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Die Jagd und Waffen der Indianer

 


 

Jagd- und Fangmethoden

In den verschiedenen Kulturarealen wurden unterschiedliche Jagd- und Fangmethoden angewandt. Dabei spielte der Lebensraum, indem sie wohnten, eine entscheidende Rolle. Für die Jagd wurden der Pfeil und Bogen, Speere; zum Fischfang die Harpune, Kescher und Fischsperren verwendet.



Panikjagd
(auch Stampedejagd genannt)

Bei der Stampedejagd, eine Art der Treibjagd, sonderte man eine Büffelherde von der Hauptherde ab und versetzte sie, sobald die Leitbullen die Richtung einschlugen, in Panik. In Panik gebrachte Büffel rennen immer nur stur geradeaus. Man leitete diese Herde auf einen Abgrund zu, wo in der Regel die gesamte Herde hineinstürzte. Es waren längst nicht alle Büffel bei dieser Todesart zu verwerten, sondern nur ein geringer Teil.



Niederhetzen

Die Jagdmethode des Niederhetzens von Wild mag auf die hochnordische Schneeschuhjagd zurückgehen. Man hetzte große Tiere, die im hohen Schnee nur langsam vorwärts kamen, bis zur völligen Erschöpfung. Auch für die Prärie-Indianer war die Hetzjagd eine in hohem Maße sportliche Angelegenheit, indem man einen Elch niederrannte, ihn also viele Stunden lang hetzte bis er aufgab und sich stellte. Auf gleiche Weise wurden auch Bären, Hirsche und sogar einsame Wölfe niedergehetzt, indem der Jäger dem Tier tagelang folgte, es nicht zum Fressen, Saufen und Schlafen kommen ließ, bis es eines Tages nicht mehr konnte und eine leichte Beute wurde.



Fackeljagd

Diese Jagdmethode fand zur Nachtzeit von einem Kanu aus statt. Zwei Jäger fahren dicht am Ufer entlang geräuschlos flußabwärts. Am Bug des Bootes - also vorn - ist eine Fackel befestigt, deren Schein mit einer geflochtenen Matte abgeschirmt ist gegen den knieenden Schützen. Die durch den Feuerschein geblendeten Tiere sind für den Jäger eine leichte Beute.




Feuerjagd

Die Feuerjagd ist eine Treibjagdmethode der Plain-Indianer. Man zündete in einem weiten Halbkreis, je nach Windrichtung und möglicht kurz bevor Regen zu erwarten war, welches der Medizinmann bestimmte, das Präriegras an. Das nun fliehende Wild konnte leicht aus nächster Nähe an den feuerfreien Fluchtwegen abgeschossen werden.



Pirschjagd

Die Pirschjagd fand in den Wintermonaten statt und galt besonders den Elchen. Der Jäger verfolgte die Spur des Tieres auf der windabgekehrten Seite in weitem Halbkreis, bis sich die Spur zurückwendete und anzeigte, dass der Elch gegen Mittag Ruhe halten würde. Dann näherte sich der Jäger dem Tier in engeren Bögen und erlegte es. Bei starkem Wind ist die Verfolgung dieser sehr scheuen Tiere wesentlich leichter.



Eisfischen

Auch im Winter wurde in Bächen und Seen gefischt. Dies erforderte Ausdauer und war anstrengend. Dazu wurde ein Loch in die Eisschicht geschlagen und eine Leine mit einem Fischköder versehenen Angelhaken hineingelassen. Nun wartete man bis ein Fisch den Köder schabte. Ferner fanden bei dieser Jagdtechnik Harpunen Anwendung, die man ebenfalls durch das Eisloch schob und nach Fischen stach. Auch Biber, die durch Hämmern an ihren Bau ins Wasser flohen, wurden wenn sie zum Atmen an das Eisloch kamen mit der Harpune erlegt.



Schwerkraftfalle (Baumschlagfalle)

Bei dieser Fangmethode wurden Wölfe, Füchse, Hasen und Schakale erlegt. Durch das Zerren des Tieres am Köder, welcher an einem Ast befestigt ist, der zwischen einem quer darunter liegenden dickeren Holz und einem darüber fast senkrecht stehenden Klotz steckte, diesen aus dem Halt riß und ein Holz herunter schlug, das es tötete.



Fischwehr

Die Fische werden vom Sperrzaun, welcher quer über den Fluß errichtet war, in eine Fangvorrichtung geleitet, die in mehrere Kammern, die immer kleiner werden, gegliedert ist. Aus dieser Fangvorrichtung finden die Fische nicht mehr heraus und werden mit einem kescherartigen Handnetz entnommen.



                                                                              Büffeljagd

Bevor es das Pferd gab, wurden die Bisons von den Indianern zu Fuß gejagt. Dabei mußten sie sich viele verschiedene Jagdmethoden einfallen lassen. Einige davon waren listenreich, andere grausam und nicht jede davon war vom Erfolg gekrönt. Unter Wolfspelzen oder Bisonfellen versteckt, schlichen sich die Jäger an weidende Herden an und versuchten die Herde durch Tierlaute in Bewegung zu bringen, um sie über Felsabbrüche zu locken. Bei dieser Jagdmethode wurden viele indianische Jäger, durch plötzlich durchgehende Tiere, zum Opfer. Auch die oben beschriebene Panik- und Feuerjagd kamen zum Einsatz. Im Winter wurden die Bisons in Tiefschnee oder auf zugefrorene Seen getrieben, wo die Tiere einbrachen und für die Jäger mit der Lanze erlegt werden konnten. Nach Einführung des Pferdes wurden die Bisonherden mit der wirksamsten Methode der Bisonjagd erlegt - mit dem Pferd. Das für die Bisonjagd abgerichtete Pferd war mit größter Sorgfalt ausgewählt worden und erhielt eine besondere Pflege. Bei Angriffen fremder Indianergruppen wurde das Bisonpferd ins eigene Zelt gebracht, um es bei einem Pferderaub zu schützen.

 






Jagd und Kriegswaffen der Indianer



Die Jagd- und Kriegswaffen der Indianer waren unterschiedlich. Dabei spielte die Region in der sie wohnten, das zu erlegende Wild und die dort anzutreffenden Materialien für den Bau ihrer Jagd- und Kriegswaffen eine entscheidende Rolle.


Die Pfeile



Von den nordamerikanischen Indianern sind zwei Pfeiltypen bekannt: der mit Widerhaken ausgerüstete Kriegspfeil (war bei manchen Stäö;mmen vergiftet) und der Jagdpfeil. Beim letztgenannten Pfeil waren die Haken umgekehrt oder es waren keine vorhanden. Er konnte deshalb leicht aus einer Wunde gezogen werden. Bei den Kriegspfeilen war der Widerhaken nur leicht am Schaft angeleimt, damit er in der Wunde des Feindes steckenblieb. Beim Jagdpfeil war die Spitze besonders gut befestigt. In der Frühzeit wurden als Spitzen Feuerstein, Knochen oder Bronze verwendet. Als die Weißen kamen, wurden das ehemalige Material durch Stahl verdrängt. Einige Stämme stellten ihre Pfeilspitzen aus Eisen oder Eisenblech selbst her. Sie waren dick, länglich, dreieckig und sehr scharf schneidend. Für die bessere Flugeigenschaft eines Pfeils verwendeten die Indianer Vogelfedern (besonders beliebt waren die vom Adler oder Habicht), die am Schaft angeleimt waren. Die Umwicklung am Federende und an der Pfeilspitze bestand aus sehr feinen Tiersehnen. Der Pfeilschaft wurde aus Hartholz gefertigt und war von Region zu Region in seinem Bau sehr unterschiedlich. Er war bemalt mit Schlangen-, Zickzack- oder Spirallinien. Die Pfeile wurden in einem Köcher aufbewahrt, der ungefähr hundert Pfeile aufnehmen konnte. Die große Anzahl war notwendig, da ein indianischer Krieger in einer Minute 15 bis 20 Pfeile abschießen konnte.

 

  





Der Bogen



 

Der Bogen war die Jagd-, Angriffs- und Abwehrwaffe der Indianer. Zur Zeit der Steinschloß- und Perkussionsvorderlader besaß der Bogen bei kurzen Entfernungen erhebliche Vorteile. Ein Indianer war in der lage in 3 Sekunden zwei Pfeile zielsicher zu versenden. Man unterscheidet drei Typen von Bogen: den glatten, den verstärkten und den zusammengesetzten Bogen.
Der glatte Bogen besteht aus einem Stück Holz, das vorwiegend aus der Osage-Orange hergestellt wurde. Bei den Glatt-Bogen gab es einen Langen Bogen und einen Flach-Bogen, welcher üblicher war. Diese unterschieden sich wiederum in einfach-gekrümmte und doppelt-gekrümmte Flachbogen.
Der verstärkte Bogen besteht ebenfalls aus einem Stück Holz, besitzt aber einen flach-elliptischen Querschnitt. Seine Rückseite war mit dünnen Schichten Sehnen verstärkt und hatte eine höhere Leistung als ein Glatt-Bogen.
Der zusammengesetzte Bogen war aus zwei zusammengefügten und verleimten Hirsch- oder Bergschafhörnern gefertigt und mit mehreren Schichten Sehnen verstärkt.
Der Bogen hatte eine Länge von ca. 1,30 Meter und besaß eine Pfeil-Zuglänge von 60 Zentimetern.
Die Nez Percé benutzten die besten Bogen und die Sioux und Comanchen verwendeten Yaqui-Bogen. Aus Bisonrippen stellte man auch Bogen her, die aber sehr lang waren, jedoch eine sehr hohe Reichweite erzielen konnten.




Der Köcher

Der Köcher diente zur Aufbewahrung des Bogens und der Pfeile. Er bestand bei den nordamerikanischen Indianer aus zwei Teilen: den Bogen- und den Pfeilfutteral und war aus Tierhaut oder Fell gefertigt.



Tomahawk



Tomahawk ist abgeleitet von den Algonkin-Wöortern Tamahake oder Tommahik und heißt soviel wie Hammer. Tomahawks waren ursprünglich keine Beile, sondern hölzerne Keulen. Sie waren oben meist kugelförmig gearbeitet und besaßen am verdickten Ende eine eingesetzte Knochen- oder Feuersteinspitze. Die Tomahawks waren Werkzeuge aus denen erst die Weißen aus einem Hammer eine Waffe machten. die bei den Weißen eingetauschten eisernen Klingen machten aus einer alten Keule eine furchtbare Waffe. Diese Waffe wurde als Schädelbrecher bezeichnet und besaßen verschiedene Formen. Sie hatten z. B. runde Eisenblätter mit oder ohne Spitze oder Metalldornen.
Er diente nicht nur als Waffe, sondern seine Bedeutung als Zeremonialgegenstand war viel wichtiger. In ihm waren Bilderchroniken eingeschnitzt und der Häuptling stellte ihn in wichtigen Ratsversammlungen zur Schau. Ein rotbemalter Tomahawk diente als Kriegserklärung. Er hatte aber auch den Zweck mit ihm wichtige Botschaften zu überbringen. Wenn man Verbündete für einen Kampf gewinnen wollte, so wurde die Botschaft mit einem Tomahawk und einem Geschenk dargeboten. War der Kriegshäuptling bereit in den Kampf zu ziehen, so nahm er die vor ihm liegende Streitaxt auf. Lehnte er einen Kampf ab, wurde dem Boten die Axt zurückgegeben und ein Geschenk beigefügt.
Der Tomahawk diente einst als Autoritäts-, Friedens- wie auch als Rechtssymbol. Weiße Händler erkannten die Beliebtheit der sogenannten Pfeifentomahawks, der aus einem Beil bestand und am anderen Ende einen kleinen Pfeifenkopf besaß. Der Holzgriff war durchbohrt und hatte ein Mundstück mit dem man Rauchen konnte.
Der Tomahawk wurde erst im 17. Jahrhundert von den Algonkin verwendet und kam erst viel später zu den Plain-Indianern und diente dann als Kriegswaffe.





Die Lanze



Die Lanze war 3,5 bis 4 Meter lang und hatte einen Schaft, der aus zähem Eschenholz bestand. Die Lanze besaß einen zweischneidige Spitze. Der Schaft der Lanze war oft mit Adlerfedern verziert.



Das Skalpmesser


 

Das Skalpmesser hat eine blutige Berühmtheit in der Geschichte Nordamerikas erlangt. Es wurde von Europäern in der »Alten Welt« für geringe Kosten hergestellt. Ein Indianer mußte für ein solches Messer mit einem Pferd bezahlen. Die hölzerne Scheide wurde von den Indianern durch Hirschhorn oder durch Bärentatzen ersetzt und reich verziert.





Das Schild

das Schild ist eine lederne Rundscheibe der Prärie-Indianer. Es war vom Norden Amerikas bis weit hinein nach Mexiko verbreitet. es war bei den Indianern der Waldgebiete und Ostregionen so gut wie unbekannt. In der Kriegsführung spielte es bis ins neunzehnte Jahrhundert eine große Rolle. Es diente als Schutz gegen Pfeile und Gewehre älteren Kalibers. Später wurde es mitgeführt wegen seiner magischen Wirkung. Oft war das Bild des Schutzgeistes des Schildträgers dargestellt, welchen der Krieger zuvor in Visionen empfangen hatte.

Das Schild wird aus der Nackenhaut des Bisonbullen gefertigt. Dazu wird die Haut geräuchert und mit aus dem Huf des Bisons gewonnenen Leim gehärtet. Für Pfeile und ätere Flinten war das Scild, wenn man es schräg hielt, undurchdringlich. Am Schild waren ausgestopfte Tiere befestigt. Dabei handelte es sich z. B. um Habicht, Marder, Sperber oder auch der Wiesel, die als Schutzgeist dienen sollten. Wie das Schild weiter gestaltet wurde, war dem Krieger überlassen. Hauptsächlich wurde aber der Donnervogel als Symbol verwendet