blackfoot an. Die Piégan teilten sich so wie Cheyenne und Arapaho in die mächtigen Stämme der Nord- und Süd-Piégan. Die Süd-Piégan lebten im südlichen und südöstlichen Stammesgebiet der Blackfoot.

Hier mußten sie sich den ständigen feindlichen Berührungen mit Büffeljägerstämmen erwehren, die bereits Pferde hatten und ihnen ihr Land streitig machen wollten. Diese Stämme fielen in das Gebiet der Süd-Piégan ein und brachten den mit Pferden unerfahrenen Blackfoot-Stämmen eine schwere Niederlage bei. Nun überfielen die Piégan ihrerseits ihre überlegenen Nachbarn und raubten soviele Pferde, dass ihre Krieger ab diesem Zeitpunkt an beritten waren und noch eine eigene Pferdezucht aufbauen konnten. Kurze Zeit später waren die Piégan ihren Nachbarn, was die Zahl der Pferde und in Hinsicht was die Taktik zu Pferde betraf, weit überlegen. Aber nun fiel ein neuer Feind in das Stammesgebiet der Nord-Piégan ein, und zwar die Cree und Assiniboin. Diese waren mit Gewehren ausgerüstet, hingegen die Blackfoot-Stämme immer noch mit Pfeil und Bogen, Tomahawk und Lanze kämpften. Diesen Rückstand in der Bewaffnung glichen aber die Piégan durch ihre Reitkunst wieder aus. Erst als die Cree und Assiniboin die gesamte Nordgrenze angriffen, wurde die Lage der Piégan ernst, aber die vereinigten Blackfoot-Stämme konnten die Übergriffe erfolgreich abwehren. Nachdem sie Waffen erbeutet bzw. eingetauscht hatten, gingen sie zum Gegenangriff über und konnten die feindlichen Linien durchbrechen.

Der mächtige Stamm der Süd-Piégan dehnte nun seine Raubzüge bis auf die Westseite der Rocky Mountains aus, da die hier beheimateten Stämme nur wenige Gewehre basaßen.

Um das Jahr 1820 drangen weiße Trapper in das Gebiet der Süd-Piégan ein (das Stammesgebiet der Süd-Piégan erstreckte sich von dem kanadischen Staat Alberta bis in den Norden des US-Bundesstaates Montana hinein), welche sofort angegriffen wurden. Die Piégan wurden von kanadischen Pelzhändlern, die in ihrem Stammesgebiet Pelzhandelsstationen errichtet hatten, in dieser Hinsicht unterstützt - standen doch hohe Verluste auf dem Spiel.

Bei Überfällen in den Jahren 1836, 1845 und 1857 auf ihre Feinde, wurden die Blackfoot von einer Blatternepidemie heimgesucht. Dabei wurde ihre Anzahl von 10.000 Personen auf ein Drittel dezimiert. Gegenüber den Weißen wurden sie stark geschwächt, aber ihre indianischen Feinde hatten auch unter der Seuche stark zu leiden, weshalb die Piégan ihren Einfluß behaupten konnten. Aber nicht nur die Blattern hatten den Blackfoot-Stämmen stark zugesetzt, sondern auch der aus den Vereinigten Staaten illegal eingeführte Alkohol, der in Kanada verboten war. Schwarzhändler verleiteten die Piégan von den weißen Ranchern Pferde und Rinder zu rauben und gegen Alkohol einzutauschen. Die Häuptlinge waren zwar strikt gegen den Alkoholmißbrauch, aber die Krieger verweigerten ihr Gehorsam. Im Norden von Montana wurde für die Süd-Piégan eine Reservation eingerichtet, aber der Verwalter war gegen die Ausschreitungen machtlos. Im Jahre 1868 griffen die Bewohner Montanas zur Selbsthilfe, um die Ordnung wieder herzustellen. Für sie waren die Süd-Piégan die Schuldigen, da sie in ihrer Nähe wohnten und deshalb auch für die Überfälle ihrer nördlichen Stammesverwandten gerade stehen mußten.

Im Morgengrauen des 23. Januar 1870 überfielen Soldaten der zweiten Kavallerie unter Colonel Baker aus Fort Ellis das friedliche Lager der Süd-Piégan unter Führung von den Häuptlingen Bear Chief und Red Horn im Mariastal. Bei diesem Massaker wurden 173 Süd-Piégan ermordet, nur 9 entkamen diesen Gemetzel.

Es traf die Süd-Piégan aber noch schlimmer, denn im gleichen Jahr des Massakers brachen erneut die Blattern aus. Damit war die Macht der Süd-Piégan gebrochen. Sie unterwarfen sich nun den Vereinigten Staaten und waren einverstanden, nie wieder die Grenze in Richtung Kanada zu überschreiten.

Ein neueingesetzter Regierungsbeauftragter stellte die Macht der Häuptlinge wieder her. Mit dieser Entscheidung wurde der Stamm der Piégan vor dem endgültigen Untergang gerettet. Aber mit der Vernichtung der Büffel im Jahre 1883 starben viele Piégan an Hungersnot. Die Häuptlinge konnten aber ausreichende Lebensmittelrationen besorgen, womit diese Not überwunden werden konnte.

Die Anzahl der Süd-Piégan stieg ab 1900 wieder an und im Jahre 1937 war ihre Zahl auf 2.250 Stammesangehörige wieder gewachsen. Die Nord-Piégan hingegen lebten mit ihren Vettern, den Blood, und den nördlichen Blackfoot in Reservationen in Kanada. Sie paßten ihre Lebensweise der der Weißen an. Sie beendeten ihre Überfälle nach Montana erst um das Jahr 1885. Sie hatten aber nicht nur die Siedler überfallen, sondern stellten auch dem Büffel nach, den es in Montana bis 1883 in ausreichender Anzahl noch gab.


Ponca - ein Präriestamm 
Sie sind ein Stamm der Sioux-Dhegiha-Sprachfamilie, der im Nordwesten von Nebraska - genauer wo der Niobrara River in den Missouri mündet, lebte. Das Wort »Ponca« bedeutet »heiliger Kopf«. Sie sind eng verwandt mit den Osagen, Kansa und Omaha. Neben dem Anbau von Mais und Gemüse gingen sie auch der Jagd nach Rotwild und Antilopen nach. Kam die Bison-Saison stellten sie auch ihm nach. Auf dieser Jagd verwendeten sie als Behausung das Tipi, sonst kamen Erdhütten zum Einsatz.

Die Haartracht der Krieger bestand aus einem Haarkamm auf glattrasiertem Kopf, wie es für die südlichen Sioux-Stämme üblich war. Ihre Kleidung wurde aus Wildleder gefertigt und war reich verziert. Die Ponca waren mit den Omaha verwandt - wie oben bereits erwähnt wurde, sprachen die gleiche Sprache, bildeten aber zwei selbständige Einheiten. Sie besaßen viele Pferde und wurden deshalb von feindlichen Stämmen fremder Sprachfamilien überfallen. Neben den Caddo waren auch die weiter nördlich lebenden Dakota-Stämme an den Überfällen beteiligt.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden die Ponca von einer schweren Pocken-Epidemie heimgesucht, bei der nur 250 Stammesangehörige überlebten. Aber bereits 50 Jahre später war die Bevölkerungszahl auf 1.000 Personen wieder angestiegen.

Die Ponca waren weißenfreundlich und gaben als 1858 Regierungsbeamte zwischen den verschiedenen Stämmen Grenzen zogen, freiwillig einen Teil ihres Landes ab. Dafür versprachen die Beamten ihnen Schutz und Wohnrecht in ihrem Stammesgebiet. Nur 10 Jahre später wurde durch einen bürokratischen Fehler in Washington das Ponca-Land mit dem Stammesgebiet der Dakota vereinigt. Trotz zahlreicher Proteste wurde der Fehler nicht rückgängig gemacht. Teton-Krieger verlangten von nun an Pferde der Ponca als Tribut. Weiterhin wurde ihnen von den stammesverwandten Dakota angedroht, sie von ihrem Land zu vertreiben, da sie es seit dem Vertrag als das ihre ansahen. Sieben lange Jahre waren die Ponca gezwungen, während der Feldarbeit immer das Gewehr griffbereit liegen zu haben. Der Kongreß sah nun ein, den vertraglichen Verpflichtungen zum Schutz der Ponca nachzukommen. Sie erhielten eine geringe Abfindung für die entstandenen Verluste, die ihnen die Teton beigebracht hatten.

Der Kongreß der USA beschloß nach der Schlacht am Little Bighorn 1876 die Ponca sowie die nördlichen Dakota in das Indianer-Territorium Oklahoma zuverlegen. Die Ponca hatten nie gegen die Vereinigten Staaten Krieg geführt. In ihr Stammesgebiet drangen immer mehr Siedler vor, da hier der beste Mais wachsen sollte. Zu Beginn des Jahres 1877 erfuhren die Ponca von ihrer Umsiedlung durch den Indianer-Inspektor Kemble, was aber der Oberhäuptling White Eagle ablehnte. Aus Washington wurde angewiesen White Eagle und zehn weiteren Häuptlingen das Indianer-Territorium zu zeigen. Sie fuhren zusammen mit Kemble zu zwei Reservaten und sahen, dass sich die Stämme in den felsigen Gebiet nicht selbst ernähren konnten. Ein Tag später sollten sie ihr zugeteiltes Land am Shicaska River sich ansehen, aber White Eagle und die anderen Häuptlinge lehnten ab. White Eagle wollte mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten verhandeln, aber Kemble verweigerte ihm dieses Anliegen. Er bezahlte auch die Rückfahrt in ihr Stammesgebiet nicht, so das die Ponca-Häuptlinge 800 Kilometer zu Fuß nach Hause laufen mußten. Die Prärie von Kansas und Nebraska waren immer noch mit Schnee bedeckt und wenn ihnen - einige waren ältere Häuptlinge - ihre alten Freunde die Omaha und Oto nicht geholfen hätten, hätten einige von ihnen den Gewaltmarsch nicht lebend überstanden. Sie erreichten 40 Tage später ihre Heimat am Niobrara, wo bereits Kemble auf sie wartete. Doch nun bestanden alle Häuptlinge auf die Einhaltung des Vertrages und Kemble mußte unverrichteter Dinge nach Washington zurückkehren. Auf den Rat General Shermans hin wurde beschlossen, die Ponca mit Gewalt umzusiedeln. Kemble wurde erneut vom Kommissar für Indianer-Angelegenheiten zu den Ponca geschickt. Er erreichte im April den Niobrara und drohte ihnen nun mit den Einsatz von Truppen. Daraufhin wollten 170 Stammesangehörige in die Reservation gehen, die Häuptlinge aber weigerten sich. Häuptling Standing Bear widersprach so heftig, dass man ihn festnahm und nach Fort Randall brachte. Als der neue Gesandte der Regierung Howard eintraf, wurde Standing Bear wieder freigelassen.

Nach dem Truppen eingetroffen waren, zwang Howard die Ponca am 15. April 1877 auf einer Beratung zur Umsiedlung. Am 21.05. ging der Marsch los, der 50 Tage dauerte und vielen Ponca das Leben kostete. Ihre neue Heimat war die Quapaw-Reservation. Am Ende des ersten Jahres waren ein Viertel des Stammes in der Reservation gestorben, worauf die Ponca an das Westufer des Arkansas umgesiedelt wurden. Um ihr neues Schutzgebiet zu erreichen, mußten die Ponca 240 Kilometer zurücklegen, ohne das man ihnen Lebensmittel und Medikamente mitgab.

Standing Bear und 66 seiner Anhänger verließen im Januar 1879 heimlich die Reservation und strebten ihrer angestammten Heimat zu. Bei der Omaha-Reservation wurden sie von Soldaten abgefangen, auf Befehl von General Crook gefangen genommen und in das Fort Omaha gebracht. Mit Unterstützung von Crook gewannen sie einen Prozeß und erhielten daraufhin von der US-Regierung Land nahe der Niobrara-Mündung. Auch die in der Reservation verbliebenen Ponca wollten in ihre Heimat ziehen, als sie von den Land erfuhren, welches Standing Bear erhalten hatte. Whiteman, ihr Indianer-Agent, erlaubte dies nicht. Als sich Big Snake und der Bruder Standing Bears der Anordnung widersetzten, wurden sie - so hieß es - ausversehen erschossen.

Auf diese Weise war der Stamm der Ponca gespalten: Die einen lebten laut eines Gerichtsbeschlusses als freie Bürger in ihrem angestammten Land und die Mehrzahl mußten in einer Reservation als Gefangene ausharren.




Stämme im Großes Becken


Das Land, welches sich südwärts an das Plateau anschließt und sich bis zu den Wüsten Nevadas und dem westlichen Utah erstreckt, wird als »Großes Becken« bezeichnet. Vor 20.000 Jahren befanden sich hier noch 68 große Seen, welche nach und nach verschwanden.

In diesem sandig-trockenen Lande des Salbeibusches und der dicksamigen Pinontanne wohnten schon vor dem Kommen der Weißen die wirtschaftlich wohl ärmsten nordamerikanischen Indianer, die Shoshoni (Schoschonen), die Ute und die Paiute, Mitglieder der uto-aztekischen Sprachgruppe. Sie hatten keinen Mais und lebten ohne die menschlichen und kulturellen Kontakte der großen Kulturen. Sie wandten ihre ganze Energie auf, um zu überleben.

Sie sind der nördlichste faßbare Teil des Bevölkerungselementes der Chichimeken, die die Träger starker jägerischer Elemente sind. Sie wanderten unter ihrem legendären Anführer Xolotl nach Mexiko ab und verursachten den Untergang des Toltekenreiches.

Das Große Becken bietet eine dünn verstreute Bevölkerung, deren wirtschaftlicher Jahreszyklus durch das geringere oder häufigere Vorkommen von Wildsamen und kärglicher Zusatzkost bestimmt wird. Sie machten Jagd auf alle Tiere, die in ihrem Gebiet zu finden waren. Dazu gehörten Präriehunde, Erdeichhörnchen und Kaninchen. Aber auch Mäuse wurden nicht verschmäht. Kaninchen und Vögel wurden gefangen, indem man sie in 2,50 Meter hohe und bis 9 Meter breite Netze trieb. Auch Heuschrecken wurden gefangen und getröstet. Eine Gruppe von Männern brauchte einige Tage, um einen Hirsch zu begegnen. Es war ein großes und seltenes Tier in dieser Region. Eine Familie konnte in wenigen Tagen alles Eßbare um ihr Lager auf mehrere Kilometer im Umkreis aufgegessen haben. Dann mußte man weiterziehen. Alljährlich versammelten sich die einzelnen Gruppen zu einer Treibjagd in einer Gegend wo es Antilopen gab. Die Tiere wurden in eine Umzäunung aus Büschen getrieben und getötet. Sonst lebte jede Familie für sich. Sippen gab es nicht. Es gab allerdings anerkannte weisse Männer, die sogenannten »Sprecher«. Auf ihren Rat hörte man, aber es gab keine wirklichen Häuptlinge.

Kennzeichnend für das »Große Becken« war bei Festen der gemeinsame Tanz von Frauen und Männern. Bei einem dieser Feste tanzen Frauen und Männer um einen Baum und sangen Lieder, die von Tieren handelten.

Sie lebten unter dürfigen "Windschirmen" und ihr ärmlicher Kulturbesitz ist nur durch ihre große Flechtkunst (Material: Pflanzenfasern) etwas kompensiert wird. Das Pferd kam zeitig hier her, aber man hatte keine Weidegründe, und es war dem hochbegehrten Hauptwild, der Antilope, an Schnelligkeit unterlegen. Die Armut der Landschaft, die Armut der Nahrung erzeugten Mythen vom Kulturheros, dem Coyoten, erzeugten auch Visionen. So ist dann aus den Paiute-Indianern ein Prophet erstanden, ein Träger missianischer Ideen, Wovoka, der zum Urheber des Geistertanzes wurde, jener hinreißenden, aus indianischen und christlichen Elementen gemischten Bewegung, die die Indianer bis ins Seengebiet hinauf in mächtigen Wellen ergriff.

Ihre Macht kam durch Visionen und Träume. Man unternahm aber keine Anstrengungen diese Macht zu erlangen. Man war zufrieden, wenn ein bedeutender Traum in der Nacht kam. Auch ihre Mythologie war genauso einfach. Ihre Erzählungen bestanden hauptsächlich aus magischen Tieren, die die Welt beeinflußten. Jedoch fehlten in ihrer Mythologie Berichte über die Entstehung der Welt und über die Menschwerdung. Ihre Religion bestand aus einem einfachen Schamanismus.

Mit den Weißen waren diese Indianer relativ spät in Berührung gekommen, erst seit 1850 durch den Ansturm der Gold- und Erzsucher und der Landräuber. Damals begann die Zerstörung der Nahrungspflanzen durch eingeführtes Vieh und die Vernichtung der Pinonbäume mit den mehlspendenden Samen. Still gingen die Indianer des Großen Beckens in ein neues Leben über, denn die Durchdringung ihres Gebietes nach Bodenschätzen erfolgte nur punktartig. Langsam assimilierten sie sich. Arm waren sie und blieben es. Nun sind sie langsam dabei, sich ein besseres Leben einzurichten. Heute besitzen die Paiute eigene Herden, schneiden ihr Heu und erhalten mit Regierungshilfe sich selbst. Sie sind nicht ausgestorben. 1950 wurden in Nevada und im benachbarten Utah 1.847 Paiute gezählt. 
 

 
Indianer-Stämme des Großen Becken
Gosuite | Kwaiisu | Mono | Paiute | Ute | Washo und die Shoshoni


Gosuite
Die Gosuite sind ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie, der im Norden von Nevada und Utah beheimatet war. Als ihre Behausung diente das Tipi. Hauptnahrung waren Wildpflanzen und Kleinwild. Sie waren einer von vielen Stämmen, welche Numanisch sprachen. Die Gosuite waren verwandt mit den Bannock, Paiute, Shoshone und Ute. Sie vermischten sich später mit diesen Stämmen.



Kwaiisu
(auch Kawaiisu). Die Kwaiisu sind ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie, der in der Sierra Nevada in Kalifornien lebte. Ihre Behausung war das Tipi und als Nahrung sammelten sie Wildpflanzen und jagten Kleinwild.



Mono
Die Mono lebten im Grenzgebiet der Kulturareale Kalifornien und Großes Becken. Sie sind vom Zweig der Shoshone der uto-aztekischen Sprachfamilie. Die Mono waren friedlich und gingen der Korbflechterei nach. Für Zeremonien wie auch für Kämpfe mit ihren Nachbarn hatten sie keine Zeit, da sie sich beinahe den gesamten Tag mit der Nahrungssuche beschäftigen mußten. Ihre Heimat war ein halbwüstenartiges Gebiet. Ihr Leben war sehr primitiv und ihre Behausungen bestanden aus Strauchwerk.



Paiute     
Das Wort »Paiute« bedeutet »Echtes Wasser«. Sie sind ein Stamm der uto-aztekischen Sprachfamilie und sollen von den Schoschonen abstammen. Die Paiute lebten in Utah, Arizona und Idaho und gaben 1864 ihr Stammesgebiet an die Vereinigten Staaten ab.
Die Paiute hießen bis 1898 Yahushkin.
Paviotso: Sie sind ein Unterstamm der Paiute, der in Nevada beheimatet war. Die Paviotso sind ein Plateau-Stamm, welcher um 1870 durch den entstandenen Geistertanz bekannt wurde. Die Lehren dieses Tanzes stammen vom Paviotso-Propheten Tavibo, der der ältere Verwandte des um 1888 in die Geschichte des Geistertanzes eingehende Prophet Wovoka war.
Agaihtikara: Sie sind wiederum eine Untergruppe der Paviotso-Indianer, die als »Fischesser« bekannt wurden. Ihre Heimat lag zwischen den Walker- und Carson-River im heutigen Nevada. Der Stamm wurde unter ihrem Häuptling Oderie bekannt. Mit Goldsuchern und Siedlern betrieben sie regen Tauschhandel. Die Agaihtikara verschwanden wegen der Reservationspolitik von der Bildfläche.



Ute     
Auch sie gehören der uto-aztekischen Sprachfamilie an. Der Stamm war in viele Unterstämme und Stammesgruppen unterteilt und sie lebten in Gebirgstälern von Colorado, Nevada, Utah und New Mexico. Die Ute waren erbitterte Feinde der Navaho und Pueblo-Indianer.
Moache: Sie sind ein Unterstamm der Ute, welcher im Süden von Colorado und im Norden von New Mexico als Nomaden umherzogen. Die Moache wurden auch oft als Taos-Ute bezeichnet, da sie sich an diesem Pueblo in großer Zahl versammelten. Mit den Vereinigten Staaten schlossen sie am 02. März 1868 einen Vertrag, nach dem sie in eine Reservation umgesiedelt worden.
Mohuaches: Unterstamm der Ute
Yampa: Untergruppe der Ute im östlichen Utah. Sie wurden von den White River Ute aufgenommen.



Washo
Die Washo sind ein Volksstamm des Chinook-Zweiges der Penuti-Sprachfamilie. Sie lebten im Westen des heutigen Staates Nevada im Gebiet zwischen Reno und Lake Tahoe.
 

Die Shoshoni
Sho-Sho-ni bedeutet gleich Grashüttenbewohner oder Snakes = Schlangen. Der Begriff »Schlange« hatte aber nichts mit dem Reptil, sondern mit den Schlangenlinien in ihrer Zeichensprache zutun. Die Shoshoni sind eine eigene große Sprachfamilie, welche im Nordwesten genauer gesagt in der Felsengebirgsregion Nordamerikas lebten. Die Sprachfamilie gehört zur shoshonischen Untergruppe der uto-aztekischen Sprachfamilie. Im 19. Jahrhundert lebten die nördlichen Shoshoni im östlichen und südlichen Idaho, im Nordosten von Utah und im Westen von Wyoming. Die westlichen Shoshoni, auch Diggers genannt, konzentrierten sich im mittleren und westlichen Idaho, in Nevada, im Nordwesten von Utah und in einem kleinen Landstrich im Tal des Todes in Kalifornien. Außer Digger gab es noch die Boise, Box Elder, Bruneau, Green River Snake (Snake, Kogohue), Lemhi (Agaiduka), Pohogue, Sherry-dika, Tosawi, Tukadka, Wind River und Koso (Panamit). Die nördlichen Shoshoni waren die ersten Indianer der nördlichen Rocky Mountains, welche Pferde züchteten und sie im Tauschhandel den Crow, Flathead, Couer d' Alenes und Nez Percé anboten. Die Shoshoni sind verwandt mit den Gosiute, Ute, Paiute und Bannock. Zwischen Mitgliedern der Stämme gab es schon immer Mischehen. Die Stämme des Großen Becken waren technologisch am wenigsten entwickelt und ihre Kultur glich zur Zeit der Entdeckung die einer Steinzeit-Gesellschaft. Für die Jagd verwendeten die Shoshoni Pfeil und Bogen, Speer und eine unförmige Kriegskeule. Ihre Nahrung bestand aus gesammelten Beeren, Wurzeln und Kleinwild.

Die Shoshoni wurden berühmt durch eine ihrer Indianerinnen mit Namen Sacajawea, die der Lewis- und Clark-Expedition (1804 - 1805) als Führerin diente und sie somit durch ihre Kenntnisse vor dem sicherem Hungertode bewahrte. Der Häuptling Washaki unterzeichnete 1868 im Fort Brigde einen Vertrag, der den Shoshoni erlaubte, in die Wind River-Reservation in Wyoming zu ziehen, wo sie vor blutigen Überfällen durch die Arapaho, Blackfoot, Cheyenne und Dakota Schutz fanden.

Die Nachfahren des Stammes leben noch heute in vielen kleinen und verstreuten Reservaten in ihren alten Gebieten. Im Jahre 1985 wurden noch 2.000 Stammesangehörige in verschiedenen Reservationen registriert.

Die West-Shoshoni
Die Shoshoni sind ein Stamm des Großen Beckens, wo das Leben unter besonders ungünstigen und extremen Verhältnissen stand. Im Gebiet, in dem die Shoshoni lebten, gab es viele Übergänge zwischen Steppe und Wüste und nur die höheren Lagen waren bewaldet. Die Shoshoni nutzten alle Nahrungsquellen, die sie erreichen konnten. Die Samen verschiedener Gräser wurden vor allem genutzt, aber auch Kleingetier - die den Eiweißhaushalt des Körpers aufwerteten, da Rotwild und Antilopen nur in größeren zeitlichen Abständen gejagt werden konnten. Im Gebiet der West-Shoshoni waren die natürlichen Nahrungsquellen weit verstreut und zwischen diesen Standorten lagen für die Nahrungsgewinnung wertlose Gebiete. Da die Niederschläge in jedem Jahr an unterschiedlichen Orten niedergingen, war nicht vorhersehbar wo es reichliche Nahrung geben würde. Außer Pinonsamen und Kaninchen war die Wildnahrung nur sehr gering. Die Grassamen mußten wähend der Reife gesammelt werden, sonst waren sie als Nahrung verloren.

Die Nahrungsmittel wurden nur mit einfachsten Geräten eingebracht. Wühlstöcke, Samenschläger, Schlagstöcke bzw. Keulen wie auch Pfeil und Bogen waren fast die einzigen Gegenstände. Meterlange Netze fanden bei der Treibjagd auf Kaninchen ihre Verwendung. Nicht jede Familie besaß solche Netze. Die Eigentümer der Netze erhielten einen besonderen Anteil bei einer Treibjagd. Da sehr viel Zeit für die Nahrungsgewinnung aufgebracht werden mußte, war der Lebensstandard sehr gering. Eine wirtschaftliche Planung auf lange Sicht war wegen der verstreut anzufindenden Nahrung und jedes Mal in einem anderen Gebiet nicht möglich. Auch eine Arbeitsorganisation hätte keinen sinnvollen Nutzen gebracht. Eine höhere Produktivität durch Arbeitsteilung hätte nur Sinn gebracht, wenn man Entfernungen schneller überwinden konnte. Und diese Chance hatten die Shoshoni durch die Ankunft der Weißen und dem damit verbundenen Kennenlernen des Pferdes. Durch die West-Shoshoni kamen die Büffeljäger der westlichen Prärien in den Besitz von Pferden. Das Pferd verwendete aber die gleichen Nahrungsmittel wie die West-Shoshoni. Ferner konnte das Pferd nicht auf der Jagd auf Nager, Antilopen, Hirsche und Bergschafe eingesetzt werden. Es brachte nur Vorteile auf der Jagd nach Büffeln. Wegen des Mangels an Pferden konnten die Shoshoni auch nur wenige Nahrungsvorräte anlegen. In der nahrungsarmen Winterzeit verlegten die Shoshoni ihre Quartiere in die Nähe der Pinonwälder. Trotz alledem war die Ernährung der West-Shoshoni im Winter wie im Frühjahr durch ihre geringen Vorräte immer kritisch.

Das Gebiet der West-Shoshoni war dünn besiedelt. Während des gesamten Jahres waren immer nur eine Familie oder Gruppen von zwei bis drei Familien gemeinsam unterwegs. Sie hatten auch nur sehr wenige Kontakte zu anderen Menschen, da die Bevölkerungsdichte pro 100 km2 bei nur zwei Menschen lag. Nur während gemeinschaftlichen Treibjagden und in den Winterquartieren kam es zwischen den Familien zu geringen Kontakten. Auch durch Schwankungen des Nahrungsangebotes und durch Änderung der Zugroute der Familien änderte sich die personelle Zusammensetzung eines Jagdkollektives. Anführer gab es nur während der gemeinsamen Winterquartiere und bei Treibjagden. Sie waren Spezialisten für eine bestimmte Tierart und hatten nur für eine bestimmte Zeit ihre Autorität. Im Gebiet der Shoshoni gab es aber keine abgegrenzten Territorien wie auch keine bestimmten Nutzungsrechte. Die Familie, die Nahrungsvorkommen entdeckte, verwandte sie für sich. Bei den West-Shoshoni gab es vor dem Erscheinen der Weißen selten Auseinandersetzungen. Zwischen den Familien gab es Streitigkeiten bei Tötung einer Person oder bei Frauenraub. Bei solchen Konflikten wurden die Familien von Verwandten unterstützt. Shoshonische Familien suchten den Kontakt zu anderen, um sich durch Heirat zu verbinden. Auf diese Weise war eine Familie mit einer Reihe von anderen Familien verwandt.


Bagiopa
Die Bagiopa waren ein Unterstamm der Schoschonen, der an den Quellen des Colorado Rivers wohnte. Das Wort »Bagiopa« stammt wahrscheinlich aus der Sprache der Pima und bedeutet Volk.
Bruneau: Sie waren eine Stammesgruppe, die am Bruneau Creek im Südosten von Idaho beheimatet waren.

Panamit (Koso)
Sie sind eine Untergruppe der Shoshoni, die in Nevada beheimatet war.

Shoshoko: Sie waren eine Untergruppe der Shoshoni, die als sogenannte Fußgänger bezeichnet wurden, da diese Stammesangehörigen keine Pferde besaßen und das Reiten ablehnten.
Weitere Unterstämme: Boise, Box Elder, Digger, Green River Snake (Snake, Kogohue), Lemhi (Agaiduka), Pohogue, Sherry-dika, Tosawi, Takadka, Wind River

Stämme aus Kalifornien
 
In Kalifornien und dem nördlich angrenzenden Oregon drängten sich viele kleine und kleinste Sprach- und Sprachsplittergruppen auf engstem Raum zusammen, während sich im übrigen Nordamerika indianische Sprachfamilien nicht selten über große Gebiete verbreiteten. So groß die kulturellen Unterschiede auch waren, so lassen sich auch allgemeine Ähnlichkeiten feststellen. In Kalifornien lebten die Cahuilla, die Chumash, die Hupa, die Maidu, die Miwok, die Pomo und die Yurok.
Die Grundlage der Nahrung der kalifornischen Indianer war das Sammeln von Früchten, Beeren, Samen und Wurzeln wildwachsender Pflanzen. Eicheln bildeten in  vielen Gebieten das Grundnahrungsmittel. Geflochtene Speicher dienten zur Aufbewahrung. Eicheln wurden nutzbar gemacht, indem man sie schälte und auf Reibsteinen oder in Steinmörsern zu Mehl verarbeitete. Das Eichelmehl war ohne Entbitterung jedoch nicht genießbar und mußte entsprechend aufbereitet werden. Man füllte es in Sandmulden, wo es mit heißem Wasser übergossen wurde bis es auslaugte. Es wurde dann über heißen Steinen in Erdgruben verbacken oder als Brei bzw. Suppe dargereicht. Die Suppe wurde ebenfalls über heißen Steinen zum Kochen gebracht. Tongefäße wurden nicht hergestellt.
Zur Jagd dienten Pfeil und Bogen wie auch Schlingen. An der Küste wurde gefischt oder Muscheltiere gesammelt. Fanggeräte in Flüssen waren Angeln, Harpunen, Netze und Reusen. Die Boote der kalifornischen Indianer waren seetüchtig und dienten auch der Jagd nach Fischen.
Die Behausungen waren Giebelhäuser, Giebeldach- oder Kegeldachhütten, die mit Rinde oder Gras bedeckt, ebenerdig, halbversenkt oder als Erdhaus gebaut worden.
Die Kleidung der Frauen war wegen des milden Klimas entsprechend einfach. Sie trugen Schurze aus Leder und Fasern und bedeckten den Kopf mit geflochtenen Kappen. Die Männer bekleideten sich ebenfalls mit einem Schurz, Mokassins oder Sandalen. Im Winter kamen Deckenumhänge bei Frau und Mann im Einsatz.
Die Flechtkunst war besonders entwickelt. Dazu benutzte man Haselrute und Koniferenwurzeln. Spiralwulsttechnik kam zum Einsatz mit verschieden farbenen geometrischen Ornamenten.
Eine Stammesorganisation gab es nicht. Die soziale und politische Einheit bildete das Dorf. Die Funktion des Dorfhäuptlings war zumeist erblich.


Indianer-Stämme von Kalifornien

Achumawi | Akwaala | Atsugewi | Awani | Buena Vista | Cahuilla | Chilula | Chukchansi | Chumash | Cocopa | Comeya | Costano | Cupeno | Cuyama | Diegueno | Fernandeno | Gabrieleno | Hupa | Juaneno | Kamia | Karok | Kato | Kitanemuk | Konkow | Lassik | Luiseno | Maidu | Mattole | Miwok | Nisenan | Nomlaki | Nongatl | Patwin | Pomo | Quechan | Saia | Salina | San Nicoleno | Serrano | Shasta | Tataviam | Tipai | Tolowa | Tubatulabal | Wailaki | Wappo | Whilkut | Wintun | Wiyot | Yahi | Yana | Yokut | Yuki | Yurok

Achumawi
(Achomawi). Sie gehören der Sprachgruppe der Hoka-Shasta an. Ihre Heimat war das nordöstliche Kalifornien am Pit River im Vorgebirge der Sierra Nevada westlich des Mt Shasta, wo sie in Erdhütten lebten. Sie wurden auch als Pit-River-Indianer bekannt. Sie ernährten sich von pflanzlichen wie von tierischen Produkten. Bei einer Zählung von Fred Kniffen im Jahre 1928 wurden ca. 3.000 Achumawi und Atsugewi erfaßt, die in 131 Dörfern wohnten.



Akwaala
Die Akwaala gehören der Hoka-Yuman-Sprachgruppe an, der im südwestlichen Kalifornien in San Diego County wohnte. Ihre Behausung waren Kuppelförmige Stroh-, Rinden- oder Fellhütten. Die Hauptnahrung der Akwaala waren Eicheln.



Atsugewi
Die Atsugewi gehören der Hoka-Sprachgruppe an. Ihre Heimat war das nordöstliche Kalifornien am Pit River. Als Wohnstätte verwendeten sie die Erdhütte und ernährten sich von tierischen sowie pflanzlichen Produkten. Die Atsugewi lebten zusammen mit den Achomawi und Modoc und wurden im äußeren Norden von Kalifornien vorgefunden. Fred Kniffen registrierte im Jahre 1928 in 131 Dörfern 3.000 Achomawi und Atsugewi.



Awani
Sie sind ein kalifornischer Stamm der in neun Dörfern im Yosemite Valley wohnte. 1848 zehn Jahre nach Beginn des Goldrausches war der Stamm der Awani auf ein paar Dutzend Personen dezimiert worden.



Buena Vista
Sie sind ein Stamm der Penuti-Yokot-Sprachgruppe, der im mittleren und östlichen Kalifornien beheimatet war. Sie verwendeten das Tipi als Behausung und ernährten sich von eicheln und Kleinwild.



Cahuilla
Die Cahuilla ist ein Wüstenstamm, der sich von Gras und Würmern ernährte. Sie wurden im Jahre 1880 in der kalifornischen Reservation Agua Caliente angesiedelt.



Chilula
Die Chilula ist ein Volksstamm, der der athapaskischen Sprachfamilie angehörte. Ihre Heimat lag im Norden Kaliforniens am Redwood Creek, deren Dialekt Hupa war. Im 19. Jahrhundert ging der Stamm in den Hupa auf. Bevölkerung: 500 - 600 Personen um 1770.



Chukchansi
Sie sind ein Stamm der Penuti-Yokot-Sprachgruppe, der im östlichen nahe dem Zentrum von Kalifornien lebte. Das Tipi war ihr Unterkunft und als Nahrung diente ihnen Eicheln und Kleinwild. Im Reservat in Kalifornien am Table Mountain wurden 1985 88 Stammesangehörige registriert.



Chumash
Die Chumash sind ein Stamm der kalifornischen Hokan-Sprachfamilie, der der großen Sioux-Sprachfamilie angehört. Sie waren berühmte Seefahrer und -fischer. Für ihre Jagd stellten sie Großkanus her, die mit Pechsehnen zusammengehalten wurden. Sie wohnten im Süden von Kalifornien und auf den Inseln um Santa Barbara, weshalb sie auch als die Santa Barbara-Indianer bezeichnet wurden.



Cocopa
Sie sind ein Stamm der Hoka-Yuma-Sprachgruppe, der im südöstlichen Kalifornien lebte. Als Wohnstätte diente die Kuppelförmige Stroh-, Rinden- oder Fellhütte. Ihre Nahrung war Mais, Wildpflanzen und Wild.



Comeya
Die Comeya sind kleine Stammesgruppen. Sie lebten zwischen San Diego und dem Colorado River. Die Comeya kannten weder Ackerbau, Jagd und Viehzucht und mußten wegen der armen Verhältnisse ihre Kinder verkaufen, damit sie überhaupt leben konnten.



Costano
Sie sind ein kalifornischer Stamm der Penuti-Sprachfamilie. Die Costano lebten entlang der Küste der San Francisco Bay bis nach Monterey hinunter.



Cupeno
Sie sind ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie, der im südöstlichen Kalifornien lebte. Als Behausung verwendeten sie die Kuppelförmige Rinden-, Stroh- oder Fellhütte. Die Cupeno ernährten sich von Kleinwild, Wildpflanzen und Mais.



Cuyama
Sie sind ein Stamm, der im Tal des Cuyama Rivers und am oberen Santa Maria River in Kalifornien beheimatet war.



Diegueno
Die Diegueno sind ein Volksstamm der Hoka-Yuma-Sprachgruppe, der im südwestlichen Kalifornien lebte. Als Unterkunft verwendeten sie die Kuppelförmige Stroh-, Rinden- oder Fellhütte. Eicheln waren ihre Hauptnahrung. Bevor die Spanier Kalifornien erreichten, waren die Diegueno einer der größten Stämme im Süden Kaliforniens. 1925 schätzte Alfred Kroeber sie auf rund 3.000 Stammesangehörige. Krankheiten und Mischehen dezimierte ihre Zahl 731.



Fernandeno
Sie sind ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie, der im südöstlichen Kalifornien beheimatet war. Als Behausung diente die Kuppelförmige Stroh-, Rinden- oder Fellhütte. Ihre Nahrung waren Eicheln. Die Fernandeno, Gabrieleno und San Nicoleno gehörten zu den Stämmen der »Missionsvölker«. Rund 5.000 Personen gab es vor der Ankunft der Spanier.



Gabrieleno
Sie sind ein Stamm der uto-aztekischen Sprachfamilie. Die Gabrieleno lebten einst im Südosten von Kalifornien und hatten als Unterkunft die Kuppelförmigen Rinden-, Stroh- und Fellhütten. Ihre Nahrung waren hauptsächlich Eicheln und Mais. Sie gehören zu den sogenannten »Missionsvölker«, da sie sehr schnell die Kultur und Religion der Weißen übernahmen. Sie und die San Nicoleno zählten vor Ankunft der Spanier etwa 5.000 Personen.



Hupa
Sie sind ein Volksstamm der athapaskischen Sprachfamilie, der im Nordwesten von Kalifornien beheimatet war. Ihre Wohnstätte war das Blockhaus und als Nahrung gab es tierische wie auch pflanzliche Produkte. Typisch für Kalifornien war die Verwendung von Eicheln, die zu Mehl gestampft wurden und dann daraus Brot hergestellt wurde, was auch die Hauptnahrungsquelle darstellte. Neben der Herstellung des Brotes ging man auch der Jagd auf Wild nach, welches zahlreich in den umliegenden Wäldern vorkam. Bei den Hupa war die Stellung des Häuptlings wichtiger als bei anderen Stämmen Kaliforniens. Ein Hupa-Dorf bestand aus zwei unterschiedlichen Hütten. Eine davon hatte eine Größe von 37 Quadratmetern und war circa 1,50 Meter in die Erde versenkt. Sie diente der Lagerung der Vorräte und als Schlafraum. Die zweite Hütte diente den Männern als Schwitzhütte. Hauptsächlich bewohnten die Hupa das Hoopa-Tal am Unterlauf des Trinity Rivers. Bei einer Zählung im Jahre 1914 wurden 1.345 Stammesmitglieder im Reservat registriert. Die Bevölkerung ist bis zum Jahre 1928 auf 1.921 Personen angestiegen.



Juaneno
Sie sind ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie, der in Südostkalifornien lebte. Ihre Wohnstätte waren die Kuppelförmigen Rinden-, Stroh- und Fellhütten. Als Nahrung verwendeten sie pflanzliche sowie tierische Produkte. Sie gehören auch zu den sogenannten »Missionsvölker«, da auch sie die Kultur und Religion der Weißen übernahmen.



Kamia
Die Kamia sind ein Stamm der Hoka-Yuma-Sprachgruppe, deren Heimat im südwestlichen Kalifornien bei San Diego lag. Als Behausung verwendeten sie die Kuppelförmigen Rinden-, Stroh- oder Fellhütten. Ihre Nahrung waren hauptsächlich Eicheln. Sie waren eng mit den Diegueno verwandt. Die Kamia waren einst einmal 1.000 Personen.



Karok
Sie sind Mitglieder der Hoka-Karok-Sprachfamilie und lebten einst im nordwestlichen Kalifornien am Klamath River. Ihre Wohnstätte war die Erdhütte und als Nahrung verwendeten sie pflanzliche und tierische Produkte. Die Karok wie auch die Yurok waren die größten Stämme Nordkaliforniens. Die Anzahl an Personen in den Lower Klamath River-Reservationen betrug 1.125 um das Jahr 1880. 1985 bildeten die Karok die größte indianische Gruppe in Kalifornien mit 2.096 Stammesangehörigen.



Kato
Sie sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe, der im nordwestlichen Kalifornien wohnte. Sie lebten in Blockhäusern und ernährten sich von tierischen und pflanzlichen Produkten.



Kitanemuk
Die Kitanemuk sind ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie, der im Süden von Kalifornien am Tejon Creek in den Tehachapi Mountain wohnte. Ihre Nachfahren sind auf der Rancheria von Tejon beheimatet.



Konkow
Die Konkow sind eng verwandt mit den Maidu und lebten in Zentral-Kalifornien. Heute sind sie gemeinsam mit den Maidu in der Round Valley Reservation angesiedelt. Im Jahre 1905 lebten noch 171 Stammesangehörige. Die Konkow gingen später in den Maidu auf.



Lassik
Die Lassik sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe, der am Eel River in Nordkalifornien wohnte. Mit ihren Nachbarn den Nongatl und Sinkyone zählten sie 2.000 Personen im Jahre 1770. 1910 wurden noch 100 registriert.



Luiseno
Die Luiseno sind ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie, deren Heimat im südöstlichen Kalifornien lag. Auch sie verwendeten die Kuppelförmigen Stroh-, Rinden- oder Fellhütten. Eicheln und Mais war ihre Hauptnahrung. Sie waren einer der größten Stämme im Süden Kaliforniens und gehörten den sogenannten »Missionsvölkern« an. Sie übernahmen auch die Kultur und Religion der weißen Eindringlinge. 4.000 Menschen, so schätze Alfred Kroeber, sollen es gewesen sein. 888 Luiseno lebten 1970 in neun Reservationen im Süden von Kalifornien. 1985 wurden 2.739 Personen bei einer Volkszählung registriert.



Maidu
Maidu bedeutet Mann. Sie gehören der Penuti-Sprachfamilie an und wohnten in einem kleinen Gebiet Kaliforniens. Da die kalifornischen Indianer ihr Stammesgebiet wohl hüteten, gingen die Maidu sogar soweit an der Grenze zu ihren Nachbarn Wachen zu postieren. Wenn ein Eindringling ernsthafte Schwierigkeiten machte, stellten sich Krieger der beiden streitenden Stämme in einer Linie gegenüber auf. Ein zu Ehren gekommener Krieger vertrat im Kampf die Interessen des Stammes. Am Ende des Kampfes bezahlten die Schuldigen ihre Strafe mit Muschelgeld. Der Streit war nun beigelegt.
Yeponim waren Mitglieder des geheimen Männerbundes der Maidu.



Mattole
Die Mattole sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachfamilie, der im nordwestlichen Kalifornien lebte. Sie bauten Blockhäuser und ernährten sich von tierischen und pflanzlichen Produkten.



Miwok
Ihr Name bedeutet »Mensch«. Die Miwok war der größte Stamm Zentralkaliforniens.



Nisenan
Die Nisenan sind nahe verwandt mit den Maidu. Sie lebten in Zentralkalifornien.



Nomlaki
Die Nomlaki sind ein Zweigstamm der Wintun. Sie lebten in Zentralkalifornien und gehören der Penuti-Sprachgruppe an.



Nongatl
Die Nongatl gehören der athapaskischen Sprachfamilie an und waren die Nachbarn der Lassik. Ihre Heimat war der Norden Kaliforniens.



Patwin
Sie sind ein Stamm der Penuti-Sprachfamilie, deren Heimat in Kalifornien lag - genauer im Sacrament Valley.



Pomo
Die Pomo ist ein Stamm der der Hokan-Sprachfamilie gehört. Er lebte an der Küste und im Küstengebirge im Norden Kaliforniens, genauer an der San Francisco Bay. In jedem ihrer Dörfer war ein Tanzhaus errichtet. Sie sammelten Eicheln, die es ausreichend in ihrem Stammesgebiet gab. Die Eicheln wurden in Speicherhäusern aufbewahrt oder verarbeiteten sie in verschiedenen Arbeitsgängen zu Brot. Die Männer gingen der Jagd nach Rotwild nach, was es reichlich im Gebiet gab. Mit Netzen fingen sie kleine Tiere und Vögel. Die Pomo zählten und zählen auch noch heute zu ausgezeichneten Korbflechtern. Die Körbe waren auf der Innenseite glatt, außen mit Perlen und mit bunten Federn geschmückt. Geflochtene Schmuckgegenstände werden auch von ihnen gefertigt.



Quechan
Sie sind ein Volksstamm der Hoka-Yuma-Sprachgruppe, der in Kalifornien lebte. Als Behausung verwendeten sie die Kuppelförmige Rinden-, Stroh- oder Fellhütte. Die Quechan ernährten sich von Kleinwild und Wildpflanzen.



Saia
Sie waren ein kleiner Stamm in Kalifornien, der sich im Jahre 1862 gefangennehmen ließ. Man brachte sie in eine Wüsten-Reservation, wo bis 1868 fast der gesamte Stamm starb. Nur 8 Personen überlebten diese Einöde. Im Jahre 1877 stellte man fest, dass man den Stamm durch einen Schreibfehler versehentlich in diese Region gebracht hatte. Eine sofortige Rückführung in ihre Heimat wurde durch die US-Regierung angeordnet. Bis zur Ausführung war jedoch der letzte Saia gestorben und ein Indianer-Problem gab es weniger.



Salina
Sie sind ein Stamm, der der Hoka-Sprachgruppe angehört. Ihre Heimat war der Salina River in Kalifornien. Als Behausung verwendeten sie Kuppelförmige Rinden-, Stroh- oder Fellhütten. Die Nahrung der Salina bestand hauptsächlich aus Eicheln.



San Nicoleno
Die San Nicoleno sind ein Stamm, der uto-aztekischen Sprachfamilie, welcher im Südosten Kaliforniens lebte. Ihre Behausung war die Kuppelförmige Rinden-, Stroh- oder auch Fellhütte. Hauptnahrung waren Mais und Eicheln. Die San Nicoleno sind ein Stamm der sogenannten missionierten Völker, da sie sehr bald die Religion und Kultur der Weißen annahmen.



Serrano
Die Serrano sind ein Stamm, der uto-aztekischen Sprachfamilien, der im Süden von Kalifornien, genauer gesagt am San Bernardino Range beheimatet war. Seine Bevölkerungszahl war 1770 etwa 1.500 Personen, um 1910 noch 118 und 1990 gab es noch einen Serrano.



Shasta
Die Shasta sind ein Volksstamm der Hokan-Sprachgruppe, der der Sioux-Sprachfamilie angehört. Ihre Heimat war Kalifornien nördlich der Shasta Mountain. Von den Shasta sind einige Unterstämme bekannt, so die Achomawi und Atsugewi, die am Hat Creek und Pit River lebten.



Tataviam
Die Tataviam sind wahrscheinlich ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie vom takischen Zweig, der am Oberlauf des Santa Clara River in Südkalifornien lebte. Ihre Sprache ist vor 1916 ausgestorben.



Tipai
Sie sind ein Volksstamm der Hokan-Sprachgruppe, der der Sioux-Sprachfamilie angehört. Ihre Heimat war Kalifornien. Als Behausung verwendeten sie die Kuppelförmige Stroh-, Fell- oder Rindenhütte. Hauptsächlich ernährten sie sich von Kleinwild und Wildpflanzen.



Tolowa
Die Tolowa sind ein Volksstamm der athapaskischen Sprachgruppe, der an der Küste des nordwestlichen Kalifornien beheimatet war. Im Jahre 1828 zählte der Stamm noch 2.200 Mitglieder. Nach 1900 ist der Volksstamm mit den Tututni verschmolzen, der ebenfalls ein Stamm der Athapasken war.



Tubatulabal
Die Tubatulabal ein Volksstamm der uto-aztekischen Sprachfamilie, der einen eigenen Zweig bildet. Ihre Heimat war der obere Kern River der kalifornischen Sierra Nevada. Um 1850 lebten noch etwa 500 bis 1.000 Stammesmitglieder, im Jahre 1972 waren es noch 43. Ihre Sprache ist deshalb am Aussterben.



Wailaki
Sie sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe, der am Eel River im Nordwesten von Kalifornien beheimatet war. Der Stamm bestand aus 19 kleineren Gruppen, welche um 1800 ungefähr 2.200 Stammesmitglieder hatten.



Wappo
Die Wappo sind ein Volksstamm der Penuti-Sprachgruppe, der nördlich der Bucht von San Francisco lebte. Ihre Wohnstätte war das Tipi und als Hauptnahrung verzerrten sie Eicheln.



Whilkut
Die Whilkut sind ein Volksstamm der Athapasken-Sprachgruppe, der am oberen Redwood Creek im Nordwesten von Kalifornien lebte und mit den Hupa verwandt war. Um das Jahr 1850 gab es noch etwa 500 Stammesangehörige. Heute ist der Stamm als eigenständige Volksgruppe ausgestorben.



Wintun
Sie sind ein Volksstamm der Penuti-Sprachfamilie, der im Sacramento Valley beheimatet war. Er lebte wie alle kalifornischen Indianer von Eicheln, Wurzeln, Wildgemüse. Ihre Nahrung ergänzten sie durch die Jagd auf Kleinwild und Hirsche.
Untergruppen: Hill Wintun, Nord-Wintun (Wint oder Trinity Wintun), River Wintun.



Wiyot
Die Wiyot sind ein Volksstamm der Algonkin-Sprachfamilie, der in Kalifornien beheimatet war. Sie lebten an der pazifischen Küste im nördlichen Kalifornien und waren mit den Yurok stammesverwandt. In ihrer Lebensweise glichen sie allen kalifornischen Indianern. Die Dörfer der Wiyot waren am Meer oder an Flüssen errichtet worden. Sie machten Jagd auf Fische, die sie mit Einbäumen fingen. Ihre Behausungen war aus Brettern gefertigt.



Yahi
Die Yahi sind ein Stamm der Hoka-Sprachfamilie, der in Kalifornien nördlich des Sacramento-Flußtal lebte. Sie bewohnten Erdhütten und ernährten sich hauptsächlich aus einer Mischung pflanzlicher und tierischer Nahrung. Die Stämme der Yahi und Yana waren einmal verbündet. Beide Stämme waren einst zusammen 3.800 Personen. Heute sind die Yahi und Yana ausgestorben.



Yana
Sie waren ein Stamm der Hokan-Gruppe und war im Norden Kaliforniens beheimatet. Ihre Nachbarn waren die Maidu, Shasta und Wintun. Die Yana sind von kleiner Statur und vielen unter den benachbarten Stämmen auf, die viel größer gewachsen waren. Sie ernährten sich von Eichelbrot und Hirschfleisch und glichen in ihrer Lebensweise den anderen kalifornischen Indianern.



Yokut
Die Yokut waren ein Volksstamm vom kalifornischen Zweig der Penuti-Sprachfamilie, der weiterhin in 40 bis 50 getrennte Unter- und Zweigstämmen im San Joaquin Valley beheimatet war. Auch bei ihnen glichen die Lebensweise, die Sitten und Bräuche, denen der anderen kalifornischen Indianer.



Yuki
Sie waren ein Stamm der Hokan-Gruppe der Sioux-Sprachfamilie, der im Norden Kaliforniens am Sacramento River wohnte. Seine Nachbarn waren die Maidu und Pomo. Auch sie ernährten sich von Eicheln und Hirschfleisch wie die anderen Indianer Kaliforniens.



Yurok
Sie sind ein Stamm der algonkischen Sprachfamilie. Er lebte im nördlichen Kalifornien an der Pazifik-Küste. Ihre unmittelbaren Nachbarn waren die Wiyot, mit denen sie stammesverwandt ware
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